Mitgehört (3)

Kunde zur Pharmaassistentin: „Enthält Panadol eigentlich Aspirin? Das kann ich nicht nehmen, da bin ich allergisch drauf!“

gut, dass er fragt. Lustig finde ich es vom professionellen Standpunkt aus, wie die Markennamen „drin“ sind, die Inhaltsstoffe aber nicht.

9 Antworten auf „Mitgehört (3)

  1. :D
    Es ist halt viel leichter sich Aspirin zu merken als Acetylsalicylsäure ;) Dass die gängige Abkürzung ASS nicht in den Köpfen bleibt, zeigt einmal mehr wie nachhaltig Werbung wirkt. Gibt es ja nicht nur bei Aspirin. Aber du hast recht, ein lustiges Phänomen ist das schon :)

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  2. Ich finde das völlig normal. Für den Patienten ist der Name des Medikamentes wichtig, weil er es daran wiedererkennen kann. Die Inhaltsstoffe interessieren ihn nicht. Vor allem sind die Inhaltsstoffe für ihn nur sinnlose Buchstabenhaufen ohne inneren Zusammenhang, wie z.B. für mich Mettforminhydrochlorid. Als Apotheker/Arzt kann man diese Namen aufteilen und besser verstehen (Hydrochlorid deutet auf Wasserstoff und Chlor hin, aber genauer weiss ich es eben nicht) , aber für einen Patienten gilt das normalerweise nicht.

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    1. Das birgt halt die Gefahr, dass Generika oder Kombipräparate nicht erkannt werden.
      Ansonsten stimmts schon, lieber „nur“ den Handelsnamen als gar nicht drüber nachzudenken.

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      1. Ich glaube, Apotheker/Ärzte überschätzen vollkommen, was die Medikamente für die Patienten bedeuten.

        [Kurzer Ausflug in die PC-Welt, wo ich mich *etwas* auskenne]
        Fragt man einen Durchschnittsbürger „Was hast Du für einen PC“, wird er mit „Windows“ oder „Apple“ antworten. Er wird keine Ahnung von CPU, Grafikkarte oder Speicher haben (also er wird die Namen/Größen nicht kennen, ich rede nicht etwa über die Funktion/Bedeutung des entsprechenden Bauteils). Das ist etwas, was Computer-Enthusiasten prinzipiell nicht verstehen. Für den Durchschnittsbürger ist ein PC etwas wie Fernseher oder Radio: Funktioniert mehr oder weniger, alles andere ist unwichtig.

        Meiner Meinung nach ist es *genauso* bei Medikamenten. Dort ist wichtig, dass sie funktionieren (helfen) und wie sie bedient werden (Einnahme-Zyklen, Zäpchen oder Tabletten, etc.). Alles andere interessiert den Patienten in der Regel nicht. Deshalb ist es völlig normal, dass der Patient von Verträglichkeit mit Aspirin redet (dass nun wirklich *jeder* kennt), und nicht von ASS.

        Im Gegenteil ist es eben Aufgabe des Arztes/Apothekers, die Übersetzung vom Medikament zum Wirkstoff vorzunehmen. Es ist meiner Meinung nach illusorisch, dies vom Patienten zu verlangen oder auch nur zu erwarten, wie das im Ausgnagsposting angedeutet wird.

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        1. gut erklärt, trifft glaub ich genau das.
          bei einzelnen Medikamenten mag das vllt noch gehen, dass ich mir den Inhaltsstoff merke, aber bei Kombisachen (z.B. Erkältungsmitteln)? Vor allem wenn ich mehrer Medikamente nehme. Werbung trägt da sicher zu bei. Solang man immerhin den Namen weiß und nicht nur „irgendwas von Ratiopharm“ ist das doch auch was.

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    2. Wegen dieser Einstellung kommen Menschen zu schaden*:

      „[…] but few users realize that it is contained in hundreds of other pain relievers and cold remedies, and that combined usage has a cummulative effect. Fifteen percent of accidental overdoses involve the simultaneous use of more than one product containing [paracetamol].“ (engl. WP-Artikel zu Paracetamol)

      * zuerst stand da „sterben“ – was vermutlich wahr ist – doch habe ich gerade keine passende Quelle parat.

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      1. Ist leider so. Solange die Wahrscheinlichkeiten nicht allzu groß werden, wird sich daran trotzdem nichts ändern.

        Vor allem bringt dem Laien in diesem Beispiel dieses Wissen allein auch nichts. Er wird denken „Paracetamol kann ja mit Paracetamol nicht wechselwirken“. Erst wenn er weiss, dass zuviel Paracetamol ein Problem darstellt, bringt ihm die Info was, dass er mehrere Produkte damit hat.

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  3. Ich machs andersrum, ich verlange „das billigste Paracetamol, das Sie da haben“ *g* – aber ich könnte natürlich nicht sagen, was nun der grundlegende Unterschied zwischen Paracetamol und Ibuprofen ist, ausser dass meinem Mann Paracetamol bei Kopfschmerzen besser hilft.
    Aber bis zum nächsten Schmerzmittel-Kauf werde ich wieder vergessen haben, welches Produkt nun das billigste war.

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    1. Zumindest bei Ibuprofen habe ich lieber die roten Dragees als die weißen rauhen Pillen… aber erklär das mal dem Apothekenmädchen; die weiß ja auch nicht, was mir ihre Kollegin letztens verkauft hat1 (Wir haben ungefähr 12 Apotheken auf 19’000 Einwohner, und fast alle im Stadtzentrum… da geh ich oft dahin, wo ich grad vorbeikomme.)

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