Kein Problem

Kundin in der Apotheke:

"Bitte geben sie mir ein Schmerzmittel ohne Penicillin drin, Da bin ich hochgradig allergisch drauf !"

Das könnte ich nicht mal, wenn ich wollte … Penicillin ist ein Antibiotikum und hat eine spezielle Struktur. Kreuzallergien gibt es nur mit Sachen mit ähnlicher Struktur – also andere Antibiotika wie zum Beispiel Cephalosporin oder Amoxicillin. Theoretisch noch gegen einige (Schimmel-)Pilze. Aber: keine andere Medikamente und also auch keine Schmerzmittel.

Kein Problem.

15 Antworten auf „Kein Problem

  1. Hmm, bei der Aussage hätte ich eher ein fundamentales Falschverständnis bei der Kundin vermutet, schliesslich gibt es keine Schmerzmittel mit Penicillin.
    Vielleicht meinte sie Paracetamol oder sie hat mal Schmerzmittel und Penicillin parallel bekommen. Auf jeden Fall Alarmglocke.

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    1. Nein sie meinte wirklich, dass das Mittel auch in anderen Medikamenten enthalten sein könnte. Ich habe ihr (zur Sicherheit) trotzdem etwas anderes als Paracetamol gegeben, weil ich ähnliches vermutete (fängt ja beides mit P an). Aber das war nicht weiter nachzuvollziehen.

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    2. Ehrm, manche Menschen kennen noch nicht mal den Unterschied zwischen einem Schmerzmittel und einem Antibiotikum. Da wird dann bei einer schweren Infektion dreimal täglich das Schmerzmittel genommen und das Antibiotikum „nach Bedarf“. Und wir reden hier nicht von älteren, vielleicht schon etwas senilen Menschen…

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      1. Denke ich auch. Viele Leute (auch nicht alte und eigentlich nicht ungebildete) haben keinen Plan von dem, was sie so einnehmen, die wissen dann auch nicht daß Penicillin ein Antibiotikum ist (bzw. nehmen diese Leute i.d.R. sowieso kein Antibiotikum zu sich sondern „ein Antibiotika“). Vielleicht hatte die Dame mal eine üble allergische Reaktion auf Penicillin und sagt das nun sicherheitshalber bei jedem Medikament dazu was sie kauft. Aber besser zu oft sagen als im entscheidenden Moment eben nicht…
        Und es wäre doch schön, wenn jeder Wunsch so leicht erfüllbar wäre wie der nach einem freiverkäuflichen Schmerzmittel ohne Penicillin :-D

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  2. Patient ( herablassend): geben sie mir einen Hustemittel aber kein ASS da bin ich allergisch drauf.
    Ich: sie meinen ACC. Und sind sie darauf allergisch?
    Pat: nein ASS und da bin ich allergisch drauf, geben Sie mir Amoxicillin .
    Ich ( bereits etwas ungeduldig): sie meinen Ambroxol. Amoxicillin ist ein Antibiotikum und nur gegen Rezept erhältlich.
    Patient ( mit Augenrollen): jaja das hab ich ja gesagt.
    Ich zeige Mucosolvan ( in Deutschland) wo gross und breit hustenlöser drauf Steht( zumindest damals) und er besitzt noch die Frechheit kätzerisch zu fragen: Sind sie sich sicher, dass das ein Hustenmittel ist?

    Urge to kill.

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  3. Ich würde die Frau zum Neurologen weiterleiten.

    Ich glaube, sie hat zu den Bakterien und vielleicht auch zu anderen kleinen Kerlchen Synapsen gebildet…

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    1. Ummm …. vielleicht schicke ich sie zu dir. Es *könnte* ja sein, dass die Bakterien vorher auf Reisen waren.

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  4. Und ich reagier auf so Patienten allergisch. Schön, dass sie das weiß mit ihrer Allergie. Aber allein das „hochallergisch“ sagt mir, dass da zu 99% eine überempfindliche Frau vor mir steht, die vielleicht mal nen Ausschlag bekommen hat, während (nicht mal zwangsläufig weil) sie Penicillin bekommen hat. Und nur zu 1% hatte die wirklich die echte, lebensgefährliche Allergie auf Penicillin. Und so gibt man ihr dann im Fall der Fälle direkt Zweitlinien-Antibiotika, als ob wir nicht schon genug Resistenzen hätten…

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    1. Und genau darum ist es so wichtig gerade bei „Penicillin-Allergie“ eine richtige Anamnese zu machen. Ja. Weil es eben häufig gar keine Allergie war. Oder nicht auf Penicillin oder …

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    2. Übrigens… diese Form der Überimpfindlichkeit, die @Med.stud. hier anspricht, ist m.E. eher psychologisch bzw. psychosomatisch, auch wenn es eine Art (Patienten)Kontakt-Reaktion zu sein scheint. Das schließe ich daraus, dass auch hohe Dosen Corticoide den dicken Hals vom @Med.stud. bei einem solchen fraglichen Patientenkontakt wohl nicht abschwellen lassen werden… *duck&cover*

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  5. Ich haue ja jetzt ungerne dazwischen – oder eben auch nicht – aber man sollte tatsächlich berücksichtigen, dass „Spontan-Allergien“ beim ersten Allergen-Kontakt (bzw. bei der ersten Allergie-Reaktion des Körpers, da diese ja auch erst beim x-und-achzigsten Kontakt mit der Substanz auftreten kann) meist leidlich schwach verlaufen, beim folgenden Allergenkontakt ziemlich heftig, und meist ab dem darauf folgenden Allergen-Kontakt durchaus dramatisch. Es ist das selbe Prinzip wie bei einer „Grundmmunisierung“ (1. Impfung Tag X; 2. Impfung nach 1 Monat; 3. Impfung 6 Monate nach 2. Impfung. Wäre jetzt das Schema für Hep A/B Erwachsene). Daher sollte man bei Verdacht einer Allergischen Reaktion – insbesondere auf ein Antibiotikum – tatsächlich IMMER einen Allergietest machen lassen… und dann auch IMMER den Allergiepass bei sich tragen! [Am besten direkt bei der Versicherungskarte – danach wird auch im Krankenhaus gesucht… ;-) ]

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    1. Danke, @gedankenknick ;-) Als Medikamentenallergiker wird man von vielen Ärzten nämlich leider nicht für voll genommen, wenn man nicht mindestens drei Tage Intensivstation nach Einnahme vorzuweisen hat.
      Bei mir hat es „leider“ nur zweimal bis in die Notaufnahme gereicht, da muss man sich dann noch selbst drum kümmern, daß man tatsächlich das richtige verschrieben bekommt, ist ja auch zuviel verlangt daß der Onkel Doktor wissen soll was ein „nichtsteroidales Antophlogistikum“ ist. Zum Glück habe ich mittlerweile eine tolle Stammapotheke, deren Mitarbeiter sich nicht nur da deutlich besser auskennen als die hiesigen Ärzte sondern dieses Wissen auch zum Wohle ihrer Kunden anwenden, auch wenns für sie mal unbequem wird (= Telefonat mit dem Arzt und das Ausbaden von dessen nicht immer freundlicher Reaktion, nachdem man ihn auf einen Fehler hingewiesen und um dessen Korrektur gebeten hat). Sie haben mir durch ihre Aufmerksamkeit nun schon zweimal nicht nur das intensive Selbststudium der Packungsbeilage und die evtl. „Enttäuschung“ ein für mich nutzloses Medikament in Händen zu halten erspart sondern auch gleich für einen für mich ungefährlichen Ersatz gesorgt..

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