PPP – Die Auflösung

Liebe BlogleserInnen!
Zunächst einmal vielen Dank, dass Ihr bei meinem kleinen Spass so tapfer mitgerätselt habt. Ich hoffe, es hat Euch genau so viel Spass gemacht wie es mir Freude bereitete, es für Euch zu bauen. Bevor Ihr nun erfahrt, wer denn eigentlich etwas gewonnen hat, lasst mich an dieser Stelle zunächst einmal die einzelnen Rätselteile auflösen:

Am 1. Tag ging es um einen französischen Chemiker, der ein Halogen entdeckte, welches in Kombination mit einem Alkalimetall das erste Antiepileptikum der Pharmaziegeschichte wurde.
Das fragliche Halogen war Brom, das Alkalimetall war Kalium, somit war das gesuchte Antiepileptikum Kaliumbromid. Es wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Beruhigungsmittel und in der Behandlung von Krampfanfällen genutzt. Das Brom wiederum wurde von Antoine-Jérôme Balard 1826 erstmals aus Meeresalgen gewonnen.
Gesucht war Balards Geburtsjahr 1802, dessen letzte Stelle „2“ ergab die Koordinate „c“ in diesem Rätsel.

Tag 2 brachte erneut die Frage nach einem chemischen Element, dessen Verbindungen eventuell in Zukunft neue Behandlungsoptionen beim Diabetes ermöglichen könnten. Kurz gesagt: es ging um das Vanadium, dessen Ordnungszahl 23 die Koordinate „z“ des Rätsels ergab.

Der 3. Tag führte uns in weit in die Geschichte zurück zu einer pharmazeutischen Fakultät in Nordafrika. Deren „Al-Azhar Journal of pharmaceutical Sciences“ gilt heute allgemein als wichtigstes Pharmazie-Journal Nordafrikas. Herausgeber ist die Al-Azhar-Universität in Kairo.
Gesucht war das Jahrhundert, in dem diese Universität gegründet wurde – das geschah im 10. Jahrhundert (unserer Zeitrechnung). Somit war „10“ die Teillösung für die Koordinate „y“ in unserem Rätsel.

An Tag 4 wurde es ein wenig religionspolitisch. Es ging um eine der bedeutendsten pharmazeutischen Innovationen des 20. Jahrhunderts, mit der die katholische Kirche leider bis heute ein gewisses Problem hat. Hoffentlich war unschwer zu erkennen, dass hier die Anti-Baby-Pille gemeint war. Mit ihr könnte eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit, nämlich die zunehmende Überbevölkerung der Erde, abgemildert werden. Sie wurde von Carl Djerassi, Gregory Pincus und John Rock im Jahr 1951 entwickelt. Gesucht waren die letzten 2 Stellen der genannten Jahreszahl, also „51“. Diese ergaben die Koordinate „a“ (und damit die erste wirklich „grosse“ Koordinate) des Rätsels.

Am 5. Tag fragte ich nochmal nach einem chemischen Element. Vorweg: gesucht war der Phosphor. Er kommt auf der Erde in verschiedenen Farben vor, einige dieser Varianten haben die Eigenschaft, im Dunkeln zu leuchten. Sein (gesuchtes) Atomgewicht beträgt 30.974, gerundet 31. Und letzteres war die gesuchte Koordinate „b“ des Rätsels. An diesem Tag habt Ihr ausserdem die Zuordnung der Koordinaten zu Länge und Breite erhalten – das hat einige von Euch sicherlich schon um Einiges weitergebracht.

Bleibt noch der 6. Tag des Rätsels. Den hatte ich mir als besonderen Spass bis zum Schluss aufgehoben. Es ging um eine chemische Verbindung, der wir nicht nur täglich begegnen, sondern ohne die unser Leben auch völlig unmöglich wäre. Und dennoch werden ihr immer wieder gerne regelrecht magische Eigenschaften zugesprochen. Ich denke, es sollte recht schnell klar gewesen sein, dass es sich dabei um Dihydrogenmonoxid (DHM) handelte, allgemein einfach nur als „Wasser“ (oder chemisch H2O) bekannt. Vor allem in der Homöopathie, die heutzutage mit dem angeblichen „Gedächtnis“ des Wassers argumentiert. Und vor über 10 Jahren hat ein Japaner namens Masaru Emoto Experimente gemacht, in denen er Wasser u.a. klassische Musik vorgespielt oder die Proben auch einfach nur beschimpft hat, das Wasser danach einfror und aus den entstandenen Kristallen völlig unwissenschaftliche Schlüsse gezogen hat. Dennoch hängt
sich die Gemeinde der Globuli-Fans nur allzu gerne an solche Experimente.
Rein nach der molaren Masse müsste der Schmelzpunkt von Wasser eigentlich bei rund – 100°C liegen, tatsächlich liegt er – genauso wie der Gefrierpunkt – bei 0°C. Wasser kann unter Normalbedingungen zwar auch unterhalb von 0°C noch flüssig bleiben, man bezeichnet es dann allerdings als „unterkühltes Wasser. Gesucht war jedenfalls der allgemein bekannte Gefrierpunkt von H2O, also 0°C. Das war dann auch die letzte Koordinate „x“ im Rätsel.

Nachdem in Teil 6 auch die Frage nach nördlicher/südlicher Breite und westlicher/östlicher Länge geklärt worden war, ergaben sich schliesslich folgende Gesamtkoordinaten: 51°31‘2‘‘N , 0°10‘23‘W
Diese zeigen auf das „St. Mary‘s Hospital“ in London, wo Sir Alexander Fleming im Jahr 1928 (durch grossen Zufall) das Penicillin entdeckte
(genauer gesagt am 28.9.1928).
Zwar wurde an gleichem Orte im 19. Jahrhundert bereits das Heroin entdeckt (von Charles Alder Wright), aber bereits im Prolog zu diesem Rätsel wurde diese Lösung ja ausgeschlossen.
Und bevor Diskussionen aufkommen: ja, die hemmende Wirkung des Penicillium-Pilzes auf Bakterien wurde zwar schon 1874 von Theodor Billroth beschrieben (jnd in der Antike ebenso von mehreren Autoren), aber von ihm auch nicht mehr weiter verfolgt. Allgemein gilt eben Fleming heute als Entdecker des Penicillins und Vater der Antibiotikatherapie.
1945 erhielt er schliesslich dafür den Nobelpreis für Medizin.

Die korrekte Lösung auf die Rätselfrage lautete also:

  1. Penicillin
  2. Alexander Fleming
  3. 1928

Okay, damit verabschiede ich mich (für‘s Erste?) von Euch; ich hoffe, Ihr hattet Spass mit mir und seid vielleicht nicht zu frustriert, solltet Ihr das Rätsel nicht gelöst haben bzw. nicht unter den GewinnerInnen sein. Für letztgenannte Frage übergebe ich jetzt wieder an Bimed, die Euch die Gewinner bekanntgibt.
Bis bald mal wieder,

Euer
?Riddler?

P.S.:
Euch hat mein Rätsel gefallen und Ihr wollt auch ein solches für Eure Apotheke? Für Euren Blog? Oder für Euren privaten Geo-Cache?
Prinzipiell kein Problem, allerdings bin ich beruflich sehr in meiner Praxis eingebunden und erlaube mir daher den Luxus, mir meine diesbezüglichen Projekte auszusuchen (im Regelfall max. eines pro Monat, und auch nur, wenn ich Zeit dafür finde). Im Gegenzug müsst Ihr dafür auch nichts zahlen, nur mich von Eurer Idee überzeugen. Ich mache übrigens nicht nur Geo-Rätsel, sondern auch Buchstabenrätsel (fast) beliebiger Länge (also Rätsel, bei denen an jedem Tag ein Buchstabe gesucht ist, und bei dem am Ende alle gefundenen Buchstaben ein Gesamt-Lösungswort ergeben). Hauptsache ist, es hat einen naturwissenschaftlichen Background!
Solltet Ihr Interesse haben, so schreibt bitte einen kurzen Text, in dem Ihr beschreibt

  • worum es grundsätzlich im Rätsel gehen soll (Pharmazie, Medizin,
    Chemie/Physik/Biologie etc.)
  • ggf. welche Koordinaten herauskommen sollen (für Geo-Caches)
  • oder evtl. welches Lösungswort
  • und was der Hintergrund Eurer Anfrage ist (bspw. ein bestimmter Anlass o.ä.)
    (Word-Dateien im klassischen .doc-Format bevorzugt! (ohne Makros – die öffne ich wegen Viren-Gefahr nur äusserst ungern…))

Schickt Eure Anfrage an Bimed, sie wird das dann gerne an mich weiterleiten. Wenn mich Eure Idee überzeugt habt, bekommt Ihr bald Post von mir.

3 Antworten auf „PPP – Die Auflösung

  1. Ach Mist. Lesen müsste man können. Das erste Rätsel hatte ich mit Charles Locock falsch ergoogelt, der zwar anscheinend die Therapie mit KBr gegen Epilepsie eingeführt hatte, aber selbst Brite und Arzt war und kein Franzose und Chemiker. So bin ich dann koordinatentechnisch irgendwie in Berlin am „Platz des 18.März“ vor dem Brandenburger Tor gelandet, wo ich mich gefragt hatte, warum man Schering in diesem Rätsel mit der Antibabypille zweimal erwähnt (s. Tag 4)… ;-)

    Das mit der Uni war aber ebenfalls sauschwer. Das „Journal of Pharmaceutical Sciences“ mag ja der ein oder andere noch kennen, aber wer kennt denn bitteschön das davon unabhängige „Al-Azhar Journal of Pharmaceutical Sciences“? :-)

    Gerne wieder. Hat Spaß gemacht. Glückwunsch an die Gewinner.

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  2. Die ersten 3 (und das letzte) hatte ich sogar richtig. Aber da gerade sau viel Arbeit ist, hab ich es geschafft N und E zu vertauschen und bin irgendwo in Ekatherinenburg gelandet und danach einfach keine Zeit mehr, mich nochmals hinzusetzen. Doofdoof..

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