Von Zuckerpillen und Verschreibungspraktiken

Es hat etwas seltsames, wenn Ärzte Zuckerpillen verschreiben – fand auch Ben Goldacre von . Er hat Zugriff auf OpenPrescribing.net, ein Statistik-Tool das Daten sammelt und teilt über alles, was von den Allgemeinärzten in England verschrieben wird. Dank dem sind sie in der Lage die Verschreibungsgewohnheiten zu analysieren – auch in Hinsicht auf deren Effektivität, Einhaltung von Sicherheitsmassnahmen und Kosten-Effektivität. So kann zum Beispiel angeschaut werden, ob die Ärzte Methotrexat „sicher“ verschreiben; oder ob der Arzt ungewöhnlich viele der neuen teuren Statine (Cholesterinsenker) verschreibt, die nicht besser sind als die günstigen Statine. Oder ob die Empfehlungen zur Verschreibung von Antibiotika umgesetzt werden. So wissen sie auch welche Allgemeinärzte Homöopathie verschreiben. Und sie wollten wissen, ob es da einen Unterschied gibt zu den Ärzten welche keine Homöopathie verschreiben.

Für die Studie wurden Arztpraxen identifiziert, die in den 6 Monaten zwischen Dezember 2016 und Mai 2017 Homöopathische Mittel verschrieben haben. Dann wurde geschaut, ob es einen Zusammenhang geben würde mit 4 Verschreibungs- und 2 Praxis-Qualitäts-Indikatoren.

In kurz: In der Meta-Auswertung wurde festgestellt, dass Allgemeinärzte die Homöopathie verschrieben auch eine grössere Wahrscheinlichkeit haben schlechter in Evidenz-basierter Medizin zu sein.

Conclusions:

Prescribing homeopathy is rare within NHS primary care, but even a low level of prescribing is associated with poorer practice performance on a range of standard prescribing measures. This is unlikely to be a direct causal relationship; it is more likely to reflect deeper underlying features of practices that are harder to measure, such as the extent of respect for evidence-based practice, or the quality of team-work around optimising treatment while managing the prescribing budget.

In etwa: Das Verschreiben von Homöopathie ist selten in der Grundversorgung in England, aber selbst bei dem niedrigen Level ist eine Assoziation mit schlechterer Praxis-Leistung bei einer Reihe von Standard-Verschreibungs-Massnahmen ersichtlich. Das ist wahrscheinlich nicht aufgrund einer direkten kausalen Verbindung, es wiederspiegelt eher tiefere zugrundeliegende Eigenheiten der Praxen die schwerer zu messen sind, wie dem Ausmass des Respektes für Evidenz-basierte Medizin oder der Qualität der Teamarbeit um die Verbesserung der Behandlung während man gleichzeitig das Verschreibungsbudget managt.

Zugegeben: da wird jetzt schon recht wenig Homöopathie verschrieben von den Ärzten in England. Selbst bei den «Viel-Verschreibern»: nur 19 Arztpraxen in ganz England, die in den 6 Monaten mehr als 20 homöopathische Mittel verschrieben … und mehr als die Hälfte der 644 (nämlich 363) haben nur ein einziges Mittel verschrieben.

Aber die Statistik-Datenbank mit den Empfehlungen finde ich interessant.

Zum Beispiel das mit den Statinen und den Empfehlungen des NHS:

Bei der Behandlung von hohen Cholesterinwerten gibt es die Empfehlung Statine zu verschreiben, die sowohl weniger kosten also auch das Cholesterin um mindestens 40% senken können. Diese Statine (wie Simvastatin oder Atorvastatin) sind geeignet für die Mehrheit der Patienten.

Auf der Seite sieht man auch die Auswertung der einzelnen Praxen – rote Linie im Vergleich zum Mittelwert ( Abweichungen) … der Mittelwert deshalb als «Ziel», weil etwa 50% schon so oder besser verschreiben.

Das gibt dann so nette Auswertungen wie die:

If it had prescribed in line with the median, this CCG would have spent £166,171.39 less over the past 6 months. If it had prescribed in line with the best 10%, it would have spent £236,327.89 less.

Diese Praxis hätte also über 166’000 Pfund sparen können in den letzten Monaten

Zurück zur Homöopathie, dort steht:

Why it matters: In 2010 House of Commons Science and Technology Committee found that the use of homeopathy was not evidence-based, and any benefits to patients was due to placebo effect.

Dazu passt der (furchtbar geschriebene und von Fehlern strotzende) Artikel vor ein paar Tagen im Blick am Abend:

Ja – die Krankenkasse übernimmt in der Schweiz Homöopathische Medikamente. Leider. Aus der Grundversicherung. Ich bin immer noch der Überzeugung: da gehören sie nicht hin! Übernehmt das doch via die Zusatzversicherung – da können die Kassen es sich auch leisten: damit machen sie jährlich Millionenüberschüsse. In der Grundversicherung ist Sparen angesagt und sollte für Sachen mit Wirksamkeitsnachweis reserviert sein.

Und jetzt hoffe ich, dass ihr mich nicht kreuzigt. Mir ist bewusst, dass es einige gibt, bei denen Homöopathie (aus welchem Grund auch immer) funktioniert (hat). Ich selber kenne aber kaum Erfolgsgeschichten und keine konsistent reproduzierbaren Resultate. Und nur „Probier’s mal“ reicht (mir) nicht.

Apotheken aus aller Welt, 541: London, England

Und jetzt kommen die Schnäppchen von : Londons definitiv Nicht-Boots-Apotheken, Teil1:

Wie man höchstwahrscheinlich bereits auf Grund des Namens vermutet, befindet sich die Apotheke in Notting Hill.

Von der nächsten Apotheke habe ich nur ein ganz schlechtes Bild. Ich hab so eine Hop-on-Hop-off-Tour gemacht und die habe ich  erst spät gemerkt. Konnte nur noch einen schnellen Schnapschuss machen. Vielleicht fängst du trotzdem etwas damit an. Immerhin keine Boots-Filiale. ;)

Eine weitere Apotheke nahe der U-Bahnstation „Mornington Crescent“. Auch hier treffen die erschwerten Bedingungen (Regen, kaputter Regenschirm und Einkaufstüten ) zu. Wie sieht es eigentlich mit einem Bonus für Apothekenfotos, die unter erschwerten Bedingungen aufgenommen wurden, aus? * :D

Apotheken aus aller Welt, 540: London, England

 schickt uns gaaanz viele Fotos von Londoner Apotheken, ich mach‘ das jetzt mal anders. Hier sind erst mal die gesammelten Boots Filialen:
Während meines Londonurlaubs sind mir so einige Apotheken vor die Linse gekommen. Das ist zwar nur eine Boots-Filiale aber ich verspreche, dass ich noch ein paar Sahnestückchen dabei habe. Oder zumindest sind es keine Boots-Filialen. :D
Die Apotheke befindet sich gleich beim Trafalger Square.
die habe ich auch schon gesehen. Da kommt man als Tourist immer vorbei.
London Nr.2 irgendwo in der City, näher der U-Bahn-Station „Green Park“.
Diese Boots-Apotheke befindet sich in der Nähe der St. Paul’s Cathedral.
Eine weitere Boots-Filiale. Sie befindet sich im Westfield London Stradford.
Die Filiale ist ziemlich groß und die MitarbeiterInnen sehr freundlich.
Eine Boots-Filiale bei der U-Bahnstation Notting Hill Gate. Leider nur aus der Ferne fotografiert
wieder eine Boots-Filiale. Sie befindet sich nahe der U-Bahnstation „Mornington Crescent“. Auch wieder nur aus der Ferne aufgenommen (und bei fürchterlichem Regen). (merke: Apotheken fotografieren, dabei noch einen mittlerweile halb kaputten Regenschirm irgendwie halten funktioniert nicht besonders gut.)
Hier die Bootsfiliale am Flughafen London Heathrow, Terminal 1, Check-In-Halle.
Flughafen Heathrow, Terminal 1, nach der Sicherheitskontrolle.
Ich habe mir dort mein Handgepäck mit Produkten von Soap&Glory vollgestopft. (also natürlich schon bezahlt!) Flüssigkeiten sind da ja schon egal. :D