Dies und das … (1)

Es ist Sommerzeit. In der Apotheke ist es ruhiger, aber wenn wir etwas haben … das scheint im Moment immer gleich komplizierter zu werden. Ich versuche das mal zu zeigen, wie. (Das gibt jetzt ein paar kleinere Postings, dafür hoffentlich wieder etwas regelmässiger).

In der Rezeptkontrolle für die Rezepte vom Vortag fällt mir ein Rezept auf:

Dauerrezept

1 OP Tamsulosin 0.4 mg – 0-0-1

1 OP Duodart 1-0-0

Einzeln gesehen überhaupt nicht auffällig. Aber bei mir gehen die Alarmglocken an, vor allem als ich sehe, das von beiden Medikamenten eine Packung bezogen wurde.

Das sind beides Medikamente gegen vergrösserte Prostata. Das Duodart enthält 2 Wirkstoffe: Dutasteridum und Tamsulosini hydrochloridum. Jaaa – dasselbe wie im anderen Medikament. Das (eigentlich gute) Computerprogramm das uns Wechselwirkungen etc. anzeigt reagiert bei dieser Doppelt-gabe überhaupt nicht.

Weitere Abklärungen zeigen, dass der Patient beides schon verschrieben bekommen hat. Ursprünglich Tamsulosin vom Spital, dann einen Monat später Duodart vom Hausarzt – wahrscheinlich mit der Idee das anstatt zu nehmen. Und jetzt vom neuen Hausarzt, der die Liste offenbar einfach übernommen hat.

Wenn der Patient beides gleichzeitig nimmt, hat er eine zu hohe Dosierung von Tamsulosin, das zur Einnahme 1x täglich 0.4mg vorgibt. Das bedeutet zumindest ein höheres Risiko von unangenehmen Nebenwirkungen. Das muss ich abklären. Mindestens 2 Anrufe – an Arzt und Patient folgen.

Ergebnis war dann wirklich, dass der neue Hausarzt die Medikamente auf Wunsch des Patienten so übernommen hat. Er hat den Patienten (neu für ihn) auch nur gerade ein paar Minuten gesehen – und das mit der Doppeldosierung ist ihm nicht aufgefallen.

Gut, bei uns auch (fast) nicht. Es ist soo wichtig, dass man hier aufmerksam bleibt und nicht in Automatismen verfällt.

Dem Patienten war das nicht (mehr) bewusst, dass das nicht gleichzeitig zu nehmen ist … er hatte einfach noch beide Packungen zu Hause …

Alles? Alles.

Telefon der Krankenkassen-Angestellten (freundlich zirpend): «Könnten sie uns alle Rezepte, die Frau Redundandi letztes Jahr bezogen hat zufaxen? Danke!»

Frau Redundandi ist Selbstzahler, sie hat diverse Dauerrezepte, von denen sie die Medikamente einzeln bezieht. Tatsächlich hat sie eine Krankenkasse, bei der wir direkt abrechnen könnten, aber das wollte sie ausdrücklich nicht – weil sie so die bessere Übersicht hat und weil sie als Selbstzahler etwas spart (wir erlassen denen die eine der beiden Pauschalen, da sie uns faktisch auch einen Teil der Arbeit abnehmen, indem sie die Rezepte und Quittungen selber zahlen und einschicken).

Jaaaa …. nach dem Telefonat mit der Kasse würde ich sagen sind die beiden Argumente hinfällig. Sie hat nämlich nur die Quittungen eingeschickt ohne Rezepte und findet sie wohl auch nicht mehr zu Hause.

Sie hat ja Glück, dass wir inzwischen auch Selbstzahler Rezepte kopieren und zum archivieren einschicken. Aber das wieder aus dem System rauszuholen kostet Zeit. Und ich will gar nicht dran denken, wie ich das machen soll, wenn ich in das hier lagern und dann in den Papierbergen danach wühlen müsste.

Ich setze mich direkt mit Frau Redundandi in Verbindung, die über die Anfrage der Kasse alles andere als erfreut ist. «Bisher hat das so immer geklappt, ich verstehe nicht, weshalb das jetzt nicht mehr geht …». Die Kasse hat es immerhin zuerst bei ihr selber versucht – sie hat einen Brief bekommen mit den genauen Angaben von welchen Quittungen die Rezepte fehlen. Aber grundsätzlich ist es möglich, dass noch mehr nicht mitgeschickt wurde, also wäre es vielleicht doch nicht schlecht, wenn ich alles …

«Alles», also das ganze Jahr, das sind über 60 Rezeptbezüge (!)

Am Schluss verlange ich 20 Franken dafür … (immer noch weniger als das, was sie gespart hat) und sie ist damit einverstanden, dass wir das in Zukunft direkt der Kasse einschicken zum abrechnen.

Es gibt ja Krankenkassen, bei denen die Patienten grundsätzlich erst mal in der Apotheke die Medikamente bezahlen müssen und die Rezepte und Quittungen dann einschicken um das Geld zurück zu bekommen. (Und die Rezepte im Original, kein Metall dran und bitte gesammelt ab Erreichen der Franchise ….) Das sind häufig die preislich günstigeren Kassen – man sollte einfach daran denken, dass man da als Patient den Kassen einen Teil der Arbeit abnimmt und vielleicht auch nicht wirklich alles eingeschickt wird (siehe oben).

Jedes Jahr haben wir Patienten, die auf so eine Kasse gewechselt haben und denen das nicht bewusst ist. Und jedes Jahr haben wir die, die sozusagen „den Foifer unds Weggli“ wollen und von uns verlangen, dass wir das trotzdem direkt der Kasse abrechnen. Das geht, mit einer Forderungsabtretung, allerdings liegt das Risiko dann bei der Apotheke, das Geld nicht mehr von der Kasse zurückzubekommen (wenn zum Beispiel die Prämien nicht bezahlt wurden) weshalb wir das nicht gerne machen. Und inzwischen ist es so, dass wir praktisch von der Kasse „Bestraft“ werden (Geld abgezogen bekommen), wenn wir das zu häufig machen. Darüber ein anderes Mal mehr.

PMC Goodbye!

Noch ein aktuelles Opfer der Sparmassnahmen des Bundesrates an der Apotheke: Der Polymedikationscheck wird ab dem 1. Juli nicht mehr von der Krankenkasse (Grundversicherung) übernommen.

Ihr wisst nicht, was das ist? Das ist eigentlich eine sehr Sinnvolle Sache. Die Apothekerin setzt sich mit dem Patienten zusammen und geht zusammen mit ihm seine Medikamente und ihre Einnahme durch und schaut wie sie genommen werden und ob man etwas optimieren kann. In anderen Ländern kennt man diese Dienstleistung auch. In Amerika heisst das CMR Comprehensive Medication Review, in Grossbrittanien wird er MUR Medicines Use Review genannt und ist Pflichtleistung und in Deutschland nennt sich das Medikationsanalyse – ich glaube da streiten die Ärzte noch mit den Apothekern und der Krankenkasse darum, das zu leisten und abrechnen zu können.

Mehr nachzulesen hier: „Darf ich ihnen einen Polymedikationscheck anbieten?“

Obwohl das ein für die richtige Einnahme der Medikamente sehr wichtiges Instrument sein kann, hat das in der Schweiz irgendwie nicht richtig gegriffen. Es durfte keine Werbung dafür gemacht werden und der Effekt ist … schwierig nachzuweisen (obwohl es aus anderen Ländern dazu Studien und Kostenanalysen gibt). Dementsprechend erklärt die Streichung aus der Grundleistung so:

Bei dieser Leistung, die 2010 eingeführt wurde, konnte bis heute nicht nachgewiesen werden, dass sie den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entspricht, die für eine Vergütung im Rahmen des KVG erfüllt sein müssen.

Ja – wieder greift der Bundesrat bei den Apothekenleistungen ein um zu sparen.

Aber mit der Erklärung könnte man (sinnvoller) problemlos noch einiges aus der Grundversicherung streichen *husthomöopathie*. Sorry. *hust*

Auf der positiven Seite: zumindest wurde die Verländerung und den Rest der Tarifverträge zwischen Apotheken und Krankenkassenverbänden genehmigt.

Zum weitergruseln: die MiGeL-Änderungen

Zur gibt es neue Änderungen. Anfang Jahr habe ich schon darüber geschrieben (siehe: MiGel oder Mich gruselt es Langsam), jetzt … gibt es mehr. In unsortierter Reihenfolge: (nicht die Details, nur die Grundlagen und unkomplett, nur was mir aufgefallen ist:)

Pro Jahr und „pro rata“ – Wenn die Behandlung nicht Anfang Jahr beginnt, dann hat man als Patient nicht (mehr) Anspruch auf das gesamte Material (oder Pauschale), sondern nur den Teil, der übrigbleibt. Zum Beispiel: Inkontinenzmaterial, bei dem im Jahr X Franken übernommen wird, wird ab Juni nur noch die Hälfte (6 von 12 Monaten) und ab September nur noch ein Viertel bezahlt. Oder: Eine Brille, die einmal pro Jahr vergütet wird, wird bei einem ersten Bezug am 31. Oktober 2018 frühstens im November 2019 erneut vergütet.

Inkontinenzprodukte werden frühstens ab einem Alter von 42 Monaten übernommen (=4 Jahre). Ausgeschlossen ist die normale infantile Inkontinenz (wurde das vorher bezahlt??? Nö, oder?) und leichtere Inkontinenz.

Die Pauschalen pro Jahr für Inkontinenzprodukte wurden gesenkt (teils massiv: um mehrere hundert Franken!)

Analtampons werden neu übernommen (Yay – aber zu spät für meinen Patienten)

Kompressionsstrümpfe werden nur noch bei Ababe durch Abgabestellen vergütet, die einen Vertrag mit dem Versicherer haben und die notwendigen Qualitätsanforderungen erfüllen. Und: Medizinische Kompressionsstrümpfe, die aufgrund einer durch die versicherten Personen selbst erfolgten Vermessung abgegeben werden, sind nicht leistungspflichtig. (!)

Anpassung der übernommenen Höchstpreise für Kompressionsstrümpfe: teils etwas hoch, teils etwas runter. Eher runter meistens, dafür gibt es für Massanfertigungen jetzt einen Betrag, der übernommen wird – das ist neu und auch nur dann der Fall, wenn es wirklich eine braucht wegen ungewöhnlicher Masse.

Anziehhilfen für medizinische Kompressionsstrümpfe werden neu übernommen (nur wenn der Patient das ohne nicht kann) – ausser den Handschuhen. Die sind immer noch ausgenommen.

Materialübernahme für die Stomaversorgung pro Jahr gesenkt (um über 1000 Franken)

Mittel und Gegenstände, die … im Rahmen der Pflege in Pflegeheimen oder durch die Spitex angewandt werden, dürfen nicht über die MiGeL abgerechnet werden, sondern werden über die für die jeweiligen Leistungserbringer geltenden Tarifsysteme vergütet. (=diesmal das Spitex-Dilemma anders ausgedeutscht, aber immer noch vorhanden).

Wenn eine Leistung der MiGeL durch mehrere Versicherungen übernommen werden könnte, gilt die Reihenfolge: 1. Militärversicherung, 2. Unfallversicherung, 3. AHV/IV, 4. Obligatorische Grundversicherung.

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) erbringt keine ergänzenden Leistungen zu jenen von AHV, IV, UV oder MV, wenn eine dieser Sozialversicherungen leistungspflichtig ist. So übernimmt die OKP beispielsweise nicht die von der AHV nicht vergüteten Kostenanteile für Hilfsmittel.“ – Ah, ich DENKE das heisst, dass wenn eine andere Versicherung als die Krankenkasse etwas aus der MiGeL übernimmt, dann zahlt die Krankenkasse auch nicht die den Rest, zum Beispiel die Differenz zum Verkaufspreis.

Für nicht aufgeführte, abweichende Formate / Volumina / Gewichtsangaben gilt der Höchstvergütungsbetrag des nach der Fläche nächstliegenden Formates oder der nächstliegenden Volumina oder Gewichtsangabe. In der Mitte liegende Flächen werden der Position des kleineren Formates, in der Mitte liegende Volumina oder Gewichtsangaben der kleineren Position zugewiesen. = im Zweifel wird immer abgerundet.

UV Bestrahlungsgeräte (zum Beispiel in der Psoriasis Therapie gebraucht) werden nicht mehr vergütet.

Inhalationsgeräte (Pari) haben neu beim Kauf die Limitation, dass sie nur noch durch Fachärzte für Pneumologie oder Pädiater mit Schwerpunkt Pneumologie verordnet werden dürfen und nur noch bei Cystischer Fibrose, chronisch bakterieller Lungenetzündung durch Pseudomonas aeruginosa oder sehr schwerem Astma bei gleichzeitiger Behandlung mit oralen Kortikosteroiden. (Das ist noch in Evaluation, wie das bis nächstes Jahr im Juni aussieht)

Orthopädische Schuheinlagen werden neu übernommen – aber nur nach Fussoperationen

Das Sparen geht weiter. Vieles davon wird Erklärungsbedarf beim Patienten haben – vor allem, wenn etwas oberhalb des übernommenen Höchstpreises liegt (und er es selber zahlen muss) oder er eine Rechnung der Krankenkasse Ende Jahr bekommt, weil er über der vergüteten Pauschale ist (Inkontinenzprodukte etc.)

Verstehen Sie?

Wir haben von einer anderen Apotheke ein älteres Pärchen übernommen, bei denen die Frau eine Menge Medikamente nehmen muss. Mit 5 Einnahmezeitpunkten (nüchtern, mit dem Morgenessen, am Mittag, Abends und vor dem Schlafen) war ein Dosett unpraktikabel, weshalb sie die Medikamente jetzt in Blisterpackungen bekommt.

Wer das nicht kennt: das sieht so aus und ist bereits in Alters- und Pflegeheimen eine gängige Methode die Medikamente vorbereitet zu haben:

Der Name ist etwas irreführend. Als Blister werden auch die Innenpackungen aus Alu oder Plastik bei Tablettenpackungen bezeichnet. Man sieht, wie gut das angeschrieben ist: Einnahmezeitpunkt, Medikament, Beschreibung, Verfalldatum – alles im handlichen dünnen Plastikbeutel (gibt angeblich pro Jahr nicht mehr Abfall als eine Petflasche Plastik). Und das ist sicher – besser kontrolliert und sauberer als die Dosette, die wir wegen der verschärften Vorschriften wohl nicht mehr ewig anbieten können.

Das klappte so ziemlich gut – nach einigen Erklärungen allerdings. Beide Partner sind … meine Mutter würde sagen „nid Schuld, dass s’Pulver chlöpft“ … oder wie meine Kollegin in der Apotheke das lapidar ausdrückte: wirklich nicht sehr intelligent.

Jetzt wurde die Medikation nach einem Spitalaufenthalt umgestellt. Es kamen Kapseln dazu, die wir als Rezeptur selber herstellen mussten und die man nicht in die Blister einfüllen lassen kann.

Wir haben alles getan, was uns einfiel um sicherzugehen, dass sie die Kapseln richtig nimmt. Wir mussten allerdings ihren Mann instruieren, da sie selber am Sonntag aus dem Spital nach Hause kam.

Das haben wir getan:

  • Die Blister nach dem neuem Rezept füllen lassen.
  • Die Kapseln hergestellt, in einer Dose angeschrieben, wann man die nehmen muss
  • eine zusätzliche Etikette auf die Dose geklebt mit derselben Info (ich war der Meinung, das steht zu klein drauf)
  • Auf die Blister mit wasserfestem Filzstift zusätzlich geschrieben, wann die Kapseln zu nehmen sind (in dem Fall: abends)
  • Einen Medikamentenplan für sie erstellt mit den selben Einnahmezeitpunkten und allen Medikamenten drauf
  • Bei der Abgabe an den Mann alles gezeigt und gründlich erklärt (durch die Apothekerin selber)
  • gesagt, sie sollen unbedingt vorbeikommen oder anrufen, wenn sie nicht sicher sind, wie nehmen oder sonst eine Frage haben

Ich habe dann sogar den Sonntag morgen entfernt, damit sie nicht zusätzlich verwirrt werden, nachdem ich gehört habe, dass sie am Sonntag morgen die Medikamente im Spital noch bekommt und erst am Mittag nach Hause kommt.

Trotzdem … hatte ich ein schlechtes Gefühl dabei.

Ein paar Tage später kommen die beiden vorbei um die neuen Blister für die nächste Woche zu holen. Und im Dispenser ist praktisch noch die gesamte Woche. So wie’s aussieht, hat sie Sonntag mittag und Montag morgen genommen – und danach?

„Was ist passiert? Weshalb haben Sie die Medikamente nicht genommen?“ frage ich sie mit dem Rest der Blister in der Hand.

Verwirrter Blick: „Aber ich habe die Medikamente doch genommen?“

Ich zeige ihr, dass offensichtlich nicht.

„Ich habe die Kapseln doch genommen.“

„Ja – und den ganzen Rest gar nicht?“

„Das weiss ich jetzt gar nicht …“

Also … uh. Selbes Procedere noch einmal wie oben.

  • Noch einmal erklären.
  • Zurück erklären lassen. (Da steht wirklich auf den Blistern jeweils drauf: Tag, Zeitpunkt der Einnahme und die Medikamente, die sich in dem Blister befinden).
  • die Blister von der letzten Woche, die noch von heute und morgen sind (vor dem Wechsel) vornedran hängen, damit das stimmt und jetzt hoffentlich genommen wird.
  • dringend raten beim Hausarzt vorbeizuschauen mit dem neuen Medikamentenplan

Klappt das jetzt? Besser ich informiere den Hausarzt auch noch selber.

Wo ich gaanz tief durchatmen musste währenddem, war die Bemerkung des Mannes, als ich die nicht genommenen Blisterpackungen der Woche auf die Seite gelegt habe:

„Das bezahlen wir jetzt aber nicht, die Medikamente, die haben wir ja nicht gebraucht.“

Doch, die hätten sie gebraucht. Aber kein Problem, das fällt alles unter die Pauschale.

(Bei ihnen denke ich echt, die 21 Franken sind zu wenig für den Aufwand – der jetzt hoffentlich reicht, damit sie das korrekt nehmen).

Der „grosse Bruder“ kehrt zurück

Nach dem Aufschrei von Krankenkassen, Apotheken und Spitälern hat das BAG eingesehen, dass das Verbot ein ziemlich kurzsichtiger Entscheid war und erlaubt nun wieder, dass die kostengünstigeren Grosspackungen die nicht in der Grundversicherung sind trotzdem dort abgerechnet werden können. Lies hier nach um was es ging: Der „grosse Bruder“ ist gestorben

Bern, 24.06.2019 – Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) akzeptiert die Vergütung der Kosten für bestimmte Grosspackungen von Arzneimitteln (Grand-Frère Packungen) durch die Krankenversicherer bis zum 30. Juni 2020, damit keine höheren Kosten entstehen. Es handelt sich um eine Übergangslösung, bis die Vergütung dieser Packungen definitiv geregelt ist.

Quelle BAG

Auch sie haben gemerkt, dass das zu einer Kostensteigerung führte. Sicher, die Spitäler die nun wieder teure Gross-Packungen auf mehrere Patienten verteilen können, sind da mehr betroffen, aber ich bin in der Apotheke froh, dass ich wieder grosse Becozym, Magnesiocard, Aerius, Excipial, Perenterol und Ritalin in den Grosspackungen abgeben darf.

Das Ziel ist (und ich hoffe, das klappt in einem Jahr), dass die Grosspackungen ganz offiziell in die SL Liste, also in die von der Grundversicherung vergüteten Präparate aufgenommen werden. Damit habe ich dann auch kein Problem mehr.

Es bleibt halt abzuwarten, ob die Firmen das wollen. In der SL werden die Preise „fremdbestimmt“, das BAG schreibt sie vor. Theoretisch können sie bei den Nicht-gelisteten Präparaten (NLP) die Preise selber machen und anpassen. Da kam es auch schon vor, dass die Grosspackungen dann auf einmal NICHT mehr kostengünstiger waren. Siehe hier: Kein „grosser Bruder“ mehr