Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Noch ein Gastbeitrag heute, diesmal von dergrünepunkt:

bei mir in der Apotheke gibt es nach 20 Uhr einen Wachdienst, damit der Apotheker nicht ganz alleine da steht. Dieser nimmt auch Anrufe entgegen, wenn man im Kundengespräch ist und lässt sich dann die Nummer für einen Rückruf geben. Manchmal schreibt er sogar auf, worum es geht…
Als ich gestern einen solchen Zettel mit Nummer und „Thema“ bekommen habe, glaubte ich erst an einen Scherz. So etwas gibt’s gar nicht im echten Leben, sondern wird „nur so“ erzählt, weil es lustig ist.

Ich rief also zurück und hatte eine Frau am Telefon, die nicht ihren besten Tag hatte und ihre Vaginaltabletten (Fluomicin, Wirkstoff Dequaliniumchlorid) geschluckt hat. Ob das denn schlimm wäre?
Gott sei Dank war ich durch den Zettel vorgewarnt …

Gibt’s nicht gibt’s Nicht! …

Klassische falsche Anwendung. … Wenn ich so etwas erzähle, glauben es manche nicht. Danke für den optischen „Beweis“ :-)

Entweder – oder!

Der Patienten kommt zurück in die Apotheke, weil er verwirrt ist, wie er das Medikament jetzt nehmen muss.
Hier ist der Satz, der ihn verwirrt hat: (auf der Dosieretikette)

„Nehmen sie morgens und abends je 1 Tablette
entweder 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach dem Essen.“

Patient: „Was meinen sie mit 1 Stunde vorher oder 2 Stunden nach dem Essen?“
Bimed: (Wie, was ich meine?) „Das bedeutet, sie nehmen die Tablette entweder 1 Stunde vor dem Essen oder aber 2 Stunden nach dem Essen. Das geht beides.“
Aber er war immer noch verwirrt.
Patient: „Ja, soll ich dann eine Hälfte der Tablette 1 Stunde vor und die andere Hälfte 1 Stunde nach dem Essen einnehmen?“
(Waaaah!)
Bimed: „Nein, sie nehmen die ganze Tablette. Aber sie können aussuchen, ob sie sie 1 Stunde vor dem Essen oder 2 Stunden nach dem Essen nehmen wollen … Sie müssen einfach genug Abstand zum Essen einhalten, weil das Medikament sonst nicht so gut wirkt.“

Oh, meine Nerven.

Die falsche Anwendung (14)

Ein Gastbeitrag! Eine Geschichte aus der Apo von Leserin Ramona, die ihrer Lehrtochter passiert ist:

Kundin: „Ich hätte gerne Vicks Medinait.“
Azubi: „Ja, gerne. Kennen Sie die Anwendung schon?“
Kundin: „Ja, sicher. Ich gebe jeden Abend einen Becher ins Wasser.“
Azubi: „In welches Wasser?“
Kundin: „Wenn es mir nicht gut geht, nehme ich abends ein Bad und gebe einen Becher voll hinein. Danach schlafe ich so gut und fühle mich viel besser!“
Azubi: „Wie bitte???“

Naja, der Kundin ist die Anwendung nach einer ausführlichen Erklärung nun klar….

Bimeds P.S.: Also das Packungsdesign erinnert schon ein bisschen an einen Badezusatz – dazu die grellgrüne Farbe des Inhalts …

Noch mehr falsche Anwendungen hier.

Mit einem Glas Wasser

Die ältere Frau muss statt ihren Fosamax (1 x die Woche) neu das Bonviva 1 x im Monat nehmen.
Ich erkläre ihr die neue Anwendung, da sagt sie:
“Dann muss ich das jetzt mit 4 Glas Wasser nehmen??“

Hehe. Irgendwie süss.

Die Erklärung: Bisphosphonate (gegen Osteoporose, zu denen die beiden Medikamente gehören) sind sehr schlecht Magenverträglich und dürfen auf gar keinen Fall in der Speiseröhre kleben bleiben. Darum gibt es dort auch Hinweis-Karten mit der korrekten Anwendung:

Bisphosphonate sollten morgens nüchtern mindestens 30 Minuten vor weiterer Nahrungsaufnahme oder anderen Medikamenten mit einem vollen Glas Leitungswasser eingenommen werden. Danach darf man sich 30 Minuten nicht hinlegen.

Und 1 Glas beim Fosmax 1 x die Woche, macht bei 1 x pro Monat Einnahme (=4 Wochen) logischerweise auch 4 Gläser. Oder?