sehr erfreuliche Entwicklung

Junior kommt ja im Sommer in die Schule – voraussichtlich in eine Kleinklasse, da er noch etwas Unterstützung benötigt. Offenbar aber reicht die Empfehlung der Kindergärtnerinnen und des Vor-Heilschul-Pädagogischen Dienstes dazu nicht aus, so dass wir das "Vergnügen" eines Besuchs beim Schulpsychologen hatten.

Ich sag nur: das ist auch eine Art Arbeitsbeschaffung :-)

Jedenfalls haben wir nach dem gemeinsamen Gespräch jetzt auch von ihm den Antrag für die Kleinklasse. Aber – amüsant fand ich die Bemerkung:

Junior ist ein bewegungsfreudiger, altersgemäss entwickelter Bub, der dank des Einsatzes der Eltern, der Lehrpersonen, des VHPDs, Physio- und Psychomotoriktherapie und Logopädie eine sehr erfreuliche Entwicklung hin zum heutigen Stand gemacht hat. Er braucht aber noch eine engere Begleitung im Schulalltag, als dies durch die Regelklasse gewährleistet werden kann, um seine etwas kurze Konzentrationsspanne auszugleichen und ihn bei der Sache zu behalten, weswegen es für ihn optimal wäre, zunächst in einer Kleinklasse eingeschult zu werden.

2 Sätze – 

aber ich finde, er hat noch die Grosseltern und das Tagesheim vergessen – wenn er schon so ziemlich alle erwähnen muss :-) Ganz offensichtlich braucht es heute noch ein Dorf um ein Kind aufzuziehen … oder die gleiche Menge an heilpädagogisch ausgebildeten Leuten …

Eine Antwort auf „sehr erfreuliche Entwicklung

  1. ZumNachdenken
    Ich würde die Ratschläge ernst nehmen, die Dir bzgl. Deines Juniors gemacht werden.
    Meine Eltern hatten das damals getan, nachdem ich im Eignungstest für die Grundschule grottenschlecht abgeschnitten habe, da ich viel zu zapppelig und unruhig war. Meine Eltern haben damals dafür gesorgt, dass ich ein Jahr später eingeschult wurde (also mit 7 Jahren anstatt mit 6 Jahren).

    Letztendlich ging ich vier Jahre später als einziger in meinem Dorf auf ein Gymnasium, habe dann Abitur gemacht, habe danach Pharmazie studiert und meinem Nachnamen noch zwei Buchstaben durch ne wissenschaftliche Arbeit hinzugefügt.

    Wer weiß, wie das gelaufen wäre, wenn meine Eltern sich da auch amüsiert hätten und mich gleich auf die Grundschule geschickt hätten. Vielleicht hätte ich einfach versagt, da ich überfordert gewesen wäre.

    Kritik ist nichts schlechtes. Man muss sie aber annehmen können, selbst wenn es um den eigenen Jungen geht.

    Nania
    Tatsächlich würde ich auch solche Ratschläge durchaus ernst nehmen.
    Ich selbst bin zwar nicht betroffen, meine Mutter hingegen schon. Sie ist verfrüht in die Grundschule gekommen weil sie – „ja schon so groß“ war. Ob sie psychologisch soweit war steht heute zu bezweifeln.
    Es gibt immer Ausnahmen von der Regel, aber ich denke schon, das tendenziell solche Bewertungen schon ihren Sinn haben. Und in den zwei Sätzen steht m.E. schon ne Menge drin. Da war der Brief, den ich nach meiner Bauchoperation bekam, deutlich kürzer.

    Anita
    Ääähhh, das war doch genau das, was pharmama erreichen wollte! Es ging nur um die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Schulpsychologe. Wenn alle direkt betroffenen Parteien schon vorher FÜR den Besuch einer solchen klasse waren, ist das manchmal für die betroffenen Eltern ein überflüssiger Termin. Aber auch in der Schweiz scheint der Amtsschimmel zu wiehern!

    BC
    Natürlich braucht es immer ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Warum eigentlich nicht!?

    idriel
    Na die Hauptsache ist, es hat geklappt. Was das Dorf angeht – ich glaube es war schon immer so dass es ein Dorf braucht um ein Kind zu erziehen. Leider ist es heute nicht immer verfügbar (das Dorf – bzw. Onkel, Tanten, Omas, Opas, Nachbarn etc.) und die Eltern glauben alles allein machen zu müssen. Kein Wunder, dass es da überforderte Mütter gibt, oder?

    vires
    Bimed hat ja nichts an der diagnose ausgesetzt. Nur dass sie das schon vorher wusste, weil sie da ja schon entsprechende „diagnosen“ von anderen Untersuchungen hat.

    kelef
    BC und idriel haben recht – es hat immer ein dorf gebraucht um ein kind aufzuziehen. die kinder kamen überallhin um zuzusehen, sie bekamen erklärt, man zeigte ihnen das was sie zuhause nicht sehen konnten – so wurden die begabungen der einzelnen ebenso rechtzeitig entdeckt wie die bedürfnisse und mankos. wenn dann noch halbwegs vernünftige eltern dazukamen und ein guter volksschullehrer, dann konnte dem kind eigentlich nix mehr passieren.

    schön, dass sie jetzt auch ein „hochoffizielles“ statement haben damit junior bekommt was er braucht.

    Bimed
    Nein, Kritik ist nichts schlechtes – auch wenn ich bisher nicht viel an Kritik entdecken konnte – nicht vom Kindergarten oder sonst.
    Allerdings muss ich heute sagen, dass ich den Ratschlag der letzten Kindergärtnerin (nämlich ihn noch ein Jahr herauszunehmen) besser nicht befolgt hätte. Besser wäre es gewesen, den Kindergarten zu wechseln – nur hat das natürlich niemand gesagt / geraten.
    Aber jetzt ist es so, wie es ist. Und wir machen alle das Beste daraus.

    Frau M.
    Sieh es mal so: Dass Junior besonderen Förderbedarf hatte und auch noch hat, ist jetzt für jeden zukünftigen Lehrer dokumentiert. Du trittst also nicht als überfürsorgliche Mama auf, wenn es mal klemmt. Kein Lehrer kann erwarten, dass Junior plötzlich zum Selbstläufer wird und muss gleichzeitig anerkennen, dass dein Zwerg schon sehr viel geschafft hat, wozu aber auch jede Menge professionelle Hilfe nötig war.
    Wenn ein Kind so viele Probleme hat, ist es sinnvoll, dass auch von offizieller Seite zu bestätigen, damit es nicht als Spinnerei der Eltern abgetan wird.

    Annette Ga
    Hallo Bimed!
    Also da wird einem Psychologen, der deinen Sohn ein paar Minuten lang durchcheckt, mehr Gewicht beigemessen, als anderen Leuten die ihn monate- oder jahrelang kennen. Das finde ich immer sehr *hm*
    (auch auf die allgemeinen „Schulreifetests“ bezogen)
    LG Annette

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