Nach „ich habe die Packungsbeilage gelesen …!“

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Nach „ich habe die Packungsbeilage gelesen …!“ kam eigentlich noch nie etwas Gutes.
Ist doch so, oder? Wie viele Patienten wurden schon vom Inhalt des Beipackzettels (der inzwischen ein ganzer Roman ist) verunsichert oder gar abgeschreckt?

Was die meisten Leute sich nicht bewusst sind: die Packungsbeilage ist kein medizinisches Dokument, sondern vor allem ein juristisches. Damit sichern sich die Firmen vor allen möglichen Rechtsfällen ab.

Natürlich enthält sie auch wichtige Informationen, wie wann man ein Medikament nehmen soll (zu dem Essen, nüchtern …), mögliche Wechselwirkungen etc., aber was bringt es dem Patienten, wenn da eine Nebenwirkung aufgeführt ist, die etwas so wahrscheinlich ist, wie vom Blitz getroffen zu werden?

Und wenn sie so etwas lesen, habe ich sie nachher im besten Fall in der Apotheke, im schlimmsten nehmen sie das Mittel einfach nicht (mehr).

31 Antworten auf „Nach „ich habe die Packungsbeilage gelesen …!“

  1. Ich lese die mittlerweile konsequent NICHT mehr (außer vielleicht den Teil zur Einnahme). Leider greife ich bei den Nebenwirkungen trotzdem immer in die Vollen grummel

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  2. Vor Allem fatal während einer Schwangerschaft, da rief ich beim ersten Mal auch des Öfteren nochmal beim Dok an, ob er sich sicher wäre …

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    1. Ja, gerade in der Schwangerschaft verständlich – man will / soll extra vorsichtig sein. Und dann steht in der Packungsbeilage nur so (Firmen-)absicherndes wie „sollte nicht angewendet werden, ausser Ihr Arzt entscheidet dies sei notwendig“, oder „liegen keine Erfahrungen vor“ …
      klar. sytematische Tests von Medikamenten an Schwangeren Frauen macht man nicht. (Zum Glück hat man inzwischen bei den meisten Sachen doch einige Jährchen Erfahrungen).

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      1. Diese Beipackzettel sind eh … Papier- und Geldverschwendung sondergleichen, finde ich. ZB für Dauermedikationen könnte man doch Packungen ohne Waschzettel rausgeben, einer reicht doch. Grad erst wieder Si.nu.pret (Tabletten) gekauft und mich über die allgem. Verpackung aufgeregt; die ließe sich sicher zu 70% reduzieren, grummel

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          1. Oh ja! Und dann kommt es auch immer wieder zu irgendwelchen Lieferschwierigkeiten und ich bekomme 2 Dreimonatspackungen, AHRG!
            Schön auch in mülltechnischer Hinsicht die Dauerasthmamedikation meines Größten: Jedes Mal eine neue Kartonverpackung, ein neuer Beipackzettel UND ein neues Plastikding, wo die Ampulle reinkommt.

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  3. Ich lese sie nur noch, um zu wissen, womit mir Patienten argumentieren werden, warum sie ihre Medis nicht nehmen werden.

    Finde es immer weider interessant, dass Schmerzmedikamente u.a. Kopfschmerzen als Nebenwirkung haben können oder Durchfall-Mittel auch mal Durchfall (ist das dann nicht ein Versagen des Mittels?). Lustigerweise treten die meisten NWs erst NACH dem Lesen der Packungsbeilage auf. Oder die Beschwerden bessern sich auch komplett ohne die Einnahme der verschriebenen Medikamente (meist bei „lapidaren“ Gebrechen, die aber soooo ultra tragisch für den Patetienten sind (Klien weiblich, um die 45ig, „speziell“) – bis eben zu der Lektüre der PB, danach sind die Beschwerden völlig erträglich oder verschwunden). Manchmal drage ich mich, ob nicht mehr Krankheiten durch den Gang zum Arzt und dem anschliessenden Spaziergang zum Apotheker, geheilt werden könnten?

    Bimed: Wie wärs, wenn wir unser eigenes „Mittel gegen alle Zipperlein mit noch mehr NW als möglich“ herausbringen würden (zu einem eher hohen Preis mit grossem Selbstkosten-Anteil), das nur in speziellen Apotheken zu finden ist, die nur nach min. 10km Fussmarsch zu erreichen wären? Auf dem Weg könnten wir grosse Schilder mit den möglichen NWs aufstellen (Hinweg oder Rückweg müsste noch analysiert werden). Ich denke, wir hätten einen riesen Erfolg, da 90% unserer Kunden danach komplett gesund wären und die Krankenkassen würden uns ne Lobeshymne schreiben ;) (Bitte mit viel Ironie lesen!)

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    1. Bei den Nebenwirkungen ist da ja auch noch die Sache, dass manches auch so auftritt, ohne dass man dazu ein Medikament genommen haben muss … gerade Kopfschmerzen und Magen-/Darm-Probleme gehören zu den Sachen (und eignen sich bei Medikamenten-prüfungen dazu, die IMMER zu sagen, wenn nach den Nebenwirkungen irgendeines Medikamentes gefragt wird und man sich etwas Zeit erkaufen will …). Dass Dinge angegeben werden müssen in der Packungsbeilage, die gleich oft auftreten wie unter Placebo ist ziemlich unsinnig.
      Dass Schmerzmittel bei Daueranwendung selber Schmerzen machen ist allerdings so – und ziemlich übel. Man redet von medikamenteniniduzierten Kopfschmerzen.

      Zum „Mittel gegen alles“: das wird irgendwie … unwirtschaftlich :-)

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      1. Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen (bzw. Entzugsschmerzen) sind mir ein Begriff, genau so wie die komplette juristische Absicherung, die auf den armen, toten Bäumen verzeichnet wird. (Und natürlich sollen alle wirklich wichtigen Nebenwirkungen aufgeführt sein! –> Red Flags)

        Aber eben – die „Placebonebenwirkungen“ stiften im klinischen Alltag mehr Geschrei als helfende Wirkung. (Ich erinner mich schwach an einer Vorlesung über UAW und UAE (zeitlich zusammen auftretende Ereignisse, die aber oft nicht mit dem Medikament direkt in Verbindung gebracht werden können bzw. nicht reproduzierbar sind), deshalb hab ich fürs Examen nur die wichtigsten NWs gelernt – eben weil irgendwie alles sonst auch zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Hitze, Kälte, Hautausschlag, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit führen kann).

        Und: Müsste „Schwangerschaft“ nicht auch als NW bei der Pille verzeichnet sein?

        Drum: gewissen Patienten sollte die Packungsbeilage komplett verwehrt werden. Besser für ihre Gesundheit und unser Gesundheitssystem (wieviele Patientinnen hab ich schon erlebt, die zwar regelmässig ihre Medikamente abholen, um sie daheim in den Müll zu werfen usw. weil in der PB eine meeeega seltene NW angegeben ist, die sie nicht riskieren wollen und dann doch lieber auf die Chemie verzichten und mit Hausmittelchen ihre Wehwehchen pflegen..). Natürlich sprech ich nicht von den wirklich unvorhersehbaren Wirkungen, Allergien usw., diese sollten nicht unterschätzt oder bagatellisiert werden. Aber wer mit Globuli argumentiert, der muss mir nichts von „seltenen NWs“ erzählen.

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        1. Es gäbe theoretisch eine Anweisung, wie der Arzt das „ohne Packungsbeilage“ auf das Rezept schreiben könnte: „Sine prospectu“ … aber ich glaube, das wäre tatsächlich nicht (mehr) legal.

          Ach ja: Schwangerschaft steht nicht in den Nebenwirkungen, das ist irgendwo unter „wie verwenden sie XYZ“ abgelegt, wenn man es nicht richtig anwendet …

          Interessant: im Kompendium heben sie inzwischen das mit der Thrombosegefahr der Pille fett heraus. Das ist die neuste Entwicklung, die wir den armen zu „verdanken“ haben, die eine Thrombose (Lungenembolie) gemacht haben und jetzt die Pillenfirmen verklagen. Dass das möglich ist als Nebenwirkung stand ja schon lange drin, es ist eines der Dinge, wo man als Arzt beim Verschreiben gut achten sollte, ob da noch zusätzliche Risikofaktoren dazukommen. Dass die neueren Pillen das genauso machen, wie die alten (teils mehr) ist inzwischen auch bekannt. Tatsächlich ist das Risiko einer Thrombose aber immer noch kleiner, als wenn man schwanger ist…

          Trotzdem gut, wenn da ein bisschen mehr Aufmerksamkeit drauf gerichtet wird. Viele Frauen halten die Pille irgendwie nicht für ein Medikament (eher ein Livestyle-Produkt) … darum geht das oft vergessen bei so Anamnesen.

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        2. nein, schwangerschaft ist in meinen! augen keine NEBENWIRKUNG der pille. wenn du die pille nimmst, kriegst du vielleicht kopfschmerzen, thrombosen, gewichtszunahme, übelkeit, was auch immer. aber du wirst ganz sicher nicht schwanger von den tabletten. eine nebenwirkung kommt doch von der tablette selbst und nicht vom kontakt mit anderen personen (der zur schwangerschaft in den meisten fällen nötig ist^^)
          ich selbst lese beipackzettel, zugegeben. einmal wegen einnahme(zeitpunkt und art, z.b. 2h vor/nach milchprodukten…). dann wegen wechselwirkungen mit anderen medis. und weil ich gerne weiss, worauf ich mich einlasse. eine schwerwiegende NW unter „selten“ ist ok, unter „häufig“ oder „gelegentlich“ würde ich mir die einnahme vielleicht nochmal überlegen, sofern möglich.

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          1. Jetzt MUSS ich das einfach bringen (und ich habe gesucht, bis ich den richtigen Wortlaut hatte …)
            Aus den „allgemeine Empfehlungen zu Impfungen“ des BAG: zu den Unerwünschten Impferscheinungen (die im übrigend zwingend zu melden sind):

            UIE sind Symptome, klinische Zeichen, auffällige Laborbefunde oder
            andere Erscheinungen, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer
            Impfung stehen, unabhängig davon, ob eine kausale Verknüpfung besteht
            oder nicht. Auch Unfälle fallen unter diese Definition.

            In dem Sinn wäre hier eigentlich eine Schwangerschaft, die in einem gewissen Zeitlichen Rahmen zur Impfung auftritt auch als „Impfnebenwirkung“ zu werten.

            Wahnsinn.

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  4. Sorry, liebe Bimed…im Grunde hast du zwar Recht, aber: Ich habe schon mehrmals Medikamente genommen, die man in der Schwangerschaft nicht nehmen darf – noch nie wurde ich gefragt, ob ich schwanger sei. Einmal bekam ich ein Medikament verschrieben, das die Wirkung der Pille aufhebt – dieser Arzt wußte gar nicht, was ich noch an Medikamenten nehme, hat nicht gefragt, ob ich die Pille nehme. Es gibt Medikamente, die miteinander wechselwirken. Und ja, ich hatte auch schon das eine oder andere Mal Zweifel – aber da halfen mir meine Kompetente Apothekerin und ihre MitarbeiterInnen weiter.(Vorteil einer Stammapotheke, die auflistet, was man so an Medikamenten nimmt ! Aber auch allgemein bekommt man vom Apotheker bessere – oder jedenfalls ausführlichere – Infos als vom Arzt)
    Meine Mutter verzweifelte mal an ihrem Reizhusten. Ihr Arzt wusste sich auch keinen Rat. In der Packungsbeilage des Medikaments Ramipril stand etwas von Reizhusten als Nebenwirkung (sie hat dann den Arzt drauf aufmerksam gemacht und bekam etwas anderes verschrieben – nein, sie hat das Medikament nicht eigenmächtig abgesetzt)

    Fazit: Ich lese Beipackzettel – betrachte sie allerdings als das, was sie sein sollten: Eine Hilfe. Wobei – es würde wirklich reichen, wenn diese in der Apotheke auf Wunsch ausgedruckt würden, bei Dauermedikamenten weiß man dann ja wirklich Bescheid.

    LG Annette

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    1. Na, wenn deine Mutter trockenen Husten, vor allem abends erwähnt hätte bei uns in der Apotheke – da wären wir schnell draufgekommen. Das ist eine richtig typische Nebenwirkung von ACE Hemmern, hatte ich bei uns tatsächlich auch schon mehrere Fälle, wo wir den Arzt drauf aufmerksam gemacht haben, dass man da den Blutdrucksenker wechseln muss.
      Aber es stimmt: da steht manches wichtiges drin … und so viel, was da anders geschrieben werden sollte oder gar nicht.

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  5. Lustigerweise geben viele Patientinnen ihre Pille auch nicht an, wenn man sie nach Medikamenten fragt. Und da sprech ich aus Erfahrung (uns so ziemlich jeder Assistenzarzt, der schon mal auf ner Notfaufnahme gearbeitet hat, wird mir da zustimmen).

    Und nicht jeder Arzt kennt sich in Pharmakologie derart aus, dass er alle Nebenwirkungen rückwärts auswendig weiss. Deshalb gibt es (zum Glück!) das 4 Augen Prinzip und Apotheker, die darauf spezialisiert sind.

    Bei Medikamenten, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen, scheiden sich leider die Geister. Es gibt ganze Bücher darüber, welche Medis genommen werden dürfen, welche nicht und sehr viele, wo man es nicht sicher sagen kann, aus Erfahrung aber keine Probleme gesehen hat. Trotzdem steht in den Packungsbeilagen, dass das Medikament nicht eingenommen werden darf, weil sich die Pharmafirmen da auf dünnem Eis bewegen. Unbedenklichkeit dürfte eigendlich nur bei expliziten Studien an Schwangeren aufgelistet sein. Drum diese Absicherung, damit ihnen nichts anzulasten ist, falls doch im Zusammenhang etwas geschehen würde. (Seit den Contergan-Skandalen ist man da noch sehr viel mehr drauf bedacht).
    Dass weder Arzt noch Apotheker nach Schwangerschaft gefragt haben soll, ist aber nicht in Ordnung.

    Dass ACE-Hemmer Husten machen kann, sollte eigendlich jedem Medizin-Studenten im 6. SJ bekannt sein, doch leider schlafen da wohl doch so einige Kommilitonen lieber aus. 1:0 für den aufmerksamen Patienten :)

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    1. Und mir hat mein Arzt sicher dreimal lang und breit erklärt, dass das Eltroxin, das er mir verschreibt kein Medikament sei. Also ich hab ja schon verstanden was er meinte, aber ohne etwas Hintergrundwissen würde ich wohl die Frage ob ich Medikamente nehme mit nein beantworten.

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  6. Ich lese Beipackzettel so, wie sie gemeint sind: als Info über Möglichkeiten, aber nicht als Vorhersage. Seit heute nehme ich Euthyrox, hatte ich noch nie, Schilddrüsen-Unterfunktion ist für mich eine neue Erfahrung (Ich habe Morbus Basedow und im September eine Radiojodtherapie hinter mich gebracht). Mein Fazit der gestrigen Lektüre des Beipackzettels: ich werde mich wie bisher beim Konsum von Sojaprodukten eher zurückhalten. Daher ist er nicht unnütz.
    Aber es war irgendwie schon lustig, gestern Nachmittag als Probandin bei einer Studie im Unispital. Medizinstudentin „Sie lesen wohl viel? Was lesen Sie denn so?“ Ich „Ach, vor allem Foren und Blogs. Eine Chemikerin, eine Apothekerin, einen Kinderarzt, in den Foren streite ich mich momentan zu den Themen Diabetes und Impfungen herum … hmmm, ziemlich medizinlastig, merke ich gerade g

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    1. Euthyrox: ganz wichtig wegen dem Abstand zum Essen, Milchprodukten und manchen Nahrungsergänzungsmitteln … aber das weisst Du ja jetzt alles auch :-)

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  7. Ohja, durfte letztens mit meinem Vater einen Beipackzettel durchgehen, weil man den als mündiger Patirnt ja gelesen haben muss… (DAS kann ich davon bekommen?! – überleg was du sicher bekommst wenn du es NICHT nimmst – hmm. Ja achso.)

    Davor aber noch diskutiert warum es nicht das ist was der Arzt aufgeschrieben hat, auf Nachfrage habe die Apotheke nämlich nur gesagt „Ist egal, nehmen Sie das!“ (Da hätte ich mir, auch wenn mans Leid ist, doch gewünscht dass man zumindest Generika erklärt bekommt… Hab ich dann dank pharmamas Blog übernommen :) und siehe da: Verunsicherung war weg.)

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  8. Ach ja, die Nebenwirkungen….heute wollte eine Mutter ihrem Drei Monats Koliken Kind kein Lefax geben, weil das ja sooooo schlimme Nebenwirkungen hat….Kopf – Tischkante.
    Dann halt eben nur Windsalbe oder Carum Carvi Zäpfchen, das ist sicher VIEL besser…

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  9. Ich darfs ja fast nicht sagen…aber ich lese packungsbeilagen aus interesse (meistens nicht bei beginn der Einnahmen sondern irgendwann wenns mir in die hände fällt). Und… ähm… ich nehme 27 Medikamente pro tag in teilweise hohen Dosierungen und hatte die letzten 20 jahre keine Nebenwirkungen. ..!!!! So wirklich keine…selbst dieser unabhängige Medikamentenüberprüfungsstelle irgendeiner Universität für pat gratis hat zugegeben keine Ahnung mehr welche Wechselwirkungen es bei mir geben könnte oder tut…Hab aber -gefühlt- keine. …
    Krass ne? Selbst akut gespritztes fentanyl vom notarzt in atemdepressiver wirkung steck ich einfach so weg….
    Dafür nimmt mein herzkranker Hund alle NWs mit dies gibt…

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  10. Mein schönstes Erlebnis dazu: Arilin. Verschrieben von der Frauenärztin wegen dem PAP-Abstrich. Zu Hause im Beipackzettel gelesen (ungefähr): „Bei neurologischen Erkrankungen nur nach sorgfältiger Abwägung durch den behandelnden Arzt“. Da ich MS habe: Frauenärztin angerufen. Und von ihr zu hören bekommen (ziemlich wortwörtlich!!!): „Das gilt nur für die orale Einnahme, bei Zäpfchen ist das anders“. Nach der Einnahme hatte ich zwei Wochen „Spaß“ mit neuropathischen Schmerzen. Was den Rest angeht: ich vertrage Tecfidera gut sogar auf nüchternen Magen, kann Baclofen wie Bonbons schlucken (auch 100 mg die laut Beipackzettel nur unter klinischen Bedingungen genommen werden dürfen haben kaum Wirkung), bei Fampyra und Plegridy habe ich alles mitgenommen, was geht an Nebenwirkungen.
    Aber: vor ein paar Jahren bin ich monatelang dauerkrank rumgelaufen, bis mir mal ein Lymphknoten endlich entnommen wurde. Nur um festzustellen in der Pathologie, was ich auch im Beipackzettel hätte lesen können: Copaxone kann Lymphadenitis verursachen.

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  11. ach, diese Beipackzettel ..
    Bimed hat mit Recht bemerkt, dass dieses Papier eher einen juristischen als einen medizinischen Hintergrund hat. Da wäre es mal interessant, zu prüfen, ob man einem medizinischen Laien (= Patienten) zumuten kann, ein solches Papier zu verstehen.
    Nur mal so nebenbei bemerkt.

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    1. Ja, kann man, zumindest die Infos über die Wechselwirkungen (egal ob mit anderen Medikamenten oder mit Lebensmitteln, s. mein Euthyrox + Milchprodukte oder Soja) sind echt wichtig. Und auch die Einschränkungen bezüglich anderer Erkrankungen.

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  12. Also ich hab da letztens auch den Beipackzettel eines erstmals verordneten Medikaments gelesen, dass ich nun erstmal die nächsten Monate nehmen soll.
    Damit bin ich dann auch zur PTA meines Vertrauens und sagte „Ich hab die Packungsbeilage gelesen…“ – da kam direkt ein Stöhnen. xD

    Schlimmer noch: Ich fragte PTAmV privat, während sie nicht in der Apotheke stand. Selbst schuld, wenn sie meine beste Freundin ist. höhö

    (Es ging dann nebenbei nur um die Frage bzgl. Essen – lt. Waschzettel soll sie nach dem Essen eingenommen werden, lt. Arzt soll ich eine um 15Uhr nehmen… da ist meilenweit nix mit Mampf (für Mittag viel zu spät und für Abendbrot viel zu früh und Kaffeeklatsch mach ich nicht)… aber ich MUSSTE es einfach sagen… ICH MUSSTE! böses lachen des Teufel aus Legende inc ( ) )

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  13. Da bin ich doch etwas erschüttert, dass selbst Angehörige der Heilberufe der Auffassung sind, die Produktinformationstexte seien Dokumente mit wenig medizinischen Inhalten, und dienten hauptsächlich der Pharmaindustrie als juristische Absicherung vor Rechtsstreitigkeiten, damit sie im Fall von unerwünschten Wirkungen nicht haften müsste. Dabei ist das Gegenteil der Fall, denn diese Informationstexte und ihre Inhalte sind durch die Arzneimittelgesetze vorgeschrieben. Arzneimittelgesetze hingegen dienen eigentlich dem Verbraucherschutz! Sie sollen den Patienten schützen, nicht die Pharmaindustrie. Es ist völlig irrig zu glauben, Firmen könnten in die Informationstexe an Nebenwirkungen hinein schreiben, was sie wollten, um sich quasi vor allem zu schützen was sie meinen; nein, Nebenwirkungen, die (noch) nicht beobachtet wurden, kommen nicht hinein, das würde die Zulassungsbehörde gar nicht genehmigen. Auch kann eine Firma beispielsweise nicht einfach schreiben, dass man ein Arzneimittel in der Schwangerschaft nicht nehmen dürfe, wenn das nicht medizinisch begründbar ist, sondern, wie es hier geschrieben wurde, damit, dass man sich rechtlich nicht „auf dünnem Eis bewegen“ möchte. Wenn schädliche Wirkungen in der SS tatsächlich bekannt sind, ist eine Anwendung natürlich kontraindiziert. Ansonsten sind Standardsätze vorgeschrieben wie halt, dass es keine Erfahrungen gibt und die Anwendung daher nicht empfohlen wird. Umgekehrt dürfen natürlich tatsächlich beobachtete Nebenwirkungen nicht verschwiegen werden. Alles(!), was in die Produktinformationtexte hinein zu schreiben ist, ist gesetzlich ganz genau vorgeschrieben, in weiten Teilen sogar im genauen Wortlaut, da haben Firmen gar keinen Handlungsspielraum!
    In der für die Heilberufler gedachten Fachinformation zumindest dient eine umfassende Information ja auch der Nutzen-Risiko-Abwägung in besonderen, individuellen Fällen – wie soll ein Arzt denn sonst wissen , wonach er seine Therapieempfehlung ausrichten soll?
    Ob die an Patienten gerichteten Beipackzettel bezüglich der Angabe von Nebenwirkungen ebenso umfangreich wie die Fachinformationen sein müssen, kann man vor dem Hintergrund einer eventuell schlechten Compliance gerechtfertigterweise hinterfragen. Es laufen ja auch Vorhaben, Patienteninformationen einfacher zu gestalten. Aber im Moment ist die Kennzeichnung so wie sie ist, noch Gesetz; solange das nicht geändert ist, sind Apotheker umso mehr gehalten, hier beratend und aufklärend einzuwirken.

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  14. Ich lese immer die Packungsbeilage, wenn ich ein Medikament nehme – damit ich einen groben Überblick habe, was für Nebenwirkungen (häufiger) auftreten und ich sie in Zusammenhang mit dem Medikament bringen kann.
    Mir ist das schon wichtig zu wissen, denn wenn ich es nicht vorher lese, denke ich beim eventuellen Auftreten von Problemen nachher nicht dran, dass es evtl. vom Medikament kommen könnte – gerade, wenn es eine Nebenwirkung ist, die nicht sehr naheliegend ist.

    Solange man die Häufigkeit der Nebenwirkungen mit liest und sich nicht verrückt macht, ist das für mich auch der sinnvollste Umgang mit den Nebenwirkungslisten …

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  15. Meine Oma liest Packungsbeilagen und nimmt gerne Medikamente, die andere auch nehmen……

    Mein Hit:

    Sie sieht bei mir Novalgin Tabletten liegen. Sagt „Oh, diese Tabletten habe ich noch nie gesehen, wogegen sind die?“ Ich antworte: „Die sind gegen starke Schmerzen“

    Der Knaller 3 Tage später, Oma:“ Kind, ich habe beim Arzt angerufen und mir die Tabletten verschreiben lassen, und in der Packungsbeilagen steht, dass sie gegen Tumorschmerzen sind. Holst Du sie bitte ab und nimmst sie selbst, sonst bekomme ich noch einen Tumor, und das möchte ich nicht.“

    Danke, Oma, und ja, Dein Arzt war NICHT begeistert dass die doofe Helferin ihm ein Rezept untergeschoben hat für etwas, das Dir noch nie verschrieben wurde.

    Und ja, ich habe nicht mehr den gleichen Hausarzt wie Oma (die Helferinnen da waren die eigentlichen Götter in Weiß). Und ebenfalls ja, bei jedem Arztbesuch von Oma geht mittlerweile Papa mit und schüttet JEDES Mal alle Pillen auf den Tisch, zur Überprüfung was nötig ist. Der Arzt mag das nicht, aber die unbegrenzte Verschreibung stärkster Schlaftabletten ohne einen einzigen Arztbesuch schwebt noch immer wie ein Schwert über seinem Kopf (noch eine solche Nummer, und er bekommt richtige Probleme).

    Meine eigene Erfahrung mit Packungsbeilagen:
    Ich lese die Einnahmeanweisung und die Wechselwirkungen. Die Nebenwirkungen lese ich nach mehreren Tagen der Einnahme (wenn es mir bis dahin gut geht, bei komischen Symptomen eher). Hintergrund dafür ist, dass ich nach einem Antibiotikum alle paar Tage mit irgendwas zum Arzt bin weil ich alle Nebenwirkungen einmal durchgetestet habe, mit mehreren Tagen Zeitversatz (von Mandelentzündung zu Darmbluten ist da die Kurzfassung….). Da das Antibiotikum seinerzeit von der Notfallambulanz verschrieben wurde, und die ersten Nebenwirkungen einige Tage nach Ende der Einnahme auftraten, sah mein Arzt so schnell den Zusammenhang nicht.

    Da ich gegen Salicylsäure allergisch bin, und das mehrfach von Ärzten ignoriert wurde, bin ich vorsichtig geworden und habe eine Stammapotheke, die mit darauf achtet. Sollte mir wirklich etwas in der Packungsbeilagen komisch vorkommen sind sowohl Frauenärztin als auch Hausarzt jederzeit für Rückfragen erreichbar (und ich frage generell nach, bevor ich grundlos hysterisch werde).

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