Das Internet weiss alles …

Gefunden in einem Frage-Forum:

Wick MediNait trotz Paracetmol Allergie?
Wie meine Titel schon verrät geht es darum das mein Freund krank is und er Wick MediNait nehmen würde aber er hat eine Allergie gegen Paracetamol. Es sind nach Packungsbeilage 2g drin is das zuviel…

Und genau das ist der Grund, warum man so Fragen den Fachpersonen und nicht im Internet stellen sollte … und wenn sie es in der Apotheke gekauft hätte, hätte sie die Frage dort gleich stellen können – und eine vernünftige Antwort erhalten. Oder ein rascher Anruf in die Apotheke- kostet außer den Telefongebühren nix. Wofür sind wir denn die praktisch Best erreichbaren Medizinalpersonen? Und bei ins ist guter Rat auch noch gratis – das bekommt man sonst kaum mehr!

Stattdessen wartet sie im Forum, bis sich jemand erbarmt – und wenn sie Pech hat, hat der Antworter bestenfalls ein Halbwissen und antwortet etwas im Sinn von: „Wenn Du nicht so viel gibst, sollte das nichts ausmachen.“

Brrr.

20 Antworten auf „Das Internet weiss alles …

  1. „Wenn Du nicht so viel gibst, sollte das nichts ausmachen.“
    oder:
    „im Prinzip: ja, aber nur einmal“
    Grüße aus Eriwan :-D

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  2. Manche Fragen verstehe ich ja durchaus (jene die im Sinne von: habt ihr Erfahrungen mit, welche Tipps und Tricks benützt ihr, welches Katzenfutter könnt ihr empfehlen und welche Wickeltipps, oä ;) ) aber bei Dingen die mir ein Fachpersonal in zwei Minuten beantworten kann, wo hingegen sich in einem Forum mit relativer Sicherheit eine zehn Seitige Diskussion ergibt, man am Ende noch viel falsche Sachen da stehen hat… ne. Es entzieht sich der Logik.
    Speziell wenn es um was medizinisches geht, ist das ja kein Spaß im blödersten Fall -.-
    Internet Segen UND Fluch ;)

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  3. naja, ich wurde in Apotheken schon so miserabel beraten, da bevorzuge ich zwischenzeitlich auch die online-Recherche ;)

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  4. So kann man mal testen, obs wirklich ne echte Allergie ist ;-) viele Leute haben ja z.B. eine Antibiotika“allergie“ die sich als Nebenwirkung entpuppt, wenn man mal nachfragt, wie sich die denn äußert… und ja, es ist ein Unterschied, ob man mal zwei Tage bissl Durchfall auf ein AB hatte, oder einen anaphylaktischen Schock…

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  5. Also ich glaube, das Internet ist in berechtigten Fällen ein wenig Selbsthilfe, aber bloß nicht immer! Als ich zum Familienbesuch in einem osteuropäischen Ländchen war, hat mir meine Cousine auch ein paar Sachen aus der Apotheke angeboten – Mittelchen gegen Regelschmerzen (NO-Spa) und eins für meine herannahende Grippe (Fervex)… Mangels Sprachverständnis konnte ich niemanden fragen und hab mal Tante Google bemüht, aber da kam auch nicht so viel bei raus, und nachdem ich irgendwo dann noch gelesen habe, dass ein Wirkstoff in Deutschland wohl gar nicht mehr zugelassen sei, habe ich einfach ganz die Finger davon gelassen.
    Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht, das musste ich auch schon merken. So hab ich mir als Kind von 7 oder 8 Jahren mal eine Verletzung beim Spielen zugezogen – zu sehen war nur ein riesiger blauer Fleck am Oberschenkel, aber anscheinend hab ich mir wohl zudem ordentlich etwas gezerrt oder so, das weiss ich nicht mehr genau… ist ja schon eine Weile her und diese Art von Verletzung/Schmerz kannte ich damals noch nicht :o) Jedenfalls hat mir meiner Mutter damals so eine Sportverletzungs-Salbe draufgeschmiert… Nach nicht mal 5 Minuten hatte ich einen feuerroten Oberschenkel, dort wo die Salbe aufgetragen wurde, und gebrannt hat es wie die Hölle… Da ich leider nicht mehr genau weiss, was das denn für eine Salbe war, meide ich solche Sachen einfach grundlegend.
    Ein anderes Beispiel habe ich auch schon erlebt, und zwar einen Mann, der von seinem Kollegen ein Aspirin gegen Kopfschmerz bekam, und darauf massiv allergisch reagiert hat… Ich muss gestehen, dass ich vorher nicht mal wusste, dass man gegen Aspirin allergisch sein kann, und ich glaube, so geht es leider vielen – bis man es vielleicht mal an jemandem herausgefunden hat… Lustiger- aber irgendwie auch traurigerweise habe ich prompt ein paar Wochen darauf als „eingetragener Ersthelfer“ (hey, das klingt viel pompöser, als es eigentlich ist :o) ) an meiner Arbeitsstelle einen Kunden in Betreuung gehabt, der genau so schrecklich aussah und auch zugab, auf Anraten eines Freundes vor einer Stunde oder so ein Aspirin zum ersten Mal genommen zu haben… Natürlich kann ich mich auch irren, ich kann ja nicht in die Leute hineingucken, aber der Ausschlag und die Quaddeln am ganzen Körper haben mich davon überzeugt, mich um einen zügigen Transport ins Krankenhaus zu kümmern. Auch die Nachfrage beim Giftnotruf hat mich darin bestätigt, und ich muss gestehen, ich würde jederzeit wieder anrufen, wenn mir etwas nicht koscher vorkommt und Medikamente im Spiel sind… Vielleicht mag das der ein oder andere gewissermaßen als „verschwenderisch“ oder überzogen ansehen, aber lieber frage ich einmal zu viel jemanden, der Ahnung davon hat, als einmal zu wenig… Denn dafür ist so ein Giftnotruf ja da, außerdem wird nett und sachlich mit dem Problem umgegangen, wie es ja sein soll, und selbst wenn es ein Fehlalarm war, wird man darauf hingewiesen, dass es schon seine Richtigkeit hat, lieber einmal zu viel zu fragen, als einmal zu wenig… Also worauf ich eigentlich hinaus wollte – wenn mir die Sache zu unsicher ist, dann frage ich lieber mal bei Fachmann oder Fachfrau nach… wenn es nicht drängt oder es mich einfach interessiert oder man einfach niemanden fragen kann, dann schaue ich lieber mal bei Tante Wikipedia… Aber dann nehme ich die Sachen besser auch nicht, wenn mir das keinen Aufschluss bietet!

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    1. Die Sportverletzungssalbe… vielleicht war das so etwas wie Finalgon mit Capsaicin? Das brennt und rötet nämlich als Normalreaktion. ;-)

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      1. Das mag natürlich sein… Ich weiss es allerdings nicht, weil das viiiel zu lange her ist, und es hat mich auch nicht interessiert… Seitdem war das Zeug bei mir nur durch, weil das nicht gerade angenehm war ;-) Allerdings gehe ich davon aus, dass das nicht immer so war, weil ich denke, Mami, Papi oder Geschwister werden das Zeug bestimmt auch schon mal benutzt haben, und wenn das normal wäre, hätte ich nach einem „Oh verdammt….!“ nicht eine Minute später unter der Dusche gestanden und wäre gründlichst abgewaschen worden :) Aber das alles ist reine Spekulation… ich denke, auf der sicheren Seite bin ich trotzdem, wenn ich das einfach nicht benutze! ;)

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  6. Naja, bei „uns“ im Forum kämen auf diese Frage folgende Antworten (in dieser Reihenfolge):
    a) „frag bitte deinen Arzt“
    b) „Wenn du dir nicht sicher bist, lass es“
    c) „ich bin /medizinischer Beruf/, und es gilt /korrekte Erklärung/“

    Bei allgemeineren Fragen kommt anstatt c) eine Reihe von Erfahrungsberichten – was ich durchaus für sinnvoll halte, manchmal kommt man so auf Ideen die man sonst nicht gehabt hätte (in meinem Fall hab ich auf diese Art von Bruxismus gehört – auf Nachfrage bestätigte mir das mein Zahnarzt und das war dann das Ende meiner Zahnprobleme. Vorher ist nie jemand auf die Idee gekommen…)

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  7. Ich mag ja diese besonders klugen Tipps à la: „Ja, Johanbniskraut und die Pille vertragen sich nicht, aber die Nachbarin der Cousine meiner Kollegin kauft immer Johanniskraut im Supermarkt. Da ist ja viel weniger drin als in den Tabletten aus der Apotheke und die ist auch noch nie schwanger geworden!“

    Ich bin Pharmaziestudentin im Endspurt und immer wenn ich sowas lese weiß ich, dass ich meine Kunden später lieber doppelt und dreifach mit Informationen versorgen werde, um solche Fälle zu verhindern…

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  8. Wenn man sich manche Fragen und vor allem die Antworten in solchen Foren anschaut, mag man nicht glauben, daß es eine so hohe Bevölkerungsdichte weltweit gibt … Beim Rest ist man gespannt, was die nächsten Darwin-Awards bringen. *evil*

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  9. Hmmmm, folgende Beispiele als Rat aus der Apotheke:

    zwei anzurührende Tinkturen vom Hautarzt, eine für den Kopf, eine für den Körper.
    Aufgrund des sehr undeutlich geschriebenen Rezeptes war nicht klar ersichtlich, welche Tinktur wofür war.
    Rat der Apothekerin auf meine Nachfrage:,, Das eine ist dünnflüssiger, das wird wohl das für den Kopf sein.“
    Da Freitag nachmittag war, konnte ich dann Montag morgen mich beim Arzt schlau machen.

    2.Beispiel
    Kann ich ABC-Pflaster für den schmerzenden Rücken bei bestehender Schwangerschaft benutzen?
    Antwort: Ja, kein Problem.
    Ich habe die Pflaster nach Lesen des Beipackzettels wieder zurückgebracht….
    3. Beispiel
    Nuklearmediziner verschreibt 400mg Selen;
    Hausarzt: Ist rezeptfrei, holen sie sich das mal
    Apotheke A) Ab 300 mg verschreibungspflichtig, ich kann Ihnen 200mg bestellen.
    Apotheke B) So viel kann der Körper gar nicht verarbeiten, von dieser Dosierung ist abzuraten
    Apotheke C) Nehmen Sie 2×200 mg.

    Lt. Internet können ab 400mg Vergiftungserscheinungen auftreten…

    Arzt auf meine Nachfrage hin: Ich bräuchte da keine Bedenken zu haben.

    3.Beispiel
    Ich suche ein Haarshampoo ohne Konservierungsmittel, Farbstoffe und Parfüm.
    Die Apothekerin geht mit mir ihr Regal durch, reicht mir die Produkte und ich lese mir die Liste durch.
    JEDES Produkt reiche ich ihr zurück, da entweder Parabene, Salze der Benzoesäure oder Parfüm aufgeführt ist.
    Erst eine Hautärztin gibt mir den Tipp „Physiogel“.

    Das stimmt mich doch alles nachdenklich.-

    Mittlerweile habe ich eine gute Apotheke gefunden, der ich halbwegs vertraue, aber eine weitere Quelle ist auf alle Fälle das Internet.

    Gruß, Pfiffika

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    1. ..und letztenendes will auch ein Apotheker am Ende Geld in der Kasse haben.
      Geschäftssinn heißt ja nicht, dass man nicht kompetent ist oder den Patienten bewusst schaden würde.. aber wie oft ich schon mitbekommen habe, dass einem sonstwas angedreht wurde mit „probieren sie doch mal das hier..“ (dabei wär’s auch locker ohne gegangen) macht mich nachdenklich.
      Zumal ich auch einen Apotheker im Umfeld hab, dem sein Geschäftssinn wirklich über alles geht, schrecklich. Sehr kompetent, aber eben viel blabla.

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    2. @Pfiffika:
      Auch auf die Gefahr, dass ich jetzt ne Ferndiagnose mache, finde ich als Apotheker die Ratschläge nicht unbedingt verkehrt, die Dir da gegeben wurden:

      Im Einzelnen:
      2. Beispiel: Du wirst in fast allen Arzneimitteln in der Packungsbeilage den Hinweis finden: „Darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.“ Das ist eine rechtliche Absicherung des Herstellers, da der Personenkreis relativ überschaubar ist. Missgeburten sind gar nicht mal so selten und da hast Du schnell eine verzweifelte Mutter, die das mal schnell auf das Medikament schiebt und das einklagen wird.
      Das im ABC-Pflaster enthaltene Capsaicin ist dasselbe, was in Chili oder Cayenne-Pfeffer (=Chile) drin ist und auf der Zunge brennt. Finde ich bei einer einmaligen Anwendung auch auf der Haut nicht so wirklich schlimm.
      Was ich sagen will: Auch Pfefferminztee, Kamillentee, Sinuprettropfen, Baldriandragees, etc. haben – als Medikament – diesen Hinweis „darf in Schwangerschaft nicht angewendet werden“ drin. Pfefferminztee und Kamille aus dem Supermarkt als Lebensmittel wird NIE mit diesem Hinweis versehen sein.

      3. Beispiel: Der Arzt (Nuklearmediziner) hält 400 mg Selen für erforderlich, der Hausarzt hat auch keine Probleme, auch bei wiederholter Nachfrage. Selen ist aufgrund einiger Nebenwirkungen in höheren Dosierungen verschreibungspflichtig und das auch zu recht
      Somit hat sowohl Apotheke B recht, die davon abrät, als auch Apotheke A und C, die dazu raten, das Zeugs zu schlucken.

      4. Beispiel: Parabene und Salze der Benzoesäure sind Konservierungsmittel. Man hat die Wahl: Entweder die Creme hält sich ohne Konservierungsmittel nach Anbruch 4 Wochen oder es hält sich nach Anbruch 1 Jahr, muss aber dann konserviert werden. Ansonsten schimmelt das Zeug…
      Wenn man nen normalen Hauttyp hat, verträgt man Konservierungsmittel und Parfum gewöhnlicherweise. Bei empfindlicher Haut (z.B. bei Neurodermitis) nimmt man halt was ohne Konservierungsmittel und ohne Parfum.

      Anmerkung: Physiogel (Lotio) wird beworben als „ohne Konservierungsmittel“, enthält aber als Antioxidanz (=Konservierungsmittel) Squalen. Squalen war (neben Thiomersal) DIE Substanz wegen der der Schweinegrippenimpfstoff vor nem Jahr so in der Diskussion war (vielleicht erinnerst Du Dich: Golfkriegssyndrom, etc.). Hätte mich jetzt auch echt gewundert, wenn da kein Konservierungsmittel drin wäre.

      Zum ersten Beispiel: Das müsstest Du etwas konkreter beschreiben. Wenn hier z.B. zweimal ein Pilzmittel verschrieben wurde, einmal dick- und einmal dünnflüssiger ohne weiteren Kommentar, kenne ich die Situation auch so, dass man hier eine Empfehlung gibt, damit der Patient schon mal mit seiner Therapie anfangen kann (und normalerweise auch dazu rät, dass der Kunde da nochmal am Montag beim Arzt anrufen soll).

      Allgemein: Es gibt nicht immer nur schwarz oder weiß, manchmal muss man da auch als Apotheker eine Entscheidung treffen und hinter dieser stehen.

      Eine wirkliche Fehlberatung von den Apotheken kann ich bei den von Dir beschrieben Apotheken nicht erkennen.

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        1. Will Dir nicht die Arbeit abnehmen, ist schließlich Dein Blog… ;-)

          Anmerkung: Einen fachlichen Fehler hab ich bei obiger Antwort jetzt sogar selbst geschossen: Physiogel enthält kein Squalen, sondern Squalan (strukturgleich, aber 6 Doppelbindungen weniger).

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      1. Danke Steven, für deine Erläuterungen.
        Das ist jettzt nicht ironisch gemeint :-).

        Ich hätte mich halt besser gefühlt, wenn im Falle des ABC-Pflasters die Fachkraft gleich darauf hingewiesen hätte, dass ein Warnhinweis für Schwangere enthalten ist, aber der Hintergrund ..etc deine Erläuterungen.

        Zu dem Shampoo:
        Ich bin leider mit einer sehr empfindlichen Haut gesegnet, so dass es mir nichts ausmachen würde, alle 4 Wochen neues Shampoo zu kaufen, wenn es denn auch wirklich ohne Konservierungsstoffe wäre.
        Und auch hier hätte ich mir von der Fachkraft genau deine Hinweise erhofft und ggf. auch die Anregung, dass die Apotheke selber was anmixt.
        Was mich nur so aufregte, war dass auf meinen Wunsch nach etwas ohne Konservierungsstoffe so
        gar nicht eingegangen wurde.

        Zu den Salben: Beide enthielten Pilzmittel und eine war zusätzlich mit Cortison.
        Ich hätte von der Apotheke gerne die Auskunft bekommen, wie du sie auch eben mir gegeben hast: Rufen Sie bitte nochmal den Arzt dazu an.
        Das kam aber nicht, sondern nur der Hinweis mit der dünnflüssigeren Konsistenz.
        Wenn die Apotheken mir so ausführlich Auskunft gegeben hätten wie Du mir hier, hätte ich keinen Kommentar verfasst.
        Wie gesagt: Danke!

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