Aus den Medikamentenretouren

Hmmm, nicht sicher woher *die* jetzt kommen. Arztpraxis? andere Apotheke? Pflichtlager?

Das sind über 20 Packungen Tamiflu. Da liegen – wenn man sie noch brauchen könnte – Medikamente im Wert von an die 2000 Franken.

Ablaufdatum alle 2011 – da hat sie jemand noch behalten für den Fall einer Pandemie, denn wurde für den Fall die Haltbarkeit respektive die Anwendbarkeit „verlängert“.

1) Verlängerung der Haltbarkeit von Relenza und Tamiflu (nur Kapseln):
Treten im Epidemie-/Pandemiefall Versorgungsengpässen mit Relenza und Tamiflu Kapseln auf, dürfen diese Präparate während 2 Jahren über das auf der Packung ausgewiesene Verfalldatum hinaus verwendet werden. Dabei ist es wichtig, dass die entsprechenden Lagerbedingungen zuverlässig eingehalten werden.

Kommen tun die aber von vorher – ich schätze mal von der Vogelgrippe- und Schweinegrippe– Panik 2005 und 2009. 2009 eher – vom Verfalldatum her.

Dabei … ist auch das nicht ein Wundermittel und nicht die Antwort auf die Grippe.

Von der schon seit jeher eher „bescheidenen“ Wirkung – ehrlich, dass es die Dauer der Grippe herabsetzt um 1 bis 2 Tage … und neuere Studien sprechen sogar von nur 21 Stunden) ist schon nicht berauschend. Dann muss man es innert der ersten 48 Stunden nach Auftreten der Symptome nehmen – und vorbeugend (in der empfohlenen Dosis) bringt es offenbar gar nichts. Das neuste ist, dass es inzwischen schon vereinzelt Resistenzen dagegen gibt.

Soviel zur Grippe-behandlung. Aber … es gibt ja noch vorbeugend die Grippe-impfung.

Hoffen wir, dass sie es dieses Jahr mit den darin enthaltenen Stämmen etwas besser getroffen haben.

18 Antworten auf „Aus den Medikamentenretouren

  1. Pft. Ich fand den Hype um das Produkt eh lächerlich. Vor allem als dann auf Steuergelder unglaubliche Mengen von dem Zeug gekauft wurden.

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    1. Ja … aber es gilt auch noch heute: wir haben sonst praktisch keine Mittel gegen die richtige Grippe. Da nimmt man dann auch etwas, das nur ein bisschen wirkt und denkt: „Besser als nix“.

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    2. Was die „bescheidene Wirkung“ angeht: Aus forschender Sicht ist Tamiflu schon ein gutes Produkt. Es gibt seit etwa 15 Jahren eine medikamentöse Therapie gegen die echte Grippe. Wenn man bedenkt, dass die echte Grippe tödlich enden kann, hat das Medikament sicher schon Leben gerettet.
      Durch weitere Forschung ist es wahrscheinlich auch möglich, die Wirkung von Tamiflu und Co. zu verbessern. Warten wir es ab…

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  2. Ist ein 1CHF jetzt tatsächlich 2,70€ wert? Wow, die Kurse… Vielleicht sollte ich bei meiner nächsten Schweizreise Tamiflu als Währung mitnehmen, denn 20 „Tamiflu 75mg 10Kapseln“ kosten z.Z. in D ca. 750€. Ein Internetrecher sagt eigentlich, dass 1€ = 1,23CHF umgetauscht wird. Andererseits – so viel zum Thema „Deutschland hat die höchsten europäischen Medikamentenpreise“… :-D

    Dass Medikamente dann so enden ist natürlich traurig genug. Erinnert mich schwer an den H1N1-Impfstoff „Pandemrix“, der zum Schluss millionenfach in Hochtemperatur-Verbrennungsanlagen gelandet ist. Wobei man andererseits sagen muss, dass zum Glück die Letalität des H1N1-Virus überschätzt wurde. Wäre diese auf dem geschätzten Nievau gewesen (oder auch darüber), hätte die Menschheit eventuell eine neue 1918-1920-Grippepandemie erlebt…

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    1. Ja, okay – ich habe den VP von 2009 genommen – da waren es bei uns noch 87 Franken pro Packung. Heute ist es auch weniger.

      und dass die Pandemie dort nicht gekommen ist, war auch unser Glück – da konnten alle schon mal ein bisschen üben … und sehen, wo es noch überall happert. An einigen Stellen noch, würde ich sagen.

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      1. Also ich habe nochmal in meine „Preishistorie“ geschaut. Vor dem 01.01.2011 habt die 10-Packung in D 37,25€ gekostet. Vorher sind keine Preisänderungen (mehr) vermerkt – was ich durchaus erstaunlich (und ärgerlich) finde. AUch bei anderen Arzneimitteln endet die Nachvollziehbarkeit der Preise derzeit mit ca. 01.01.2010. Finde ich jetzt zwar blöd, kann ich aber derzeit leider nicht ändern…

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    2. @knick: Besser man hat die Wirkung des H1N1-Virus überschätzt als andersrum. Es ist eigentlich gut, dass man das Zeugs letztendlich vernichten konnte und die Pandemie (die ja da war!) nicht schlimm verlaufen ist.

      Einer meiner früheren Profs. meinte mal, dass nach 1918, 1957 und1968 (vielleicht auch noch 1889 und 1977) die nächste Grippewelle mit vielen Todesopfern in der Bevölkerung eigentlich überfällig wäre. Eigentlich wäre das nur eine Frage der Zeit.

      Irgendwo denke ich mir, dass diejenigen Personen, die vor 3 Jahren am lautesten bei Pandemrix und Tamiflu wegen Steuerverschwendung geschrien haben, auch diejenigen sein werden, die am lautesten schreien werden, wenn es mal wirklich zu einer Grippeepidemie mit tödlichen Folgen kommen wird, weil zu wenig Impfstoff da ist (was so der Fall sein wird). Just my few words…

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      1. Das hört sich ja echt nach der Argumentation von Pharmakologie-Ökonom-(Apotheker) Prof. Gerd Gläske an: „Bleiben Sie gesund, dann brauchen Sie auch keine Arzneimittel! Und billiger ist es gesund bleiben allemal…“ *kopfschüttel*

        Im Ernst, Impfungen sind die ökonomischten Therapien, die die Weltbevölkerung sich nur wünschen kann. In Ländern mit sehr armer Bevölkerung sind aber selbst kostenlose Impfungen wenig besucht, weil die Menschen, die nicht wissen, was sie heute essen können, sich nicht mit Krankheiten, welche sie in 2, 10 oder 30 Jahren bekommen, auseinandersetzen. Wenn man zu der Impfung 1kg Linsen kostenlos dazugibt, stehen die Menschen da Schlange. Und die Ausrottung der Pocken (bis auf Biowaffenlabore in Rußland und den USA) und die Fast-Ausrottung von Kinderlähmung und die geringsten Fallzahlen von Wundstarrkranpf (Tetanus) sind natürlich Dinge, die weder wünschens- noch erstrebenswert waren und sind…

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        1. Polio ist grad dummerweise wieder auf dem Vormarsch … vor allem in den Krisenregionen von Pakistan und Afghanistan …

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          1. Das hat einen sehr einfachen Grund: In Pakistan lehnen die Taliban die Polio-Impfung ab (und erschießen gnadenlos sowohl ausländische als auch inländische Impfhelfer), denn alles „was aus anderen Religionen kommt“ ist prinzipiell schlecht. In Afghanistan haben die Menschen zur Zeit einfach anderes zum Überleben zu tun als über Impfungen nachzudenken (siehe oben). Traurig, aber wahr.

            Aber Impf“müdigkeit“ und auch Impfablehnung gibt es ja genug in Deutschland, nicht nur bei Impfgegnern, und nicht nur bei Masern. Mir ist z.B. eine Betriebsärztin eines Krankenhauses bekannt, die die Polio-Nachimpfung für Fachpersonal (Kinderkrankenschwestern) entgegen dem Empfehlungen der STIKO ablehnt, weil „Polio ist in Deutschland ja ausgerottet“. Na herrlich.

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  3. Besonders gut ist die Maßgabe „innert der ersten 2 Tage nach Auftreten der Beschwerden“. In der Realität müsste man es also auf Verdacht jedem mit fieberhaftem grippalem Infekt geben…

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    1. Das stimmt so nicht ganz. Eine Influenza unterscheidet sich im Verlauf doch etwas von einem grippalen Infekt. Z.B. „plötzlicher Krankheitsbeginn“ bei „ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper“ sowie [sehr schnell auftretemden] „“hohem Fieber bis 40°C“ sind Symptome, die eher für eine Influenza als für einen grippalen Infekt sprechen.

      Eine Tabelle zur Unterscheidung eines grippalen Infekts von einer Influenza findet sich hier: …

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  4. Impfen ist doch das Ding wo man sich die Grippe in den Körper spritzen lässt, damit sich dieser dagegen wehren lernt?

    Vertrauenswürdig. Da bleibe ich doch lieber im Modus Gesund und wenn ich mir was einfange, schwitze ich es aus!

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    1. Nee – Impfen ist das Ding, wo man dem Körper Bruchstücke, harmlos gemachte oder grad tote Viren oder Bakterien zeigt … damit der sich dagegen wehren lernt, bevor er auf die wahren Übeltäter trifft.

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  5. so direktdirektdirekt an der quelle ;-) muss ich sagen: wohoooo, das zeug wird produziert, als ob es kein morgen gäbe. es ist eines der strategischst beladenen produkte, die ich kenne. und als wir vor zwei jahren die echte grippe hatten, wäre ich froh um jede minute linderung gewesen. deswegen: impftermin für alle steht (jeder beim werksarzt), auch wenn ich das zeug jetzt in grossen fässern direkt vor der nase habe…

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    1. Ja – so eine echte Grippe ist auch echt unangenehm.
      Aber die riesigen Mengen, die da produziert werden: ist das, weil der Pflichtvorrat, der ja (nach dem was ich gelesen habe) jetzt bei der Firma selbst vorhanden sein muss ersetzt werden muss?
      Oder wer braucht im Moment noch so viel? In der Apotheke ist der Umsatz dafür sehr zurückgegangen.

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