Kundenkarten-Probleme

Wir haben schon seit einiger Zeit Kundenkarten, die wir anbieten.
Im Normalfall fragen wir nach der Kundenkarte, aber zugegeben (noch) nicht jeden. Wir sind ja auch nicht die Migros „Hei sie au e Kümülüskaarte?“ jedes ver*+“% Mal.

Heute nun kommt eine Kundin und sagt – wohlgemerkt nach dem Verkauf: „Ich habe eigentlich eine Kunden-Karte bei ihnen … funktioniert das automatisch?“ – Nein, das ist nicht so wie beim Skifahren, wo man mit der Karte nur in die Nähe der Kasse kommen muss …

Oder: „Wie funktioniert das jetzt mit dieser Karte, wann bekomme ich da etwas?“ … Ich erkläre ihr das Punktesammeln und dass entsprechend Bons per Post zugeschickt werden … sagt sie: „Oh, ich habe die Briefe immer weggeworfen.“ Tja, Pech – ihre Bons damit auch grad. Nein, ich kann nicht nachschauen, wie viel das gewesen wäre und es ohne die gutschreiben.

Oder sie kommen zwar mit den Bons- auf denen aber auch statt einem Betrag nur XXX gedruckt ist, weil sie nicht genügend Punkte haben. – und wollen die jetzt einlösen…

Kunde: „Ich habe meine Karte immer noch nicht zugeschickt bekommen! Das ist jetzt ewig her.“ Lassen sie mich mal nachschauen …. sie haben ihren Antrag vor gerade mal 9 Tagen ausgefüllt. Das dauert aber mindestens 3 Wochen, bis die Karte gedruckt und zugeschickt wird.

Nett auch von dem Mann, der uns brieflich mitteilte, dass wir die Briefe einstellen sollen, weil seine Mutter, die Karteninhaberin gestorben ist – und dazu hat er extra eine Kopie der Sterbeurkunde mitgeschickt …. ok, ok, ich hab’s begriffen!


Und: habt ihr bei Euch auch Kundenkarten? Wie sind die Erfahrungen damit?

24 Antworten auf „Kundenkarten-Probleme

  1. In meiner gibt es Münzen (alternativ kann man wählen dass ein best. Prozentsatz von nicht rezeptpflichten Mitteln abgezogen wird) – für das Einreichen des Rezeptes, fürs selbst abholen des Medikamentes und immer für 10 Euro usw.

    Und es gibt jedes Jahr ein Faltblatt mit den Dingen die man sich für diese Münzen aussuchen kann, teilweise hat die Apotheke auch Geschäfte in der Gegend mit ins Boot geholt und man bekommt für eine best. Anzahl Münzen ein Eis oder Brot oder was anderes in einem der Läden (und die verrechnen das dann mit der Apotheke).

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    1. Interessant die Kooperation mit anderen Läden. Finde ich noch eine nette Idee, auch um das lokale Gewerbe ein bisschen zu stärken.

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  2. Bringts das denn?

    Wenn eine grosse Ladenkette wie hier in der Schweiz der Migros oder der Coop (Nr 1 und 2 „Supermärkte“) je eine Karte haben, sammle ich die Punkte ja auch, das geht grad so beim „vorbeigehen“ und ich habe auch einen gewissen Umsatz, weil ich ja da ja regelmässig einkaufe.

    Aber jeder „kleine Kiosk“ bald seine eigene Karte?
    Schwachsinn….

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    1. Du solltest nicht vergessen, dass es in der Schweiz auch bei den Apotheken Ketten und Kooperationen hat. Auch wenn es das in Deutschland nicht gibt (die Ketten zumindest), vielleicht gibt es trotzdem solche, die zusammenspannen und zusammen Werbung machen … und gemeinsame Karten oder Bonussysteme?

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  3. Landapotheke, es gab 3% Rabatt auf Nicht-Arzneimit
    Die Karte wurde recht gut angenommen. Meiner Meinung nach nicht wegen den 3%, sondern wegen der Möglichkeit, dass man sich am Ende des Jahres eine Aufstellung für die Krankenkasse (ab 1%, bzw. 2% des Jahresgehalts für Zuzahlungen ist man in D von der Zuzahlung befreit) oder das Finanzamt (Medis kann man ab einem bestimmten Betrag bei der Steuererklärung angeben) ausdrucken lassen konnte.

    Die Sache mit dem Interaktionscheck war für die Kundschaft weniger interessant, da die meissten Leute der Meinung sind, dass das der Arzt schon machen würde.

    Meine persönliche Meinung zu den Kundenkarten: Ich bin persönlich ein Gegner von Payback und Co., finde aber Kundenkarten in einer Apotheke insbesondere wegen dem Wechselwirkungscheck zwischen verschiedenen Medis und der oben aufgeführten Sache mit dem Ausdruck am Jahresende sinnvoll.
    Aber mit Rabatttalern, Teilerstattung der Zuzahlung und Payback verspielen wir Apotheker das Vertrauen der Kunden. Insbesondere Payback: Ich weiss, dass dort momentan der Name der Medis nicht gespeichert wird, aber eine kurze Änderung der AGBs genügt. Und diese Medikationsdaten sind zu sensibel, um damit ein Einkaufsprofil zu erstellen.

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      1. Was genau spricht Dir aus der Seele?

        Die Möglichkeit, dass Apotheken Wechselwirckungen abchecken, die Möglichkeit, sich seine Aufstellung fürs Finanzamt oder die Krankenkasse machen zu lassen, die 3% Rabatt auf Kosmetika oder meine – durchaus kritische und ablehnende – Meinung zu Payback, Apothekentalern und Co.?

        Würde mich interessieren… Warum findest Du eine Apothekenkarte für gut?

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  4. Ich hab ‚in meiner‘ Apotheke noch keine angeboten bekommen. Finde die Idee nicht schlecht solange sich die Karte nur auf Nicht-Arzneimittel bezieht. Bin sicher nicht die einzige, die regelmässig Zubehör und Produkte aus dem kosmetischen Bereich in der Apotheke kauft. Dafür würde sich eine Kundenkarte sicher lohnen.
    Bei Medikamenten allerdings bin ich – vor allem aus Datenschutzgründen – absolut dagegen.

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    1. Solange es eine Apothekenkarte ist und nicht etwas in Richtung Kaufprofilsammler wie Payback, happydigits & Co., macht eine Karte gerade bei Medikamenten Sinn.
      Viele Leute gehen zu diversen Ärzten, die oft nichts voneinander wissen, nehmen ein bisschen Selbstmedikation dazu, holen die Medis aber nur in „Ihrer“ Apotheke. Da hilft es sehr, wenn mann die Möglichkeit zum Interaktionscheck hat.
      Die möglichen Interaktionen werden vom Ottonormalverbraucher massiv unterschätzt. Ihm geht es schlecht, der Arzt schreibt ein weiteres Medikament auf usw. usw.
      Krankenhausärzte (huhu Medizynicus?) können ein Lied davon singen, wenn Omi80 mit Ihrer prallvollen Medikamentenschatulle aufläuft.

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    2. Also das mit den Datenschutzgründen: wo sind die medizinischen Daten so sicher, wie in der Apotheke, die genauso wie der Arzt ein Berufsgeheimnis hat?
      Und bei uns in der Schweiz werden die bezogenen Medikamente in der Apotheke sowieso erfasst, ob Kundenkarte oder nicht, ein Patientendossier ist bei uns Pflicht, nicht freiwillig.

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      1. Ich möchte zu folgendem Satz mal was einwerfen: „Also das mit den Datenschutzgründen: wo sind die medizinischen Daten so sicher, wie in der Apotheke, die genauso wie der Arzt ein Berufsgeheimnis hat?“

        Es gibt in D die LINDA-Apothekenkette. Diese arbeitet mit dem Paycheck-System.
        Paycheck bedeutet: Einkäufe werden gespeichert, um daraus ein Einkaufsprofil zu erstellen und zielgerichtet personenorientierte Werbung zukommen zu lassen.
        Bei Medis ist das im Moment noch in den AGBs von Paycheck explizit ausgenommen, wird aber auch dort kommen…

        Wie unterscheidet sich die Apotheke mit normaler Kundenkarte von den Linda/Paycheck-Apotheken?

        Persönlich bin ich – als Apotheker – absoluter Fan davon, dass Apotheken Wechselwirkungen abchecken und möchte sagen, dass Apotheker genauso wie Ärzte, Anwälte, etc. einer juristischen Schweigepflicht unterliegen, aber ich möchte hier auch sagen, dass es einige Apotheken in D gibt, die das Paycheck-System anbieten.

        Paycheck ist darauf angelegt, Kundendaten und das Einkaufsverhalten zu sammeln und personenbezogene Werbung zukommen zu lassen. Dieses System unterläuft die berufliche Verschwiegenheitspflicht eines Apothekers dadurch, dass der Kunde durch seine Unterschrift einwilligt, dass „seine Medikationsdaten zu Marktforschungszwecken ausgewertet werden dürfen“.

        DIESES Argument gegen eine Kundekarte in meiner Apotheke (die kein Paycheck hatte) habe ich verstanden…

        Ich habe – vor meiner Industriearbeit – mir Mühe gegeben, den Kunden zu erklären, dass wir als Apotheker eine Verschwiegenheitspflicht haben und die Medi-Daten nur im Interesse unserer Kunden/unserer Patienten einsetzen und die Daten nicht weitergeben. Aber wie soll ich einen Kunden davon überzeugen, wenn die Apotheke 2km weiter dieses datenverbreitende System Paycheck einsetzt?

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      2. Das Berufsgeheimnis schützt nur vor der bewussten Weitergabe von Daten – nicht aber beispielsweise vor Unkenntnis oder Nachlässigkeit.
        Zum Beispiel könnte man die Karte womöglich auslesen. Was dann? Kann man die Karte vielleicht sogar beschreiben, löschen oder kopieren? Ist das Lesegerät okay? Wer hat Zugriff auf eien eventuell dahinterstehende Datenbank? Ist die vernetzt?

        Zusätzlich zum guten Willen (Berufsgeheimnis) gehört eben auch Qualität und Problembewusstsein bei den Herstellern von Karten/Datenbank-Lösungen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass Sicherheit viel öfter behauptet als tatsächlich gewährleistet wird.
        Ich denke daher kommt eine Menge Skepsis.

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        1. Nur zur Transparenz: Auf einer gewöhnlichen Apothekenkundenkarte in D sind normalerweise keine Medikationsdaten gespeichert, sondern nur die Kundennummer.
          Wenn die Karte verloren geht, hat der Dieb nur die Kundennummer in der entsprechenden Apotheke, nicht das Medikationsprofil.

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  5. Wir haben auch Kundenkarten. da gibts pro 20Fr. Einkauf (aber nichts was über die KK läuft) 1 Kleber auf die Karte. Wenn die Karte voll ist (10 Kleber), gilt sie wie ein 5Fr. Gutschein.
    Was ich noch gut finde, bei uns ist die Karte fast in allen Apotheken der Region gültig.

    lg

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      1. Das ist im Oberwallis so, das ganze nennt sich „Medica+“ und mittlerweile machen da fast alle Oberwalliser Apotheken mit.
        Neben der Karte gibts jeden Monat eine Aktion, z.B. 20% auf Berocca, Strath, Perskindol usw.

        Lg und en güete Rutsch…

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  6. Bei uns gibt es in einigen Apoheken auch das Taler sammeln so wie es Ilana beschreibt. In meiner Stammapotheke jedoch gibt es ein Stempelheftchen, pro Besuch, Rezepteinlösung, Selbtabholung, 5 Euro Einkauf und das Wiederkommen wenn ein Medikament erst bestellt werden muss gibt es einen Stempel. Das volle Heftchen (30 Stempel) wird dann beim nächsten Einkauf verrechnet (4,50 Euro), alternativ kann das Heftchen auch in weiteren Geschäften ( Restaurants, Cafe, Schreibwarenhandel, Druckerei … ) eingelöst werden.

    Ich selbst finde das Heftchen praktischer als die Taler. Dieses Kundenkartensystem war für mich jedoch nicht ausschlaggebend für die Wahl der Apotheke, sondern wichtig ist mir die freundliche Beratung und Bedienung. Unsere Apotheke bietet auch Kurse an und lädt zum Beispiel zur Diätschulung etc. ein.

    Eine Kundenkarte halte ich in der Apotheke für sinnvoll, da Wechselwirkungen schneller erkannt werden können, gerade ältere Menschen öfter mal Namen von Medikamenten vergessen und schnell im System nachgeschaut werden kann und eben auch der Ausdruck für die KK jederzeit möglich ist.

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  7. Ich kann Kundenkarten nicht leiden und dementsprechend haben wir auch keine.
    Kundenbindung funktioniert m.E. über gute Beratung und einem nachhaltigem Konzept. Letzteres bedeutet für mich, nicht jeder Mode in punkto Ladeneinrichtung/Aufbau hinterherzurennen, die Angebotspalette nicht so weit zu diversifizieren, dass man als Kunde die Orientierung, in welchem Laden denn sich man gerade befindet, verliert oder von einem Rabatttaumel in den nächsten zu fallen.

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  8. Bei unseren Bäcker gibt es eine Brotbonuskarte. 6 Brotstempel das 7. umsonst. Diese Karte mutiert zur EC- Karte ! Bei Verlust spielen sich Dramen ab.
    Lieben Gruß
    Mrs. Jones

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  9. Kundenkarte sind ein Übel und gehören eigentlich verboten. (So sie entweder für größere Gewinnmachung durch z.B. Preisdifferenzierung oder künstliche Kundenbindung, oder für Datensammlung benutzt werden. Prinzipiell könnte es vielleicht auch andere Variationen geben.)

    Somit: Wenn Sie ärger mit Ihren Kundenkarten haben, nun, sehen Sie es bitte als „Karmic Payback“ an.

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  10. Bei uns gibt es mit Kundenkarte 2% Rabatt auf freiverkäufliche Waren und zum Jahresende eine vollständige Rechnung aller Medikamente. Außerdem checkt die Apothekerein bei Bedarf Wechselwirkungen verschiedener Medikamente. Nett finde ich den Schlüsselservice – man hängt sich ein kleines Schild mit Name und Telefonnummer der Apotheke, falls man den Schlüssel verliert, kann der Finder ihn dort abgeben und die Apotheke benachrichtigt den Eigentümer an Hand der Kundennummer.

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