Preisdiskussionen (mal wieder)

Der erste Kunde kauft ein Schmerzmittel.

 

Bimed: „Die sind 5 Franken 90.“

Kunde: „5 Franken 90?!? Das letzte Mal war das noch 5.70! Ich schwöre, alle Preise steigen hier. Ständig!“

Ja, das war mal 5.70 – vor etwa 3 Jahren. Schön, dass sie das nicht so häufig brauchen. Und: es gäbe noch Generika (will er nicht).

 

Der nächste Kunde kauft 2 Produkte. Schmerzmittel und Nasenspray, beides Generika.

Bimed: „Das macht 12 Franken 30.“

Kunde 2: „Oh, so günstig? Erstaunlich!“

Zumindest das Preisempfinden kann sehr relativ sein …

19 Antworten auf „Preisdiskussionen (mal wieder)

  1. Kunde 1 hat aber ein gutes Gedächtnis, wenn er sich nach 3 Jahren noch korrekt an den Preis erinnert, hätte ich auch gern. :-) Die Preissteigerung von 0,20 Franken ist ja moderat.
    Das persönliche Preisempfinden hängt wahrscheinlich von vielen Faktoren ab. Neben harten Faktoren wie Einkommen, in Medikamente – möglicherweise gezwungenermassen . investiertes Geld sicherlich auch die Einstellung, wieviel einem Gesundheit wert ist. Wäre mal interessant zu wissen, wie das Einkaufsverhalten des Kunden sonst so ist.

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    1. Wenn jemand gerade knapp bei Kasse ist (z.B. gerade eine grössere Reparatur abstottern), ist er auch ziemlich empfindlich auf winzige Preisaufschläge. Und versucht den Frust loszuwerden…

      5.90 ist der Preis, den ich als Nichtgutverdiener in einem besseren Café für meine lebensrettende Einmaldosis bezahle.

      Dann sollte ich mich darüber beklagen, wenn ich alle zwei Monate 5.90 für ein Medikament bezahlen müsste?

      Emotionen können den Verstand trüben. Vielleicht wars bei diesem Kunden so.

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      1. Ich muss zugeben, ich ‚ärgere‘ mich auch über die Preise. Liegt aber auch daran, dass ich relativ viel Geld (für Studentenverhältnisse ;-) ) in der Apotheke lassen muss.

        Ich meine, Schmerzmittel sind die eine Sache, die britischen Preise verstehe ich nicht so recht. Aber ich brauche halt alle 3 Monate Insulin etc, da Diabetes Typ 1. Und jedes Mal muss ich zuzahlen. Und ich muss zugeben, da ärgere ich mich schon. Es ist zwar nicht viel (besonders nicht, wenn ich denn mal arbeiten werde), aber trotzdem…

        Kurze Rechnung: ich hab Diabetes seit ich 18 bin, und definitiv bis zum Ende meines Lebens. Also grob gesagt 60-70 Jahre. Alle 3 Monate hab ich neue Rezepte, d.h. insgesamt etwa 250 mal zuzahlen. Und ich lasse jedesmal bestimmt 30€ da – nur für Diabetes. Und das ist schon jede Menge Geld.

        Und ich bezweifele nicht, dass ich auch in der Apotheke mal darüber gegrummelt habe.

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        1. Sowas kommt auch auf mich zu.

          Seit ein paar Jahren bezahlt die IV viel weniger an Hörgeräte…

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        2. Ja, gute dreißig Cent am Tag sind schon hart. Das ist wirklich Wucher für ein so wichtiges Medikament. Oh warte, ich zahle jeden Tag fast vier Euro für meine tägliche Dosis Giftcocktail, die mir ein Leben ermöglicht, das den Namen verdient. Das sind 120 Flocken pro Monat, mehr als mein Budget für Essen. Ich arbeite meine komplette vorlesungsfreie Zeit am Fließband um mir meine Medikamente leisten zu können. Aber da kann die Apotheke als POS nichts dafür. Ich bezweifle, dass die daran mehr verdienen, als an ner Packung Aspirin… Ich käme im Leben nicht auf den Gedanken meinen Frust darüber am Verkäufer auszulassen.

          Und ich halte jetzt nicht soooo viel von meiner Apotheke, die ich nur aus räumlichen Gründen gewählt habe. Soviel Zeit bleibt nämlich nicht, dank Nebenjobs. Miete und Co hab ich ja trotzdem…

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        3. @nutella: ich versteh‘ ja deinen Frust (v.a. als „armer“ Student), aber … vielleicht relativiert das die Sache ein wenig: weisst Du eigentlich, wieviel die Krankenkasse an den Kosten für’s Insulin übernimmt? Ich weiss nicht, was du für Insulin brauchst, aber so ein Lantus kostet über 100 Franken hier …

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          1. Ich habs gerade mal über eine Onlineapotheke durchgerechnet – meine knappen 30€ Zuzahlung entsprechen 387€ als OVP. Mir ist klar, dass die Krankenkasse viel übernimmt, war es mir vorher.
            Auch bei Typ I gibt es ja familiäre Häufungen. Und wenn ich mir vorstelle dass jemand gerade genug verdient, um nicht mehr zuzahlungsbefreit zu sein…

            Trotzdem sehe ich die Zuzahlungen bei chronischen Erkrankungen kritisch. Klar, die Krankenkassen übernehmen viel. Und die Tendenz ist wahrscheinlich noch steigend – es gibt ja wohl ein Medikament in der Testphase gegen eine bestimmte Form der Mukoviszidose, welches monatlich um die 10,000€ kostet. Nochmal eine andere Größenordnung.

            Aber ich lasse nicht meinen Frust in der Apotheke aus, wie mir von „dfjjcxs“ unterstellt wird. Trotzdem – in meinem Leben werde ich wohl insgesamt mehrere Tausend Euro zuzahlen, und als Mathematiker jongliere ich gerne mit Zahlen. Und da gestehe ich mir auch zu, mal zu sagen dass das für mich viel Geld ist. Ist ja kein Vorwurf!
            Zu Zeiten, als ich noch zu Hause wohnte, war das ganze noch geballter dank familiärer Häufung. Und meine Eltern verdienen nicht so gut, dass man die guten 100€ weniger dann nicht merkt.

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          2. @Nutella: Sei froh, dass du eine chronische Erkrankung hast, bei der die Krankenkasse die Behandlung bezahlt und du „nur“ Zuzahlungen machen musst. Es gibt bereits chronische Erkrankungen bei denen die Krankenkasse die Medikamente nicht mehr bezahlen muss, weil sich das nicht rechnet. Heisst: Die ÜBERLEBENSWICHTIGEN Medikamente werden NICHT von der Krankenkasse übernommen, weil der Preis der Behandlung den „Wert“ des Bürgers übersteigt! :-( Das finde ich heftig!

            Grundsätzlich schätzen wir unser tolles Sozial-System viel zu wenig! JEDER Bürger hat die Chance, sich krankenversichern zu lassen – die Kassen müssen einen versichern, auch wenn man eine chronische Krankheit hat. (Im Gegensatz zu den USA zum Beispiel)
            In vielen Ländern gibt es nicht einmal eine Krankenversicherung. Wer krank ist muss gleich alles bar bezahlen und wer es nicht kann, der wird schlicht nicht behandelt!
            Ich verstehe, dass es ärgerlich ist, wenn man immer etwas zuzahlen muss, aber die Krankenversicherung ist eine Versicherung – und auch die müssen Geld verdienen und Kosten einsparen… Und davon profitieren alle – dank „günstigeren“ Prämien (also nicht noch höheren Prämien)

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          3. @nicoretta: So etwas gibt es? War mir bislang nicht bewusst… Mag ich auch gar nicht dran denken, dass ist echt nicht schön. Um was geht es denn da? Würde da gerne noch weiter nachlesen – ich meine, wenn es Versicherungen gibt, welche für Homöopathie zahlen, sollte doch so etwas viel eher gedeckt werden…

            Klar, unser System ist super. Und dass in den USA keinerlei Gesundheitsreformen durchkommen ist traurig.
            Klar, durch die obligatorische Krankenversicherung ist eine Grundsicherung gegeben. Zum Glück. Aber alles andere kann man als chronisch Kranker vergessen – ich bin froh um alle Versicherungen, die meine Eltern für mich als Kind abgeschlossen haben. Rauswerfen können sie mich nicht, reinkommen würde ich niemals.

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          4. @Nutella, als Tipp: Wie gedankenknick weiter unten schon schreibt, musst Du in D als chronisch kranke Person nur 1% Deines Bruttojahresverdienst an Zuzahlung/Arztkosten/Hilfsmittelkosten selbst zahlen.
            Du schreibst weiter, dass Du Student bist. Da dürfte Dein Einkommen nicht großartig das überschreiten, was Du an Bafög bekommst und was Dir Deine Eltern noch dazugeben.

            Nehmen wir mal an, dass Dir als Student grob 500 Euro monatlich zur Verfügung stehen. Ab jährlichen Zuzahlungen in der Höhe von 60 Euro (1% von 6000 Euro) kannst Du Dich dann von der Zuzahlung befreien lassen, bzw. die Zuzahlung nachträglich zurückfordern.

            Falls Du Deine Quittungen nicht mehr hast, frag in Deiner Apotheke mal nach, ob die Dir nachträglich welche erstellen. Du musst aber leider in jeder Apotheke nachfragen, in der Du Rezepte bezogen hast: Apotheke B weiß nicht, was Du in Apotheke A bezogen hast.
            Ich erinnere mich, dass es zu meiner Apothekenzeit da immer eine CD vom Rechenzentrum gab, mir der eine Apotheke auch nachträglich die in dieser Apotheke abgegebenen Rezepte wieder sichtbar machen konnte. Denk bitte auch an die Belege für die (mittlerweile abgeschaffte) Praxisgebühr beim Arzt, falls Du Gelder für die vergangenenen Jahre zurückfordern möchtest.

            Ich denke, Du bekommst da als Student wieder einiges an Geld von Deiner Kasse zurück.

            Übrigens: Bafög musst Du natürlich auf dem Formular angeben. Ob Du auf dem Formular der Krankenkasse aber das „Einkommen“ angibst, welches Dir Deine Eltern monatlich „als Geschenk“ zustecken, überlasse ich Deiner Ehrlichkeit.

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        4. In Deutschland ist das mit de Zuzahlung so geregelt, dass man als chronisch erkrankter Mensch (= eine Erkrankung, mit der man wenigstens 1x pro Quartal zum Arzt muss, damit das Leben nicht schlechter wird) genau 1% seinen Jahres-BRUTTO-Einkommens an Zuzahlung leisten muss. Alles darüber hinaus kann man sich von der Krankenkasse rückerstatten lassen (meines Wissens nach bis zu 4 Jahre rückwirkend, wenn man alle Belege und Quittungen noch hat). Es gilt immer das Kalenderjahr als Abrechnungszeitraum. Hier rein zählen alle ZUZAHLUNGEN im Gesundheitswesen (Arzneimittel, Hilfsmittel, Krankenhausaufenthalt usw.) Nicht gewertet werden BEZAHLUNGEN (z.B. Festbeträge auf Arzneimittel, IGEL-Leistungen, selbst gekaufte Arznei- und Hilfsmittel usw.)

          Zahlenspiel: 30€ Zuzahlung im Quartal = 120€ Zuzahlung im Jahr = 12.000€ Jahresbrutto-Einkommen = 1.000€ Monatsbrutto-Einkommen. Wenn man da drunter liegt, lohnt es sich, die gesammelten Quittungen bei der (deutschen) Krankenkasse einzureichen…

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          1. Keine Ahnung, warum jetzt die Textgröße variiert. Isch nix schuld, isch schwör´!

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          2. Hihi! Aber du hast den Blog puttjemacht!

            Wenn ich mich richtig erinnere, muss man in der Schweiz maximal 7000 Franken/Jahr an Krankheitskosten selbst übernehmen. Ob da die Versicherungsprämien eingeschlossen sind oder nicht, weiss ich aber gerade nicht.

            Verlasst euch aber nicht auf diese Angaben.

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          3. Irgendwie ist da ein Titel-Tag reingerutscht? Ich hab‘ jetzt mal ein Zitat daraus gemacht, ich hoffe, das ist okay.
            (Wollte noch sagen: Du brauchst nicht zu schreien, wir verstehen das gut).

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    2. Vermutlich stand der Preis auf der alten Schachtel, die er genau angeschaut hat um eine neue zu kaufen.

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  2. Kann man sich in der Schweiz eigentlich auch befreien lassen wegen der Zusatzkosten?

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    1. Bei sämtlichen Gesundheitskosten (Arzt, Krankenhaus, Medikamente) bezahlt der Versicherte 100%, bis seine Franchise erreicht ist. Die kann man wählen, von 500 bis 2500 Franken.

      Wird man selten krank, wählt man eine höhere, und profitiert von tieferen monatlichen Prämien.

      Jetzt zu den Zusatzkosten: Sobald die Franchise erreicht ist, bezahlt man 10% der Gesundheitskosten bis zu einem jährlichen Maximalbetrag von 700 Franken. Eine Befreiung gibt es meines Wissens nicht, aber eine einkommensabhängige Verbilligung der Krankenkassenprämie (wovon etwa 10-20% aller Einwohner profitieren).

      Sonst… keine Ahnung…

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