Von Banken und Bussen

Der Termin mit dem Bankangestellten ist vorüber. Danke an alle für’s Daumendrücken.

Wie ist es gelaufen? Okay, würde ich sagen. Einfach war es nicht. Fast abgestellt hat es mir, als er mir vorgerechnet hat, dass ich, um mir das leisten zu können im Jahr etwa 135’000 Franken verdienen müsste. (!!)

Das mache ich nicht. Das mache ich nicht mal, wenn wir das Einkommen meines (selbständigen) Mannes dazuzählen. (Das mal an diejenigen, die denken, als Apotheker verdient man ja sooo gut). Also ging es zum nächsten Schritt: Sicherheiten und Ersparnisse. Mit dem war es dann genug, so dass wir gute Chancen haben, dass auch der Chef der Bank – der das noch absegnen muss – zusagt.

Interessant fand ich dann noch die zwei Blätter, die ich unterschreiben musste betreffend FATCA. Nein, ich bin weder amerikanischer Bürger, besitze keinen amerikanischen Pass, auch keine Greencard, habe in den letzten 2 Jahren nicht mehr als 100 Tage in den USA verbracht …  der Banker war direkt erleichtert, dass das alles nicht der Fall war – denn ansonsten wäre das mit der Hypothek auch flach gefallen.

Worum geht das? Mit dem FATCA („Foreign Account Tax Compliance Act“) verpflichten die USA ausländische Banken dazu, Konten von US-Kunden ihren Steuerbehörden zu melden. Denn die sollen in den USA Steuern zahlen.

Das ist noch gemein, denn manche hier wissen offenbar gar nicht, dass sie „US-Kunden“ sind. Zum Beispiel manch Angestellter einer amerikanischen Firma – so wie Johnson &Johnson. Die haben einen amerikanischen Arbeitsvertrag und bekommen Aktien der Firma … und damit werden sie auch in Amerika steuerpflichtig(!) Und wenn sie das nicht zahlen bekommt die Bank bei der sie sind auch Probleme – und das versuchen die (vor allem nach den hohen Strafen in den letzten Jahren) zu vermeiden. Darum dürften diese Kunden auch jetzt ziemlich Probleme haben eine Hypothek zu bekommen …

Wow.

16 Antworten auf „Von Banken und Bussen

  1. Hachja, genau wegen der besagten Verträge habe Ich NICHT bei der besagten Firma angefangen. Obwohl die nach Chemietarif(also sehr gut) bezahlen und auch sonst sehr viel geboten haben. Aber das mit den Aktien fand Ich zu strange. Jetzt weiß Ich warum…

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    1. Instinktiv und vorsichtig gehandelt. Ich fand’s wahnsinnig – vor allem wenn man dann noch herausfinden muss, wie das mit den Steuern in den USA funktioniert. Ich kann mir gar nicht ausdenken, was *das* noch alles an Papierkram nach sich ziehen dürfte.

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      1. Ich glaube, dass DAS an einem Standort mit mehreren hundert anderen, hauptsächlich einheimischen Kollegen nicht so das allergrößte Problem geworden wäre :D

        Aber mir sind Aktienmärkte grundsätzlich suspekt. Dann seh Ich lieber die Kohle und kauf mir selber Aktien, wenn Ich das möchte…

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  2. weiterhin toitoitoi für euch! und das mit us-kunde sein weil man bei einer amerikanischen firma arbeitet – ugh!!

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  3. Hallo Bimed
    Gerade beim Selbständigen Einkommen benehmen sich die Banken immer sehr dämlich, dabei gibt es unsere Firma seit mehr als 10 Jahren, die Bank hatte immer unser Geschäftskonto unter sich und sah dass es gut lief..
    Aber da wir brav 20 Jahre lang zusätzlich zur PK unseren Sparen 3 Höchstbetrag eingezahlt haben, können uns die Banken bei der nächsten Verhandlung am …lecken, doofe Forderungen und ich hinterlege den ganzen Wert der Hypothek mit diesen Sparen 3 Geldern und sonstigem Erspartem.
    Auch bei dir finde ich das Verhalten der Bank dämlich, denn dein Einkommen ist zwar unter den 135000 aber dafür sehr sicher.Jeder Hochfliegende Festangestellte Banker mit Super Bonus kann schon morgen auf der Strasse stehen und nie mehr einen Job finden!

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  4. Was, ihr lebt in der Schweiz und sollt für die Amis Nachweise erbringen? Da kann man ja nur mit dem Kopf schütteln.

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    1. Das ist auch hier in Deutschland so, dass die Banken das überprüfen müssen. Wir mussten selbst vor ein paar Monaten extra deshalb zur Bank.
      Im Moment müsste es doch super Zinsen geben… nur für uns lohnt sich umschulden nicht, weil wir in 2 Jahren „durch“ sind, Gott sei Dank. 20 Jahre sind auch genug…

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  5. Oh, endlich mal ein ss-Problemchen in freier Wildbahn.
    Ich such immer noch den Bus in der Story :)

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    1. In der Schweiz gibt es kein scharfes S. Da werden Massen von Süssigkeiten in Massen genossen *g*.

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    2. Ich such und such … aber auf meiner Tastatur existiert das seltsame „B“ nicht mal. Wieso wohl? Oh, warte – Schweizer Tastatur. Nein, wir lernen das auch mit ss und nicht mit „B“ :-P

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      1. Dochdoch, das paBt schon so :)
        Das sollte kein Anwurf/Vorwurf sein. Das wollt ich echt nur auf mich selber beziehen: Ich hab wirklich spontan gedacht, es kommt noch was mit 1 Bus oder mehreren …
        Die konstruierten Minimalfälle sind ja meist nur albern, wie bei der Silbentrennung auch (Urin-stinkt).

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        1. ( ist wirklich das internationale , z.B. in Gebrauchsanweisungen aus Fernost und -west)

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        2. Also: „B“ ist wirklich das internationale „ß“, z.B. in Gebrauchsanweisungen aus Fernost und -west.
          (Tut mir leid, ich vergess ab und zu, wozu spitze Klammern noch gut sind, bitte ruhig löschen.)

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      2. Die ‚gute alte‘ deutsch-österreichische Rechtschreibung bis 1996 macht mir da mehr Probleme, lesend wie schreibend: „bewußt“ reimt sich von heute aus gesehen fast auf „beduselt“ ;)

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  6. Ich habe am Freitag eine Versicherung abgeschlossen (falls ich den schriftlichen Gesundheitscheck bestehe) und musste dafür auch ankreuzen, dass ich kein US-Bürger bin und auch keine Greencard besitze etc… Ich finde die Amis nehmen sich da ein bisschen wichtig: Stellt euch mal vor, dass ich ein Formular ausfüllen muss, in dem ich zu jedem Land der Welt erklären muss, ob und wie ich dort Steuern zahlen muss..!! O.o

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