Apotheken-Quiz 4

Das ist mein viertes Quiz (bei Interesse: hier ist das , , ). Mitmachen kann wie immer wer will. Die Kommentare werden bis zur Auflösung des Quizzes (am Montag) nicht angezeigt. Viel Spass!

1. Mückenstiche oder?

Im Sommer: Eine Mutter kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Juckreiz. Sie berichtet: „Meine beiden Söhne, beides Primarschüler, waren gestern um Schwimmbad, wo sie offenbar von Mücken gestochen wurden. Als sie nach Hause kamen fielen mir beim einen vereinzelte Stiche auf. Diese sind über Nacht noch deutlicher zu Tage getreten und jucken stark. Es haben sich sogar vereinzelte Bläschen gebildet, Auch beim älteren Bruder sind sie nun deutlich sichtbar. Er hat etwas Fieber.“

„Sie waren bis vor 10 Tagen in einem Pfadilager und sind seit ihrer Rückkehr fast jeden Tag zusammen im Schwimmbad gewesen. Aber dass sie derart verstochen werden, ist mir noch nie vorgekommen.“

Was ist die Verdachtsdiagnose? Was sind die möglichen Komplikationen? Behandlungsvorschläge?

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2. Pflanzenmedizin – Phytotherapie

Man befindet sich zu Besuch bei einer Freundin in einer entfernten Gegend, wo es keinerlei Apotheke in der Nähe hat, aber das Haus hat einen grossen Garten …

Welche der folgenden Pflanzen könnte man denn brauchen gegen …

1. leichte Herzbeschwerden

2. Husten

3. bei Magen-Darm Problemen und zum Beruhigen

4. … und für was ist die die übrig bleibt gut?

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3. Ordne die Nebenwirkungen den Medikamenten zu!

Die Medikamente

1. Roaccutan (Isotretinoin)

2. Deroxat (Paroxetin)

3. Stilnox (Zolpidem)

4. Levitra (Vardenafil)

Die Nebenwirkungen (entnommen aus der schweizerischen Packungsbeilage – so oder ähnlich steht es auch in den anderen Ländern drin):

A Somnolenz am Tage, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, verschlimmerung der Schlaflosigkeit, anterograde Amnesie (allein oder in Verbindung mit unangepasster Verhaltensweise). Herabsetzung der Aufmerksamkeit, Gangstörungen

B Bei Patienten, welche mit … behandelt wurden, wurde über Depressionen, Verschlechterung bestehender Depressionen, Angstgefühle, Tendenz zu Aggressivität, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome und, sehr selten, Suizidversuche und Suizide berichtet.

C Folgende Symptome können bei Neugeborenen nach der maternalen Anwendung von ….  in den späten Stadien der Schwangerschaft auftreten: Atemnot, Zyanose, Apnoe, Krampfanfälle, instabile Körpertemperatur, Schwierigkeiten beim Trinken, Erbrechen, Hypoglykämie, muskulärer Hypertonus oder Hypotonus, Hyperreflexie, Tremor, Reizbarkeit, Lethargie, Schläfrigkeit, Schlafstörungen und ständiges Schreien.

D Gelegentlich: Sehstörungen (vorwiegend visuelle Störungen, aber auch erhöhte Lichtempfindlichkeit), Konjunktivitis, Farbensehen (leichte und vorübergehende Beeinträchtigungen des Farbunterscheidungsvermögens im Blau/Grün- und Purpur-Bereich auf), feuchte Augen. Selten: Glaukom.

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4. Absetzen oder weiternehmen?

Ein Kunde kommt mit einer Liste Medikamente die er regelmässig nimmt. Jetzt hat er in ein paar Wochen eine Operation. Welche der Medikamente sollte er vorher – natürlich unter Absprache mit dem Arzt absetzen? Welche weiternehmen?

1. Sortis (Atorvastatin) gegen den hohen Cholesterinspiegel

2. Umckaloabo Tropfen (Pelargonium Sidoides) gegen die chronische Bronchitis

3. Aspirin Cardio (Acetylsalicylsäure) als Thromboseprophylaxe wegen seinem Herzproblem

4. Symfona forte (Gingko Biloba Präparat) gegen seine Gedächtnisprobleme

5. Beloc Zok (Metoprolol) Gegen den hohen Blutdruck

Pflänzchen

Also:

Wenn Du Deine Nachbarin bittest, während Deiner Abwesenheit „meine Tomatenpflanzen zu giessen“ (siehe Bild), solltest Du vielleicht vorher sicher gehen, dass sie keine Pharmaziestudentin ist.

So geschehen einer Mit-studentin vor etwa 15 Jahren – aber das gilt heute noch.

(Yup, das ist Cannabis.)

Für Interessierte:

Ich musste letzthin für einen Arzt ein paar Fragen zum Nachweis von Cannabiskonsum nachgehen. Das ist die Kurzfassung:

  • Nachweis mittels Schnelltest im Urin (wenige Tropfen genügen): Z.B. durch Intex Drogentest THC oder / Diatest Drogentest Cannabinoide
  • Beides Qualitative Nachweise = ab 50 nanogramm/ml (das ist seeeeehr wenig!)
  • Test funktioniert mit spezifischen Antikörpern. (d.h. er ist sehr genau nur auf das Gesuchte)
  • Nachweis von Tetrahydrocannabiol und deren Abbauprodukten (THC-Carbonsäure und weiteren)
  • Nachweis bis 3 Wochen nach Rauchen / Einnahme von Cannabis – weil die Abbauprodukte lipophil sind und im Körperfett gespeichert und dann langsam freigegeben werden. Bei Abmagerungskuren kann die Zeit der Freigabe noch verlängert sein.
  • 1 x rauchen reicht, dass der Test angibt (Angeblich braucht es sogar weniger als einen Joint, sagt die Firma Imbiex)
  • Quantitative Tests existieren auch, werden jedoch nur in Labors durchgeführt:  mittels Chromatographischen  Methoden. Auch Urintest.

Apotheke Quiz 2

Das ist mein zweites Quiz (das erste ). Wer will kann mitmachen. Die Kommentare werden bis zur Auflösung des Quizzes (am Donnerstag) nicht angezeigt. Viel Spass!

1. Ein Mann etwa 45 Jahre alt kommt in die Apotheke und will etwas gegen Kopfschmerzen. Er klagt über einseitige, pulsierende Kopfschmerzen die seit gestern abend plötzlich aufgetreten sind. Er kenne so was gar nicht bei sich. Ausserdem schreit er fast, als er mir zeigen will, wo es schmerzt.

Was hat er und was gebe / empfehle ich ihm?

a) Kluster Kopfschmerzen, dafür genügt ein normales Schmerzmittel wie Dafalgan und eventuell zusätzlich Entspannungsdragees gegen die Verspannung und zum Beruhigen

b) typischer Fall von Migräne Kopfschmerzen. Ich empfehle ihm Saridon 400mg und gleichzeitig ein Motilium, damit es schneller wirkt

c) plötzlich auftretende Kopfschmerzen und er kennt das so nicht? Eventuell ein Hirnschlag – er sollte sofort in den Notfall gehen.

d) Der Mann hat eine entzündete Schläfenarterie und sollte sofort zum Arzt gehen, der sie mit Kortison behandeln wird.

2. Eine junge Frau kommt in die Apotheke, als sie ein Dulcolax bestellt, sehe ich ihre Zähne. (Bild)

Was für ein Problem hat die Frau?

Warum bestellt sie ein Dulcolax? (besteht da überhaupt ein Zusammenhang)?

3. Mal wieder ein eher unleserliches Rezept. Was steht denn da?

Ein Punkt für jedes richtig Erkannte Medikament.

4. Eine Frau kommt mit einer derart verbrannten Hand in die Apotheke:

Ausser etwas zum Behandeln will sie gerne wissen, woher sie das hat. Sie hat gestern im Garten gearbeitet und folgende Pflanzen in Verdacht: War es eine davon? Warum?

a

b

c

5. Ein älterer Mann kommt in die Apotheke und möchte etwas gegen Husten haben. Auf Nachfragen erklärt er, dass er schon seit ein paar Monaten (!) huste, vor allem abends wenn er sich hinlegt. Seine Medikamentenliste ist wie folgt:

a) Aspirin cardio (Acidum acetylsalicylicum)

b) Sortis (Atorvastatin)

c) Reniten (Enalapril)

d) Nitroderm Pflaster (Nitroglycerin)

e) Bexin Tropfen (Dextromethorphan)

warum hustet er? Was kann man dagegen tun?  (Hilfestellung hier.)

Das Apotheken-Quiz

Nachdem angefangen hat und inzwischen 3 interessante und lehrreiche Quizs aus seinem Gebiet auf den Blog gestellt hat und dann sowohl als auch nachgezogen sind, kommt hier jetzt auch von mir ein (nicht sehr einfaches) Quiz mit Fragen, die in der Apotheke auftauchen können.

Die Antworten und den besten Quizzer gibt’s am nächsten Freitag.

1. Eine Frau kommt so (siehe Bild)

in die Apotheke. Im Beratungsgespräch kommt heraus, dass sie dieselbe Reaktion früher schon gehabt hat, nämlich wenn sie Muscheln gegessen hat. Dagegen ist sie allergisch. Sie hat aber in der letzten Zeit nichts derartiges gegessen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie auf eines der folgenden Medikamente, die sie gegen ihre Gelenkprobleme nimmt reagiert. Welches vermute ich? Und: wieso?

A: Aspirin (Acetylsalicylsäure)

B: Voltaflex (Glucosamin, Chondroitinsulfat)

C: Epacaps (Omega-3 Fettsäuren)

D: Voltaren Gel (Diclofenac Natrium)

Als Hilfe: / da finden sich die Packungsbeilagen aller Schweizer Medikamente.

2. Ein Mann kommt in die Apotheke und erzählt eine Geschichte, wie er vorgestern vom Barhocker gefallen ist. Jetzt hat er das (siehe Bild) und Kopfschmerzen. Was geben sie ihm?

A: Ein blauer Fleck von Hinfallen und Kopfschmerzen. Ich gebe Dafalgan (Paracetamol 500mg) maximal 3 x täglich 1-2 Tabletten gegen die Schmerzen und Heparin-Salbe gegen den blauen Fleck.

B: Ich gebe ihm besser Saridon forte (Ibuprofen 400mg) für die Schmerzen – denn wenn er in der Bar vom Hocker gefallen ist, trinkt er wahrscheinlich auch sonst zu viel Alkohol und seine Leber ist schon beeinträchtigt. Da muss ich sie nicht noch zusätzlich belasten. Ausserdem ist Ibuprofen stärker.

C: Ach, die Kopfschmerzen kommen wohl von dem blauen Fleck hinter dem Ohr. Da reicht eine schmerzstillende Salbe zum auftragen, z.B. Traumalix gel.

D: Ich gebe ihm gar nichts sondern schicke ihn auf dem direkten Weg in den Notfall im Spital. Das sieht nach Schädelbruch aus (oder war das Blut aus dem Ohr statt hinter dem Ohr?)

3. Es kommt ein Telefon von einem jungen Mann der sagt, er habe vor wenigen Minuten einen Schlag ins Gesicht bekommen und dabei ist ein Schneidezahn (ganz) herausgekommen. Er will wissen, was der beste Weg ist den Zahn zu erhalten, dass man ihn wieder einsetzen kann.

Welches der folgenden Ratschläge ist der beste?

A: Legen Sie den Zahn in ein Taschentuch und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)

B: Legen Sie den Zahn in ein Glas Wasser und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)

C: Legen Sie den Zahn in ein Glas Bier und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)

D: Giessen Sie etwas Wasser über den Zahn und setzen Sie ihn sofort wieder in den Sockel, wo er rausgebrochen ist und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)

E: Legen Sie den Zahn in ein Glas Milch und gehen sie in den Notfall (oder zum Notfallzahnarzt)

4. Das ist ein Rezept das mir am Samstag vorgelegt wird. Die Patientin ist stark erkältet und braucht die Medikamente, die darauf stehen. Nur: Was genau steht denn da? 1 Punkt für jedes erkannte Medikament und die Dosierung. (Ich weiss, das Bild ist klein, aber glaubt mir, im Original war es nicht besser leserlich).

5. Eine aufgebrachte Mutter kommt mit ihrem Kind (5 Jahre)  und einem Pflanzenzweig (s. Bild) in die Apotheke. Sie berichtet, dass das Kind die knallroten Beeren der Pflanze gegessen hat. Jetzt fürchtet sie, dass es sich vergiftet hat. Was rate ich / mache ich?

A: Das ist doch bloss so ein gewöhnlicher Busch, wie er manchmal als Hecke verwendet wird. Das wäre ja nie erlaubt, wenn der giftig wäre. Darum beruhige ich die Mutter und schicke sie wieder heim.

B: Ich denken, dass das eine Giftpflanze sein könnte und rufe sofort das Tox-Zentrum an, um mich beraten zu lassen, was der nächste Schritt ist.

C: Ich befrage das Kind rasch: Was genau hat es gegessen? Wie lange ist es her? Es antwortet, es hat nur die äusseren Teile der Beeren gegessen und den Samen ausgespuckt. Ich beruhige die Mutter. Trotzdem rufe ich dem Toxzentrum an für die nächsten Schritte.

D: Ich warte gar nicht erst ab bis die Mutter ausgesprochen hat, sondern nehme sofort die Kohlesuspension aus dem Gegengift–vorrat den jede Apotheke haben muss. Endlich mal die Gelegenheit das Zeugs auch einzusetzen! Los, Mund aufmachen und schlucken!

E: Ich rufe den Notarzt: der wird’s schon richten.

Im falschen Jahrhundert

Ein Thema passend zu Halloween: Hexen!

Ja, wenn ich ein paar Jahrhunderte früher geboren worden wäre, wäre ich vielleicht eine Kräuterfrau oder gar eine Hexe geworden. Zur Hexe würde auch die Haarfarbe passen … :-)  und so negativ besetzt ist der Begriff heute auch nicht mehr, auch wenn sich die Kirche alle Mühe gegeben hat, den schlechten Ruf zu etablieren.

Wahrscheinlich ist sie so vehement gegen diese Naturheilerinnen vorgegangen  weil ein paar Männer offensichtlich nicht zufrieden war, dass da Frauen Wissen – und damit Macht hatten.

Aus Shakespeares Macbeth, Auftritt der 3 Hexen:

All: Double, double, toil and trouble;

Fire burn and cauldron bubble.

2nd witch: Fillet of a fenny snake,

In the cauldron boil and bake;

Eye of newt, and toe of frog,

Wool of bat, and tongue of dog,

Adders fork, and blind worm’s sting,

Lizard’s leg and owlet’s wing,

For a charm of powerful trouble,

Like a hell-broth boil and bubble!

Tönt ziemlich gruselig, nicht?

Aber als Hexe hätte ich auch derartiges verwendet:

Teufelsfleisch, Ziegenbart, Hammelschwanz, Schlangenzunge, Eselshuf, Blitzpulver, Wurzel von der Fledermaus, Affenöhrli …

das tönt doch eindrucksvoller als:

Weisskleeblüten, Spierblume, Wollblume, Spitzwegerich, Huflattich, Bärlapppulver, Iriswurzel, Veilchen, …

dabei wäre es genau dasselbe.

Die Pflanzen sind auch so wirksam – als Tee, Extrakt oder Pulver, aber sie tönen vielleicht etwas eindrücklicher und geheimnisvoller, was wohl auch zu ihrer Wirkung beigetragen hat – eine Art Placeboeffekt, vielleicht (man sollte nie die Macht der Vorstellung unterschätzen!).

Das oben sind übrigens Namen, die im Volksmund heute noch existieren, andere Bezeichnungen sind dagegen mit dem Wissen der Hexen verbrannt worden.

Hier sind noch ein paar witzige Pflanzen-Namen, die ich gefunden habe:

Hexenhasel, Wünschelrutenstrauch, Zauberstrauch – Hamamelidis (Zaubernuss)

Scheissbeerholz, Brechwegdorn, Stinkbaum, –  Rhamni frangulae cortex (Faulbaum)

Zahnkoralle, Giftrose – Paeonia (Pfingstrose)

Frauenschühli, Himmelsschlüssel, Bährenöhrli – Primula veris (Schlüsselblume)

Fieberblume, Schwitztee –  Sambucus nigra (Hollunder)

Igelskopfblatt, Teufelsapfel – Stramonii folium (Stechapfel)

Wunderblasen, Schlotterblume – Physialis alkekengi (Lampionfrucht)

Bettpisserwurzel, Hundszunge, Tüfelsblume  – Taraxaci herba (Löwenzahn)

Grübelnusschale – Pericardium Nuglandis (Baumnusschale)

Hasenohr – Melissa folium (Melisse)

Katzenschwanz – Equiseti herba

Schluckwehrohr – Levistici herba (Liebstöckel)

Sonnauge – Matricaria flos (Kamille)

Stinkwurzel – Valerianae radix (Baldrian)

Pflanzliche Chemie, chemische Pflanzen

Ich persönlich finde es erheiternd, wenn jemand kommt und sagt, sie wolle ein pflanzliches Produkt und kein chemisches.

Warum? Die Wirkstoffe selbst sind in ihrer Struktur immer chemisch, egal woher sie kommen.

Pflanzen sind die grössten Chemiker, sagte unser Botanik Professor und recht hat er! Was denken die Leute denn woher eine Vielzahl unserer heutiger Heilmittel kommen?

Noch heute sucht man im Amazonas und anderen Gegenden nach Pflanzen, die für die Behandlung von Krankheiten gebraucht werden können.

Pflanzen stellen Stoffe her als Schutz und Abwehr von Fressfeinden. Sie versuchen es mit allen Mitteln: damit sie bitter schmecken oder scharf (zu doof, dass eine Menge Menschen gerade das gerne haben), oder sie probieren es über hormonartige Substanzen – denn wenn die Fressfeinde weniger Nachkommen haben, werden die Pflanzen auch weniger gefressen. Oder die Pflanze produziert Stoffe, die abführend wirken oder gar giftig und so weiter und so fort. AUf der anderen Seite stellen  Pflanzen Stoffe her, um anziehend auf die Tiere zu wirken, die für die Verbreitung der Pflanzen wichtig sind. Mehr darüber z.B. in diesem Wissensmagazin.

Der Trend geht heute danach, dass Stoffe (hoffentlich Wirkstoffe) isoliert werden und man dann schaut, was sie machen. Früher hat man eher die ganzen Pflanzeninhaltsstoffe verwendet, aber heute will man es genauer wissen.

Was wirkt? Wo wirkt es? Wie wirkt es? Kann ich es abändern, dass es noch besser wirkt?

Wer denkt, dass pflanzliche Arzneimittel keine Nebenwirkungen haben, den möchte ich hier eines Besseren belehren. Manche dieser Nebenwirkungen und Wechselwirkungen können auch ziemlich heftig sein.

Klassisches Beispiel:

Johanniskraut ist wieder in den Medien als natürliches Antidepressivum. Es ist bekannt dafür, dass es via Enzymanregung den Abbau anderer Arzneimittel beschleunigt. Also Vorsicht bei Kombination mit Antibiotika, Blutverdünnern, Digoxin. Das es die Wirkung von oralen Kontrazeptiva (der Pille) vermindert ist dagegen inzwischen zumindest stark umstritten. Ausserdem macht Johanniskraut eine Photosensibilität, also Sonnenbrand bei der kleinsten Bestrahlung.

Ich könnte noch weiter machen. Grundsätzlich kann man aber 2 Dinge festhalten: Pflanzliche Medikamente sind irgendwo auch „chemisch“. Und: sie können genauso wirksam sein wie die künstlich hergestellten – und genauso können sie Nebenwirkungen haben.