Vergleich Medikamentenabgabe Apotheke-Versandhandel

Wieso soll ich die Medikamente in der Apotheke beziehen, wenn ich es auch über den Versandhandel kann?
Hier ein paar Vergleiche und Argumente gegen den Versand:

Beratung – Apotheke
Direkter persönlicher Kontakt zwischen Apotheker und Patient. Der Apotheker nutzt das Wissen zur Patientensicherheit und Qualität. Der Apotheker vor Ort berät den Kunden persönlich – ohne Voranmeldung und in Notfällen 24 Stunden am Tag. Durch die Wahl einer Stammapotheke hat der Apotheker den besten Überblick, ob beispielsweise Wechselwirkungen oder Unverträglichkeit drohen. Er weiss auch, bei welchen Ärzten der Patient in Behandlung ist und welche Medikamente neben den ärztlichen Verschreibungen zusätzlich eingenommen werden.
Beratung – Versandhandel
Telefonische Beratung bietet nicht dieselbe Sicherheit und Qualität wie eine Beratung mit persönlichem Kontakt in der Apotheke. Der Versandhandel erfolgt anonym. Es kann nicht auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten eingegangen werden.

Patientensicherheit – Apotheke
Der Apotheker reagiert sofort auf veränderte Umstände und berät auch bei anderen gesundheitlichen Problemen (Prävention). Allfällige Wechselwirkungen durch Einnahme anderer Medikamente können sofort festgestellt werden. Der Apotheker nutzt das Wissen zur Patientensicherheit.
Patientensicherheit – Versandhandel
Der Versandhandel ist vor allem an Patienten mit chronischen Erkrankungen und hohem regelmässigem Medikamentenbedarf interessiert. Das ist Rosinenpickerei. Dadurch wird bei chronischen Erkrankungen die Medikation von der übrigen Medikation getrennt. Somit können keine allfälligen Wechselwirkungen durch Einnahme anderer Medikamente festgestellt werden.

Notfälle – Apotheke
In Notfällen und bei akuten Erkrankungen kann beim Apotheker sofort ein Arzneimittel bezogen werden. Die Medikamente können in der Regel sofort mitgenommen werden. Seltene Medikamente können umgehend besorgt werden, und auf Wunsch werden diese persönlich nach Hause geliefert.
Notfälle – Versandhandel
Bei der Versandapotheke muss man einige Tage auf das Medikament warten. Die Versandapotheken bieten keinen vollen Service an, da sie die Notfallmedikation nicht gewährleisten können. Sie gefährden aber die Versorgungsstruktur durch die Apotheke vor Ort.

Selbstmedikation – Apotheke
Versorgung durch Selbstmedikation ist gewährleistet.
Selbstmedikation – Versandhandel
Keine Selbstmedikation möglich.

Lagerung und Abgabe – Apotheke
Bei der Apotheke vor Ort ist die fachgerechte Lagerung bis zur direkten und sicheren Übergabe an die Patienten gewährleistet.
Lagerung und Abgabe – Versandhandel
Versandhandel mit Arzneimitteln per Post birgt die Gefahr von unsachgemässer Lagerung der Medikamente, von Verzögerungen der Medikamentenlieferungen, Beschädigungen, Diebstahl und Verlust. Ausserdem besteht die Gefahr der Lieferung an eine falsche Person. Das ist dann nicht mehr sehr anonym.

Compliance – Apotheke
Der direkte persönliche Kontakt mit dem Patienten bringt eine grössere Therapietreue (Compliance). Die direkte Information mit einer Demonstration des Arzneimittels wird besser befolgt als eine anonyme telefonische oder gar schriftliche Beschreibung.
Compliance – Versandhandel
Anonyme telefonische oder gar schriftliche Beschreibung der Medikamenteneinnahme, wenn überhaupt.

Arbeitsplätze – Apotheke
Der Apotheker ist Unternehmer und Arbeitgeber und schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort und in der Region.
Arbeitsplätze – Versandhandel
Durch den Versandhandel gehen Arbeitsplätze vor Ort verloren.

55 Antworten auf „Vergleich Medikamentenabgabe Apotheke-Versandhandel

  1. Eine gute Beratung in der Apotheke vor Ort habe ich bisher noch nicht erhalten. Vielleicht sollte ich eine andere Apotheke aufsuchen ;-).

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  2. Naja… du vergleichst hier aber den optimalen Fall einer Apotheke vor Ort mit dem schlechtesten Fall einer Versandapotheke. So ganz fair ist das nicht.
    Ich kenne auch vor-Ort-Apotheken, wo nicht nach Hause geliefert wird, wo Bestellungen mehrere Tage dauern, wo Medikamente nicht sachgerecht gelagert werden undundund. Und sicher gibt es auch Versandapotheken, die sich nicht nur die Rosinen rauspicken, die auf sachgerechten Versand achten etc.pp.

    Ich bin kein Freund von Versandapotheken (nur dass das klar ist) – ich bin aber erst recht kein Freund von unfairen Vergleichen. Für einen korrekten Vergleich müsstest du noch eine statistische Verteilung beider Geschäftsmodelle mit einbeziehen (Anteil schwarzer und weißer Schafe in beiden Gruppen) – und dazu hast du keine Daten, zumal ich dich (aus deinen Erzählungen, den Kommentaren hier und meinen Erfahrungen mit Apotheken vor Ort) nicht für den Durchschnitt der Apotheken halten würde, sondern für Spitze – was bedeutet, dass die meisten deiner Kollegen da nicht heranreichen.

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    1. Also wenn hier Medikamente nicht sachgerecht gelagert werden – dann schliesst der Kantonsapotheker die Apotheke. Ganz einfach – für das gibt es Inspektionen. Ich vermute mal das ist auch in Deutschland so.
      Und wenn ich den letzten Test der Stiftung Warentest in Deutschland anschaue: Apotheken: schlecht (sorry), Versandapotheken noch schlechter …
      Da muss noch ziemich gearbeitet werden.

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  3. Hm, Bimed…mir ist das zu sehr schwarz-weiß. Ich denke, dass auch auf dem Apothekenmarkt Bewegung stattfindet, und dass es sich „einpegeln“ wird. Wenn wir jetzt mal nicht von chronisch Kranken reden, sondern von einem normal gesunden Menschen mit Zipperlein wie mir:
    Wenn ich einen akuten Megaschnupfen kriege, werde ich immer in die Apo um die Ecke gehen und mir dort das übliche holen: Lutschtabletten, Nasenspray, Zink…weil mir in diesem Moment Geschwindigkeit wichtig ist, also ein Vorteil, den mir die OnlineApo nicht bieten kann. Wenn ich aber regelmässig meine Kopfschmerztabletten brauche (über deren Anwendung und zeitliche Verwendung ich mich mit meiner Hausärztin abgestimmt habe), dann wüsste ich nicht, warum ich die nicht online für 1,55 Euro/20er Streifen bestellen und sie stattdessen für 4,00 EUR in der Apo kaufen sollte.

    In anderen Situationen mache ich es doch ähnlich: Eine nette Pop-CD kaufe ich beim großen Versandhändler mit A, aber wenn ich nicht sicher bin, welche Aufnahme von Mahlers 4. Sinfonie die beste ist, dann gehe ich in die Klassikabteilung eines großen Berliner Kulturkaufhauses und spreche dort mit den Fachleuten (die dort wirklich sitzen und Ahnung haben), höre mir 3 ihrer Vorschläge auf den Abspielern an und kaufe die CD, die ich am schönsten finde. Hier ist der Vorteil die Beratung, die ich beim Versandhändler nicht hätte.

    Meinst Du nicht, dass es in den heutigen Zeiten möglich ist, dass verschiedene Vertriebskanäle ihre Berechtigung haben – und behalten, je nachdem welches Bedürfnis beim Kunden befriedigt werden soll?

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    1. liebe Nihilistin. Mit deinem Verhalten, nur die akuten Medikamente von der Vor-Ort-Apotheke zu holen und die chronischen Sachen, die Du regelmässg brauchst vom Versand, trägst Du dazu bei, dass es die Vor-Ort Apotheke vielleicht bald nicht mehr gibt. Denn als Lückenbüsser kann kein Geschäft überleben. Das sieht man bei uns schön an den kleinen Tante Emma Läden in den kleineren Ortschaften … die sind zum grossteil inzwischen eingegangen. Dafür beklagen sich die Leute, weil sie weit fahren müssen, bis zum nächsten grossen Laden.

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      1. Nein, das hat mit „Rosinenpicken“ wenig zu tun. Sondern mit meinem Erleben, dass „klassische Vertriebswege“ einfach nicht mehr die einzigen sind, sondern eine neue Aufteilung erfolgt. Und ich lasse bei meinen 2-3 Megaschnupfen pro Jahr einiges an Geld bei der Apo um die Ecke. Ich kauf da sogar noch den Kamillentee mit, statt ihn bei der Billigdrogerie um die andere Ecke zu holen. Jedenfalls mehr, als ich Kopfschmerztabletten pro Jahr brauche.

        Schau, ich arbeite in einer Firma, die Großkunden elektronische Geräte verkauft. Wir haben auch zu knabbern gehabt, als die Kunden anfingen, die PCs und Notebooks bei DE*L online zu kaufen und nicht mehr bei uns. Es hat eine Weile gedauert, bis wir uns neu „positioniert“ (neudeutsch) haben, um zu schauen: Bei welchen Themen braucht der Kunde einen Service, den ihm der Onlinehändler nicht bieten kann? Und dafür wurde dann KnowHow aufgebaut, das haben wir den Kunden proaktiv angeboten – und das macht heute den Umsatz aus, den wir an den Onlinehändler verloren haben.

        Mir geht es einfach darum, dass man auf geänderte Rahmenbedingungen aktiv reagiert, statt einfach immer mit den gleichen Abwehrreflexen eine Besitzstandswahrung zu verlangen.

        Mir ist klar, dass Medikamente nicht mit elektronischen Geräten vergleichbar sind – aber wir unterliegen beide den Gesetzen der Marktwirtschaft und bewegen uns in einem sich verändernden Marktumfeld.

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  4. Das Problem ist aber, dass die Versandapotheken nur wenige Bereiche abdecken – nämlich alles, was nichts kostet!

    Die Apotheke vor Ort muss am Notdienst teilnehmen, d.h. du hast 24h am Tag jemanden, der sofort Medikamente abgeben kann und das fast kostenlos! Für jedes Rezept, was im Notdienst abgeben wird, bekommt die Apotheke 2,50€ an Notdienstgebühr – dafür würde mitten in der Nacht kein Schlüsseldienst oder Handwerker aufstehen.
    Dann stellen wir Rezepturen her, vor allem Salben, Cremes, Kapseln… und das auch innerhalb eines halben Tages (wenn möglich)
    Der Arbeitspreis, der berechnet werden darf, liegt auch meist nur im Bereich von 2,50-5,00€ (je nach Art und Menge)

    Das sind zwei sehr wichtige Bereiche, wo die Apotheke eher draufzahlt.

    Die Apotheke vor Ort kann also nur funktionieren, wenn sie weiterhin alle Bereiche abdecken kann/soll.

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  5. Disclaimer: Ich beziehe mich auf die Situation in Deutschland. Allgemein stört mich am Beitrag, dass die Best-Case-Situation in der Apotheke mit der Worst-Case-Situation in der Versandapotheke verglichen wird und sehr viele falsche und irreführende Informationen enthält.

    1. Beratung

    Die Beratung in der Apotheke erfolgt persönlich. Und das ist auch schon der einzige Unterschied.

    „Der Apotheker nutzt das Wissen zur Patientensicherheit und Qualität.“ Heißt das, dass pharmazeutische Fachpersonal – ja, es gibt noch mehr als Apotheker! – in der Versandapotheke nutzt sein Wissen nicht?

    Erreichbarkeit/Beratungszeitraum: Die Apotheke möchte ich erleben, wo ich nachts um drei anrufe und dann eine umfassende Beratung bekomme. Ach, der Notdienst soll das sein? Das ist in der Regel gerade NICHT die Stammapotheke, die mich als Kunden kennt. Insofern können die nicht viel machen außer mir zu sagen, dass ich meine Tabletten mit viel Flüssigkeit einnehmen soll. Versandapotheken sind per E-Mail und per Hotline erreichbar – oft sogar kostenfrei. Gerade für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, ein großer Vorteil. Die Backends der Shop-Systeme sind in der Lage, CAVE- und Interaktionschecks auszuführen, berücksichtigen die Bestellhistorie des Kunden und der Kunde kann in seinem Kundenkonto Angaben zu Allergien, Vorerkrankungen, anderen regelmäßig eingenommen Medikamenten etc. machen, was alles bei den CAVE- und Interaktionschecks berücksichtigt wird. Natürlich, wenn der Kunde dieses Angaben nicht macht, greifen manche Checks nicht. Aber der Kunde kann diese Angaben auch genausogut in einer normalen Apotheke NICHT machen.

    „Der Versandhandel erfolgt anonym.“ Das ist technisch nicht möglich, da bei einer anonymen Bestellung kein Versand erfolgen kann.

    Meine Erfahrungen mit Beratung in Apotheken beschränken sich darauf, dass mir der zu zahlende Endpreis als Summe der UVP der Einzelartikel genannt wird.

    2. Patientensicherheit

    „Der Apotheker reagiert sofort auf veränderte Umstände…“ Wie macht er das? Überwacht er den Kunden persönlich zu Hause, 24 Stunden lang? Nein, er ist darauf angewiesen, dass der Kunde ihm die veränderten Umstände mitteilt. Und das kann der Kunde genausogut per E-Mail, Hotline oder Eingabemaske – siehe oben – auch der Versandapotheke mitteilen.

    Auch bei diesem Punkt wird durch den Satz „Der Apotheker nutzt das Wissen zur Patientensicherheit.“ impliziert, dass das pharmazeutische Fachpersonal in der Versandapotheke sein Wissen nicht nutzt.

    „Der Versandhandel ist vor allem an Patienten mit chronischen Erkrankungen und hohem regelmässigem Medikamentenbedarf interessiert.“ Genausogut könnte man behaupten, dass normale Apotheken vor allem an Rentnerinnen interessiert sind, denen man – obwohl die Omi nur etwas gegen Rheuma wollte – noch einen Haufen überteuerte Kosmetika aufschwatzt. Der Apotheker ist schließlich Einzelhändler und als solcher an Gewinnmaximierung interessiert.

    Verschreibungspflichtige Arzneimittel machen bei Versandapotheken nur einen geringen einstelligen Prozentbetrag aus. Was sich in Zukunft ändern könnte, falls der EuGH entscheidet, dass nicht in Deutschland sitzende Versandapotheken (z. B. eine sehr große in Holland) auf die Zuzahlung keine Rabatte mehr geben dürfen.

    Und liegt es nicht in der Natur der Sache, dass man für eine Packung Thomapyrin nur ungerne Versandkosten bezahlt, sondern stattdessen seinen Bedarf in einer Bestellung bündelt, um die Versandkosten zu sparen? Vor allem, da bei höheren Gesamtbeträgen mitunter auch Rabatte winken?

    3. Notfälle

    Das Konzept des Versandhandels ist allgemein relativ schlecht für die Notfallversorgung geeignet.

    Aber: „Die Versandapotheken bieten keinen vollen Service an, da sie die Notfallmedikation nicht gewährleisten können.“ Es gibt keine reinen Versandapotheken. Jede Versandapotheke ist eine stationäre Apotheke mit Versandhandelserlaubnis. Ergo bietet jede Versandapotheke auch Notfallversorgung – nur eben nicht über den Versandweg.

    „Sie gefährden aber die Versorgungsstruktur durch die Apotheke vor Ort.“ Nein, siehe oben. Jede Versandapotheke ist gleichzeitig eine Apotheke vor Ort.

    Im übrigen bieten sehr viele Versandapotheken ebenfalls einen regional bezogenen Botendienst an.

    4. Selbstmedikation

    Vielleicht haben wir ja unterschiedliche Vorstellungen davon, was Selbstmedikation bedeutet, aber nichts hat in den letzten Jahren die Selbstmedikation so stark gefördert wie die Existenz von Versandapotheken.

    5. Lagerung und Abgabe

    „Bei der Apotheke vor Ort ist die fachgerechte Lagerung bis zur direkten und sicheren Übergabe an die Patienten gewährleistet.“ Es wird impliziert, dass die Lagerung bei Versandapotheken nicht korrekt erfolgt. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt sogar Versandapotheken, die bei der Lieferung von kühlkettenpflichtigen Artikeln die Einhaltung der Kühlkette auf dem Versandweg unter Nutzung eines eintsprechenden Lieferanten garantieren können.

    Verzögerungen, Beschädigungen, Diebstahl etc. sind allgemeine Probleme des Versandhandels, die natürlich auch bei Versandapotheken vorkommen können. Aber natürlich kann Omi die Einkaufstasche mit ihren Medikamenten aus der stationären Apotheke auch im Bus vergessen.

    „Ausserdem besteht die Gefahr der Lieferung an eine falsche Person. Das ist dann nicht mehr sehr anonym.“ Weiter oben war die Anonymität noch ein Problem. Opportunismus ist eine tolle Sache. Auslieferung an die falsche Person ist kein Problem der Versandapotheke sondern des Versanddiensleisters. Das ist natürlich ärgerlich, keine Frage.

    6. Compliance

    „Der direkte persönliche Kontakt mit dem Patienten bringt eine grössere Therapietreue (Compliance).“ Siehe oben: „Ich hätte gerne eine Packung $X.“ -+ „Das macht dann $UVP Euro.“ Wie genau wird die größere Therapietreue erreicht?

    „Die direkte Information mit einer Demonstration des Arzneimittels wird besser befolgt als eine anonyme telefonische oder gar schriftliche Beschreibung.“ Wenn der Kunde zum allerersten Mal etwas Neues erhält mag das zutreffen. Mir persönlich hat allerdings noch nie ein Apotheker zum Beispiel Aspirin „demonstriert“. Was soll da auch großartig bei der Demonstration passieren?

    7. Arbeitsplätze

    Versandapotheken SCHAFFEN Arbeitsplätze. Und zwar vor Ort, da jede Versandapotheke auch eine stationäre Apotheke ist (Situation in Deutschland).

    8. Preise

    Nanu, den Punkt gab’s im Beitrag ja gar nicht?

    Ich hatte bis heute noch nicht das Vergnügen, in einer normalen Apotheke etwas zu kaufen, dessen Preis UNTER dem UVP lag. Versandapotheken bieten viele gängige Artikel DEUTLICH preiswerter an. Warum soll ich für eine 500-Gramm-Packung Almased 18,87 bezahlen wenn ich sie – versandkostenfrei! – für 13.79 bekommen kann?

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    1. Und ich beziehe mich immer auf die Situation in der Schweiz.

      „Die Apotheke möchte ich erleben, wo ich nachts um drei anrufe und dann eine umfassende Beratung bekomme.“ – jede Notfallapotheke. Und wenn sie die benötigten Info bekommt von Dir, dann kann sie sehr wohl auch eine Auskunft geben.

      „Es gibt keine reinen Versandapotheken. “ – hier schon. Diese sind gegründet von Medikamentengrosshändlern und Ärztegruppen (!) – keine Notfallabgaben möglich, weil keine für das Publikum zugänglicher Ort besteht.

      Zur Compliance: in der Schweiz führen wir Patientendossiers bei den rezeptpflichtigen Sachen (das ist Vorschrift) … und da kann man ziemich gut sehen, ob und was bezogen / genommen wurde. Bei Kundenkarten werden zusätzlich noch die OTC Präparate erfasst. Da sieht man auch, ob jemand Nasensprayabhängig ist .. und kann Hilfe anbieten.

      Arbeitsplätze: Vergleiche mal die Ausbildung von Lehrlingen in der Apotheke mit denen im Versand. Ich wette zahlenmässig ist das enorm ein Unterschied: nämlich viel mehr in der Apotheke. Auch sind mehr Apotheker in Vor Ort Apotheken angestellt als im Versand – die müssen ja auch kaum mehr tun als fliessbandmässig einen Blick auf die Rezepte zu werfen.

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      1. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Sie auf die Preisargumentation eingingen. Ist es auch Bestandteil Ihrer Beratung, den Kunden darüber aufzuklären, welches das preisgünstigste verfügbare Generikum ist?

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        1. Nein, ist es nicht. Ich finde auch die Gleichung Preisgünstigstes = Bestes absolut unkorrekt.
          Wir weisen die Patienten allerdings auf die Möglichkeit hin, wenn es für ihr Medikament ein Generikum gibt – und ein Austausch möglich ist. Aber das günstigste muss das nicht sein. Der Kunde kann das billigste aber bekommen, wenn er darauf besteht.

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        2. „Ich finde auch die Gleichung Preisgünstigstes = Bestes absolut unkorrekt.“ Gibt es Unterschiede in der Wirkungsweise bei wirkstoffgleichen Medikamenten? Falls nein, sind preiswertere Generika natürlich nicht besser als das Original. Aber auch nicht schlechter, oder?

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        3. „Den Artikel schreibe ich noch. Das ist ein bisschen viel Info für hier.“

          Ich freu mich drauf und lese trotzdem weiter, auch wenn ich beim Thema Versandapotheken etwas andere Ansichten habe als Sie. ;)

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  6. @vroni

    „Für jedes Rezept, was im Notdienst abgeben wird, bekommt die Apotheke 2,50€ an Notdienstgebühr – dafür würde mitten in der Nacht kein Schlüsseldienst oder Handwerker aufstehen.“

    Bekommt der Apotheker da nicht noch ein bisschen mehr für als 2,50 Notdienstgebühr?

    Anders gefragt: Was ist der Ertrag der Apotheke, wenn ich ein Rezept über, sagen wir mal, einer 100er Packung Seroquel Prolong 400 mg Retardtabletten (PZN 6081212) einlöse? Ich tippe mal, dass es mehr als 2,50 sind.

    „Dann stellen wir Rezepturen her, vor allem Salben, Cremes, Kapseln… und das auch innerhalb eines halben Tages (wenn möglich)“ Haben Sie mal die Verandapotheke Ihres Vertrauens gefragt, ob die das auch machen würden? Es gibt nämlich Versandapotheken, die das auf Anfrage machen.

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    1. „Auch bei der Rezepturherstellung schnitten die Versandapotheken insgesamt schlecht ab: Acht lehnten den Auftrag ab, darunter die niederländischen Anbieter DocMorris, Europa Apotheek Venlo und Vitalsana. „Es kann nicht sein, dass sich die Versender die ‚Rosinen herauspicken‘ und die personalintensiven Arbeiten den Kollegen vor Ort überlassen“,“
      Quelle:

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      1. Von 23 Versandapotheken haben also 15 den Auftrag angenommen. Denn „Es gibt nämlich Versandapotheken, die das auf Anfrage machen.“

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  7. @ck
    Ganz einfach: Die Apotheken bekommen pro rezeptpflichtigem Medikament in Deutschland pauschal 8,10 Euro für die Beratung + 3% vom Einkaufspreis für die Lagerung. Das wären bei einem Verkaufspreis von 704,73 Euro für das Seroquel etwa 25,22 Euro Ertrag. Davon zahlt man aber der GKV von aktuell 1,70 Euro Kassenabschlag (Rabatt gegenüber der Krankenkasse). Du siehst, der Verkaufspreis ist gar nicht unbedingt entscheidend für den Betrag den die Apotheke verdient. Von diesen 23,52 Euro bleibt aber nur ein kleiner Teil, denn es müssen Steuern, Personal, Miete, Lagerverluste, etc bezahlt werden.
    Früher (vor 2001?) hat man noch einen Prozentsatz auf den Verkaufspreis bekommen, deswegen hat man da noch gut verdient. Mittlerweile können viele Apotheken nur von dem Umsatz durch die Rezepte gar nicht mehr überleben, sondern brauchen das Geschäft mit den Medikamenten in der Selbstmedikation (OTC Medikamente). Da dort aber auch immer weniger Spannen zu erwarten sind und die Versandapotheken in dem Gebiet immer mehr Anteile haben, vermute ich ein großes Apothekensterben in den nächsten Jahren. Viele kleine Apotheken mit Umsätzen unter 1 Mio Euro im Jahr werden unrentabel und lassen sich höchstens noch als Filialapotheke mit zugstarker Hauptapotheke betreiben.

    Soviel dazu, dass alle Apotheken noch so gut verdienen. Wenn ein Apothekenleiter 50.000-60.000 Euro vor Steuern letztendlich mit seiner Apotheke verdient, dann ist das schon ganz gut.

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    1. Und mal ganz abgesehen davon, dass meine Erfahrung im Notfalldienst zeigt, dass man da so gut wie *nie* solche teuren Medikamente hat. Man hat Dinge wie Schmerzmittel (kann ich verstehen), Babynahrung und WIndeln (das halte ich für ein vermeidbares Planungsproblem, das Essen für sich selbst „vergisst“ man ja auch nicht so einfach), Antibiotika (klar), Pille danach (auch klar) und viel anderes, was ich jetzt mal salopp als „Peanuts“ bezeichnen möchte – kaum Medikamente, die man gegen seine chronischen Krankheiten braucht – und das sind die teuren, die Preistreiber hier.

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      1. Ja natürlich, aber es ging ja auch nur um die Notdienstgebühr. Was glaubst du denn wie oft jemand nachts mit hochpreisigen Rezepten auftaucht? Die Renner hat ja Bimed schon aufgezählt. Bei einem Nasenspray mit 20-40 Cent Rohertrag und 2,50 Euro Notdienstgebühr hat man einen tollen Stundenlohn! Damit hast du noch nichtmal den Strom bezahlt …

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    2. Und man muss bei so teuren Medikamenten auch immer beachten, dass man für den rechnerischen Rohgewinn von ca 3-4 % die 704 Euro für das Seroquel erstmal vorstrecken muss. Den der Großhandel will das Geld oft schneller sehen, als man die Erstattung von der gesetzlichen Krankenkasse bekommt. Da kommen im Monat doch einige Summen zusammen, die auch ein gewisses Ausfallrisiko mit sich bringen.

      Ich hoffe ihr seht, dass dieses Geschäft lange nicht mehr so lukrativ ist, wie es noch in den Köpfen von vielen gedacht wird.

      Außerdem sind Apotheker primär Heilberufler. Wer jemandem aus Geldgier eine Aspirin 40er Packung aufdreht, obwohl 10 Stück reichen, der hat einfach den falschen Beruf erlangt.

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    3. „Wenn ein Apothekenleiter 50.000-60.000 Euro vor Steuern letztendlich mit seiner Apotheke verdient, dann ist das schon ganz gut.“

      Das Einkommen kann ich in der öffentlichen Apo für einen Apothekeninhaber bestätigen. Das Einkommen eines angestellten Apothekers liegt in einer öffentlichen Apotheke deutlich darunter.

      Ich möchte noch was hinzufügen:
      Die Pharmaindustrie zahlt ein Einstiegseinkommen ohne Promotion für einen Apotheker von etwa 45.000 Euro. Mit Promotion (also mit Doktortitel) sind das etwa 55.000 Euro. Wie gesagt: Einstiegseinkommen, das wird später mehr.

      Für einen Akademiker mit Hochschulausbildung ist das durchaus gerechtfertigt. Andere Akademiker (BWLer, Ingenieure, Ärzte, Juristen, etc.) verdienen da trotzdem noch deutlich mehr.

      Die Frage lautet: Warum soll man als Apotheker sich mit einer öffentlichen Apotheke selbstständig machen, wenn man mit der gleichen hervorragenden Ausbildung mit weniger Risiko deutlich mehr verdienen kann?

      Jeder, der über die Preise in der Apo lamentiert, sollte folgendes berücksichtigen:
      1.) Sich mit einer Apotheke selbstständig zu machen, bedeutet sich erstmal deutlich zu verschulden. Wenn die Apotheke nicht genügend Gewinn abgibt, ist man als selbstsständiger Kaufmann fürs Leben stark verschuldet.
      2.) Eine selbstständige Apotheke bedeutet für den Inhaber eine wöchentliche Arbeitszeit von 60-70 Stunden/Woche. Das Gehalt verdient man in der Industrie mit ca. 45-50 Stunden/Woche bei besserem Gehalt, mehr Urlaub und deutlich flexibleren Arbeitszeiten (ohne Notdienst!) leichter.
      3.) Man muss sich nicht ständig dieses Gejammer von gewissen Kunden anhören, wie schlecht doch die Welt und wie teuer doch Arzneimittel wären…
      4.) Gegenwärtig sind Bestrebungen im Gange, dass Apothekenketten (geleitet durch Großketten wie GEHE, die Metro AG, Schlecker, etc.) kommen werden. Das gräbt einem selbstständigen Apotheker das Wasser ab. Diese Ketten fahren 5 Jahre Kampfpreise, bis die letzte selbstständige Apotheke pleite ist und bestimmen dann als Oligopol den Preis [bestes Beispiel ausserhalb der Apotheke: Die beiden großen Elektronikdiscounter (Saturn und MediaMarkt) in Deutschland, die beide der MediaSaturn Holding angehören (also im Prinzip dasselbe Unternehmen darstellen), wobei die MediaSaturn Holding der Metro AG angehört. Die Konkurrenz ist hier mittlerweile rar gesäht. Und wer sich hier über die Gewinnspanne klar werden will, vergleiche, was ein Produkt bei MM kostet und was dasselbe bei Amazon kostet (Wobei Amazon sicherlich auch noch gut verdient)]

      Fazit: Wo kein Gewinn mehr, dort keine Apotheke mehr. Mit Idealismus allein, bezahlt man weder die Hypothek fürs Haus noch seine Mitarbeiter. Wenn man als Apothekeninhaber weniger verdient wie ein angestellter Apotheker, macht man was falsch.

      In der aktuellen DAZ (Deutsche Apotheker Zeitung) wird eine Umfrage erwähnt, derzufolge nur noch 46% der Pharmaziestudierenden überhaupt in einer Apotheke arbeiten wollen. Vor 10 Jahren war dieser Prozentsatz bei 80%.

      Bin momentan als Apotheker an einer Uni tätig. Den niedrigen Prozentsatz kann ich durch Gespräche mit den Studis bestätigen.

      Und PS: Ich hab gerne als Apotheker in einer Apotheke gearbeitet und würde das jederzeit gerne wieder tun!

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  8. „Wer jemandem aus Geldgier eine Aspirin 40er Packung aufdreht, obwohl 10 Stück reichen, der hat einfach den falschen Beruf erlangt.“ Wie sieht’s mit jemanden aus, der die 10er-Packung-Marken-Aspirin von Bayer verkauft, obwohl ein wirkstoffgleiches Generikum deutlich günstiger wäre?

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    1. Du unterschätzt deutlich die markentreue der Kunden/Patienten. Obwohl das günstige ASS 500 Ratiopharm direkt nebendran in der Sichtwahl steht, bevorzugen gefühlte 90% das original Aspirin. Und ich kenne aus unserer Apotheke bisher noch keinen Fall bei dem die Frage „Gibts da auch was günstigeres mit dem selben Wirkstoff?“ mit „Nein, da gibts nur das“ beantwortet wurde, obwohl es günstigere Alternativen gibt.

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      1. „Du unterschätzt deutlich die markentreue der Kunden/Patienten. “ Nein, das tue ich nicht, ich bin selbst in manchen Bereichen sehr markentreu. ;) Ich wollte wissen, ob Ihr die Kunden darüber aufklärt, dass es ein wirkstoffgleiches, preisgünstigeres Generikum gibt – ohne, dass der Kunde extra nachfragen muss.

        Und ob der Kunde überhaupt versteht, was „wirkstoffgleich“ bedeutet, ist sicher auch interessant. Vielleicht klärt uns da in einiger Zeit der angekündigte Blog-Post von Bimed auf. ;)

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  9. Habe leider die letzten Jahre bemerkt, dass die Apotheken am Ort fast alles was mir so rezeptiert wird nicht da haben, ich also zweimal kommen muss. Das ist zu viel. Also nutze ich nur noch Versandapotheken – und zwar welche in den Niederlanden, da zahle ich nur 50% der Rezeptgebühr. Versandkosten gibts auch keine.
    Und es gibt bei den Versandapotheken etwas ganz wichtiges, was keine Apotheke vor Ort bietet: Meine Bestellung bzw. mein Rezept wird mit allen früheren Bestellungen von mir abgeglichen und ich werde zusammen mit der Lieferung schriftlich auf alle möglichen Unverträglichkeiten mit meinen anderen Medikamenten hingewiesen!

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    1. Also *das* muss mir jetzt erst einmal erklären: die Versandapotheken in Deutschland dürfen also ein Patientendossier führen ?!? – und bei den kleinen Apotheken wird ein Aufstand gemacht von wegen „Datenschutz“ und so … dann müssen sie bei jeder Abgabe wieder bei Adam und Eva anfangen was andere Medikamente, Allergien etc. betrifft???
      In der Schweiz müssen wir das Patientendossier sogar führen. Das bedeutet, wenn man in seine Stammapotheke geht, dann hat man genau das: Übersicht, Interaktionscheck, Compliancekontrolle!

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    2. Der Grund, warum Medikamente in den Niederlanden günstiger sind wie in D liegt größtenteils in der Tatsache begründet, dass die Niederlande (wie die meissten europäischen Länder) einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von ca. 7% auf Arzneimittel erheben.
      Deutschland ist eines der wenigen Länder, die den vollen Mehrwertsteuersatz von 19% erheben.
      Fazit: Wenn man als Geschäftsmann für ein Arzneimittel, welches 100 Euro netto kostet, einen Preis machen könnte, der 12 Euro (19Euro-7Euro) günstiger wäre, kann man ziemlich leicht lächerliche 2,50 Euro Rezeptzuzahlung erlassen. Dabei verdient man immer noch 9,50 Euro (12 Euro – 2,50 Euro) mehr wie eine deutsche Apotheke, die dieses Geld an den Staat abführen muss.

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      1. Oder (auch gut), wenn man – wie in der Schweiz selbst der Pharma-Grosshändler ist und eine eigene Versandapotheke hat – da entfallen eine Menge Zuschläge und Bestellkosten sowie Lagerhaltungskosten etc. die man als Apotheke auf die Medikamente hat.
        Oder wenn man als Arzt die Kunden auf die (eigene) Medikamente-Versandfirma umleitet und ev. noch Provision dafür bekommt.

        Es ist einfach auch unfair, weil die Krankenkassen das Budget haben für solche Werbeaktionen wie im vorigen Post erwähnt. Da werden abertausende Briefe rausgelassen jährlich. Das kann man als einfache Apotheke auch nicht. Auch nicht für gerechtfertigte Gegenaktionen.

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        1. Soviel ich weiß, ist es in D auch explizit einem Apotheker verboten, einen bestimmten Arzt oder eine bestimmte Krankenkasse zu „empfehlen“.

          Warum dies umgekehrt nicht genauso ist, verstehe ich nicht.

          Nebenbei: Neuerdings stellen sich (in D) die Krankenkassen so hin, dass sie ja diejenigen wären, die Gelder der Versicherten „im Sinne der Versicherten“ einsparen müssen, damit die bösen Ärzte, die bösen Apotheker und die böse Industrie sich nicht „ungerechtfertigt“ bereichert.
          Meine Meinung: Man sollte als Patient vor allem seinem Arzt vertrauen, wenn er einem ein Medikament verschreibt. Der Arzt ist in erster Linie derjenige, der sich der Kasse gegenüber rechtfertigen (und in Regress treten) muss, wenn er zu viele „ungerechtfertigte“ Medis verschreibt. Er ist derjenigem, der in erster Linie der Kasse die Behandlung verteidigen muss.
          Die Kasse selbst will (und das ist das Wesens eines Versichererers) möglichst wenig Geld ausgeben. Es ist im Interesse der Kassen, nach Möglichkeit möglichst wenig Behandlungen zu zahlen.
          Das wird aber momentan von den Kassen anders kommuniziert und komischerweise wird das von gewissen Bevölkerungsschichten geglaubt.

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  10. Ich frage mich mit welcher Rechtfertigung unser Gesundheitssystem pro kleinem StadtTEIL 4 und mehr Apotheken durchfüttert. Klar ist die wohnortnahe Versorgung für Notfälle wichtig, aber in einem kleinen Stadtteil mit 15000 EInwohnern 4 Apotheken?

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    1. Füttert das Gesundheitssystem die Apos durch? Mit Sicherheit nicht, denn die Krankenkassen zahlen für die Apotheken nicht. Diese sind Geschäfte von Selbständigen, die Kosten und Gewinne werden von diesen getragen und nicht vom Gesundheitssystem!

      @Franka: immer die gleiche Leier mit dem „alles muss bestellt werden“. Kannst du dir auch nur Ansatzweise vorstellen, wie viele verschieden Arzneimittel es auf dem Markt gibt.

      Nimm dir Ibuprofen: das gibt es in der Stärke 200mg, 400mg, 600mg, 800mg und 800mg retardiert. Dazu zu jeder Packung eine mit 10St., 20 St., 50 St. und 100 St. (sind also 20 Schachteln) – das ganze gibts von 30 Generika- Firmen, was bei einem Wirkstoff schon mal 600! Schachteln macht, hätte ich alles da. Nimm das noch mal 1000 für die unterschiedlichen Wirkstoffe und du siehst, dass es unmöglich ist, alles an Lager zu haben.

      In Deutschland kommt noch erschwerend hinzu, dass jede unser 120(!) Krankenkassen extra Verträge mit bestimmten Generika-Firmen eingeht, die vollkommen willkürlich sind. Dh. AOK Patient bekommt Ibuprofen Lichtenstein. DAK bekommt Ibuprofen von Sandoz und die Techniker-Versicherten dann eben Ibuprofen von Ratiopharm! Da scheitert man als Apotheker zwangsweise mit der Lagerhaltung.

      Sich beschweren ist immer leichter, als höflich nachzufragen, warum ein Medi denn nicht vorrätig ist! Sonst könnte man ja noch aufgeklärt werden!

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      1. Zitat Telly:
        „Füttert das Gesundheitssystem die Apos durch? Mit Sicherheit nicht, denn die Krankenkassen zahlen für die Apotheken nicht. Diese sind Geschäfte von Selbständigen, die Kosten und Gewinne werden von diesen getragen und nicht vom Gesundheitssystem!“

        Naja, die Gewinne (ich rede jetzt von DE, die Situation in der CH kenne ich nur aus diesem Blog ;) )kommen schon zu einem nicht unerheblichen Teil aus der gesetzlichen Krankenkasse; ohne die Kassenrezepte (und die Kunden die nur deswegen kommen, und dann nebenbei noch was rezeptfreies kaufen) könnten die wenigsten leben. Und die Gewinnmargen sind viel zu hoch. Nicht unbedingt für den einzelnen Apotheker, aber es gibt einfach viel zu viele davon, und jeder soll ja von seinem Umsatz leben können. Neulich stand ich am Marktplatz meiner Nachbarstadt und musste erschreckt feststellen, dass es im Umkreis von 100m drei Apotheken gab. Und in keiner war mehr als ein Kunde zur gleichen Zeit. Wenn es dort nur eine Apotheke gäbe, hätte der eine Apotheker dreimal soviel Kundschaft (und könnte dies immer noch gut ohne mehr Personal bewältigen…), und würde selbst bei 1/3 der bisherigen Gewinnmarge noch den Gewinn pro Tag halten. Ich habe dann mal nachgeschaut, neben einen Krankenhaus hat dieselbe Stadt (50000 Einwohner) etwa 20 Apotheken, wo m.E. 4 Stück an zentralen Orten der Stadtteile ausreichen würden, um allen Bewohnern eine gute, wohnortnahe Versorgung zu sichern. Ganz ehrlich, wenn ein Teil dieser Apotheken schließen müsste, wäre das für kaum jemanden ausser der dortigen Mitarbeiter ein Verlust. Wenn Versandapotheken einen Teil dazu beitragen, dass diese Überversorgung reduziert wird, bin ich sehr dafür.

        Das ist allerdings ein spezifisch deutsches Problem.

        Dafür ist der „Service“, auch typisch deutsch, hierzulande deutlich reduziert. Der einzige Unterschied zu einer Drogerie besteht normalerweise darin, dass ich ein Rezept vorlege, bevor die Ware über den Scanner gezogen wird. Fragen nach anderen Medikamenten, die ich einnehme, oder meinen Erkrankungen, oder Hinweise zur Einnahme: Fehlanzeige. Zugegeben, ich brauche solche Beratung nicht, und erfrage sie auch nicht, aber aktiv angeboten wird sie jedenfalls nicht. Also kein nennenswerter Vorteil im Vergleich zum Versand. Aber wahrscheinlich habe ich zufällig bislang nur die schwarzen Schafe kennengelernt…

        Dagegen lesen sich die Zustände in der Schweiz ja geradezu paradiesisch. Wenn die Apotheken hier in DE so wären, wie die von Bimed, empfände ich die Umstellung auf Versand wahrscheinlich als großen Verlust; ich kann durchaus jeden der im Original-Post genannten Punkte gut nachvollziehen (okay, das mit der Selbstmedikation nicht, das geht doch über den Versand genausogut?!), und wenn die Leistung stimmt, darf ruhig auch der Preis (in gewissem Rahmen) höher sein. Leider trifft das auf DE so nicht zu.

        Liebe Mit-Kommenteure, schreibt doch also bitte mal dazu, ob Ihr gerade von der der Situation in Deutschland oder der Schweiz schreibt…

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  11. Hallo,

    Ich kann die Feststellungen von dir nicht ganz nachvollziehen!.
    Ich selbst arbeite in einer der größeren Deutschen Versandapotheken und was wir an Patientenberatung und Service anbieten ist denke ich inzwischen fast gleichwertig mit den meisten(!) Präsenzapotheken.

    Wir haben eine 24h Service und Pharmazie Hotline, die immer mit mindestens einem Apotheker und einigen PTA’s besetzt ist, bei der Kunden jederzeit Beratung erhalten können.

    Wir prüfen jede eingegangene Bestellung sorgfältig gegen das Patientendossier, und auf Interaktionen und halten im Zweifel immer Rücksprache mit dem Kunden und bei Rezepten mit dem Arzt.
    Hier wird immer mit dem 4-Augen Prinzip gearbeitet. Jede Bestellung wird von 2 Personen sorgfältig geprüft.

    Wir führen für jeden Patienten ein elektronisches Patientendossier, in dem alle Bezüge des Patienten aufgezeichnet werden und übermitteln allen Kunden zum Jahresende auch eine Aufstellung aller bezogenen Medikamente. Auch wird bei jedem Bezug geprüft ob Anomalien erkennbar sind (z.B. zu kurzer Bezugszeitraum, Pharmazeutische Interaktionen, etc.), auch kann der Kunde seine sonstigen Medikationen, welche nicht bei uns bezogen wurden Online oder via Telefon weitergeben, sodass diese auch mit einfliessen.

    Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen, aber ich selbst habe schon einige Präsenzapotheken gesehen, bei denen der Pharmazeutische Service weit schlechter war.

    Viele Grüße aus Deutschland,

    Christian Tresch

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    1. nochmals: Ich rede (und schreibe) von der Situation in der SCHWEIZ.
      Und das mit dem Patientendossier finde ich in Deutschland immer noch unlogisch: warum dürft ihr das (die Versandapotheke) und bei der normalen Apotheke macht der Datenschutz einen Aufstand? Huh?

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      1. Nunja ich würde tippen (also vermuten) das sie es dürfen weil es der Kunde bei den ellenlangen Erklärungen, die man auf Webseiten oder im sonstigen Kleingedruckten akzeptiert, erlaubt. Je nachdem wie es ausgeführt ist und ob man die Wahl hat muss das nichts schlechtes sein.
        Ich z.B. habe kein Interesse daran das jemand zuviel über mich weiß und werde nicht freiwillig mehr erzählen als ich muss.
        Ich verstehe zwar den Standpunkt den Du vertrittst … vonwegen Verträglichkeiten und Nebenwirkungen prüfen … aber irgendwie leb ich da in einer anderen Welt.
        Mich würde auch interessieren wie genau das ist mit der Pflicht zu einem Dossier die Du hier anführst. Ihr seid verpflichtet alles was ein Patient bei euch kauft in einer Akte zu sammeln und er ist verpflichtet sich auszuweisen wenn mal kein Rezept dabei ist auf dem er ja unfreiwillig seine persönlichen Daten mitteilt? Oder wie läuft das?
        Ich mein das die Krankenkasse weiß was man so für Wehwehchen hat is ja normal … aber bei allen anderen Stellen halt ich Lücken für etwas erstrebenswertes.
        Achja … bin aus Deutschland und empfinde Apotheken wie schon weiter oben öfter angeklungen als Verkaufsstelle mit nicht mehr gefühlter Beratung als beim Bäcker (habe aber auch noch nie eine angefragt … auch wie beim Bäcker) Produkt wählen (bzw Bestellung(Rezept) abgeben), bezahlen, gehn
        Es ist schön das man eine Beratung erhalten könnte … aber ich bins mittlerweile von allen anderen Stellen dermaßen gewohnt nicht mehr zu erfahren als einen Packungsaufdruck vorgelesen zu bekommen dass ich beim selbst informieren diese eine Branche (Medikamente) dann auch nicht mehr ausspare und einfach keinen Bedarf hab.

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        1. Nun .. wen du keine Beratung willst, dann kannst Du dich auch nicht darüber beklagen, wenn Du keine bekommst. Und für die korrekten Antworten (und Beratung) brauchen auch wir die Info … dazu gehören regelmässig genommene Medikamente, Allergien, eventuelle Schwangerschaften. Und bei uns ist die Info sicher besser aufgehoben als bei der Krankenkasse … immerhin unterstehen wir der Schweigepflicht – und würden kaum Gesundheitsdaten an auswärtige Firmen für Werbung weitergeben (überleg Dir das mal).

          Zu Deiner Frage: bis jetzt ist es so, dass ich kaum einen Ausweis verlange(n muss) bei Bezug eines Rezeptes. Da funktioniert noch immer sehr viel auf Vertrauensbasis – und sonst gibt es so Sachen wie das Geburtsdatum nach dem ich fragen kann zur Kontrolle.

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  12. Ich gehöre zu jenen, die zum aktuellen Zeitpunkt Online-Apotheken ganz klar bevorzugen. Dies vor allem, da ich bislang keine chronischen Erkrankungen habe, keine komplizierten Medikamente benötige, Beratung auch vor der Etablierung von Online-Apotheken nahezu nie seitens einer Apotheke erhalten/gesucht habe, sondern bei Bedarf von meiner Hausärztin und für mich persönlich einfach keinen Grund sehe, das horrende Summen zu bezahlen. (Bin übrigens aus Deutschland, falls das für die Ausführungen hilfreich ist.)

    Ich kaufe ungefähr 1 x pro Quartal ein kleines Sortiment an Kopfschmerztabletten, hochwertigen Vitaminen und einer dermatologischen Salbe. Das Ganze kostet mich via Online-Apotheke ein knappes Fünftel des Apothekenpreises (inkl. Versand). Ich wüsste gerne einen vernünftigen Grund, warum ich ein Vielfaches dafür ausgeben sollte, wenn ich nicht muss.

    Egoistisch? Mag sein. Aber ebenso, wie eine Apotheker Verluste beklagt, weil die Online-Apotheke ihm die Kunden wegschnappt, würde ich deutlich weniger Geld in meinem Portemonnaie zu beklagen haben, kaufte ich zu exorbitanten Preisen vor Ort.

    Ein Grund übrigens, der es mir seinerzeit leicht gemacht hat, auf Online-Apotheken umzusteigen ist die Erkenntnis, dass viele Apotheker nicht unbedingt von selbst ein Generikum anbieten, respektive von sich aus mitteilen, dass der Wirkstoff X im Medikament Y erheblich weniger kostet, als im Medikament Z. Ich respektiere das Ansinnen, Umsatz zu machen, aber deshalb muss ich keine Unsummen für einen Wirkstoff ausgeben, den ich auch erheblich günstiger haben kann.

    Ich sehe ein, dass für Menschen mit hohem Medikamentenbedarf und chronischen Erkrankungen möglicherweise andere Aspekte relevant sind, aber ich finde auch, dass sich Apotheken darauf einstellen sollten, anstatt allenthalben die bösen Online-Apotheken zu verteufeln. Viele Apotheken haben sich offensichtlich längst umgestellt und agieren beispielsweise verstärkt als Vertragsapotheken für Pflegeeinrichtungen, haben ihre Produktpalette um Wellness-Sachen erweitert oder betreiben eine Kombination aus Vor-Ort- und Online-Apotheke.
    Im Übrigen kann ich auch chronisch Kranke verstehen, die ihre teuren Langzeitmedis online bestellen, wenn der Händler hohe Rabatte auf die Zuzahlungsgebühren anbietet. Egal ist es vermutlich nur jenen, die so viele Medis benötigen, dass sie längst zuzahlungsbefreit sind.

    Am Rande: wenn eine Apotheke von mir ein Patientendossier anlegen würde, bevor ich alt und dement bin, würde ich sehr massiv auf die Barrikaden gehen. Noch bin ich in der Lage, behandelnde Ärzte selbst nach Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten zu fragen. Mindestens deshalb käme für mich auch ohne die Existenz von Online-Apotheken eine „Stammapotheke“ niemals in Frage.

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    1. Nichts gegen Online-Apotheken, ein Kommilitone (Studienkollege) besitzt eine Onlineapotheke, die wurde zweimal bisher von Stiftung Warentest getestet und er macht damit richtig, richtig viel Kohle.
      Der Personaleinsatz ist gering, an der Hotline reichen billige Kräfte, wenn halt dann doch mal ne Fachfrage kommt, wird halt ein Apotheker dazugeholt. Das Packen der Päckchen erledigen ebenfalls angelernte Kräfte.
      Und er braucht auch keine Miete für ein Geschäft in der Innenstadt zahlen, sondern die Apotheke steht halt im Niemandsland, wo die Mieten günstig sind.

      Wenn man es rein betriebswirtschaftlich sieht, sind Online-Apotheken ein geniales Geschäftsmodell: Betriebswirtschaftlich…

      Zu Deinem Post:
      Ein Argument für die öffentliche Apotheke wäre z.B. Dein oben erwähnter Satz: „Ich kaufe ungefähr 1 x pro Quartal ein kleines Sortiment an Kopfschmerztabletten“.

      Ferndiagnose:
      Schon mal was von medikamenteninduziertem Kopfschmerz gehört? Schon mal von der Versandapotheke darauf aufmerksam gemacht worden?
      Probleme mit dem Magen? Zwickt der manchmal?
      Aber Versand ist ja billig und Geiz ist Geil…
      Ein Tipp zum Sparen: Der Lebensmitteldiscounter Netto kooperiert mit der „Volksversand-Apotheke“, alles hübsch auf Deutsch aufgemacht, deutsche Versandanschrift, etc. Ein Blick ins Impressum zeigt folgende Adresse: „Tanvaldská 345, Liberec 30, PLZ 463 11“. Preisgünstig sind Medikamente aus Tschechien sicherlich…

      Datenschutz:
      Persönlich halte ich mich mit meinen Daten auch immer gerne zurück, bin aber der Meinung, dass die Daten in einer (Stamm-) Apotheke durchaus sinnvoll aufgehoben sind. Wechselwirkungen zwischen Medikamenten sind durchaus häufig, daran sterben Menschen.
      Apotheker unterliegen in D der Schweigepflicht gemäß $203 StGB, genau wie Ärzte, Anwälte, Steuerberater und Notare. Ich würde mir daher um die Weitergabe der Daten in einer kleinen, deutschen Apo eher weniger Gedanken machen, würde mir aber überlegen, ob ein Dir unbekannter Versandhändler in den Niederlanden (oder gar Tschechien) Deine Medikation genauso privat hält.
      Die Medikation eines Menschen (Antidepressiva, Schlafmittel, Entzugsmittel bei Alk-Missbrauch, Diabetes-Medis, etc.) sind Daten, die durchaus für einen zukünftigen Arbeitgeber interessant sind.

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      1. Steven, nun komm mal nicht mit der Keule der Ferndiagnose eines tablettenindizierten Kopfschmerzes um die Ecke, wenn jemand von quartalsweisem Einkauf eines kleinen Vorrates an Kopfschmerztabletten schreibt. Weil:
        a) ich das z.B. ebenso handhabe, da ich seit 20 Jahren Migränepatientin bin, und zwar in regelmässiger ärztlicher Behandlung. Ich weiss, was ich kaufen muss (und ich muss es halt selber kaufen, da es die Schmerztabletten nicht auf Rezept gibt)
        b) kannst Du Dir eventuell vorstellen, dass Frauen (!) (Kopf)Schmerztabletten auch für andere Schmerzen nehmen? Und zwar monatlich? Und zwar seit Jahren? Und keine Kopfschmerzen davon kriegen?
        c) ich wurde in einer VorOrt-Apotheke noch nie auf einen tabletteninduzierten Kopfschmerz aufmerksam gemacht. Ich wurde lediglich (das aber fast immer) darauf hingewiesen, die Dinger nicht ständig zu nehmen. Was sich bei mir aber wegen a) erledigt hat.

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  13. Genau, Ferndiagnose ist schwierig und über den Versandhandel wirds noch schwieriger.

    a) Wenn Du z.B. beschreibst, dass Du Schmerzmittel gegen Deine Migräne nimmst, könnte Dich aber beispielsweise ein Apotheker, mit dem Du Dich persönlich unterhältst, Dich z.B. darauf hinweisen, dass es mittlerweile auch Triptane gibt, mit denen Du den Migräneanfall auffangen kannst, so dass er gar nicht erst ausbricht (soweit ich weiß, sind die Dinger mittlerweile verschreibungsfrei). Er könnte Dich z.B. auch darauf hinweisen, dass – falls Du Dir Paracetamol kaufst – das Zeugs eher schwach analgetisch wirksam ist. Er könnte Dir auch was von MCP und anderen Ratschlägen zu Deiner Migräne erzählen, WENN das von Interesse ist.Der Versandhändler wird halt ohne Beratung liefern.
    Nebenbei: Schmerzmittel gibts in D auch auf Rezept und das müssen nicht mal die Hammerteile sein: Ibuprofen 400 könnte Dir Dein Arzt verschreiben, da es das Zeug auch verschreibungspflichtig gibt (bei chronischem Gebrauch ist Ibuprofen 400 in D sowieso verschreibungspflichtig). Diclofenac sowieso…
    b) Ja, ich weiß, dass Frauen auch Schmerzmittel wegen Regelschmerzen nehmen. Vielleicht wäre da aber was zum Krampflösen (Buscopan) zusätzlich auch noch ganz hilfreich. Oder was wärmendes? Der Versandhändler wird Dich da nicht anrufen und wird ohne Beratung das liefern, dass Du bestellt hast.
    Und selbst dann, wenn sich der Patient über Dr. Google informiert hat.
    c) Wenn Du darauf aufmerksam gemacht wurdest, die Dinger nicht ständig zu nehmen, hat man Dir doch letztendlich gesagt, dass Schmerzmittel ohne ärztliche Anweisung nix für den Dauergebrauch sind, oder?
    Das mit dem induzierten Kopfschmerz hab ich auch nur explizit erklärt, wenn jemand nachgefragt hat.

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    1. Steven, ich habe mich noch nie mit „meinem“ Apotheker über meine Migräne oder meine Regelschmerzen unterhalten. Das würde ich auch mit keinem Onlineapotheker tun, und auch nicht mit Dir hier im Forum, und auch nicht bei Dr. Google. Das tue ich mit meinen ÄRZTEN, zu denen ich REGELMÄSSIG gehe. Das ist sowas von vor Ort und offline – vorortiger gehts nicht mehr.
      Ist es denn so schwer zu akzeptieren, dass es mündige und informierte Patienten gibt?

      WENN ich mich mit meinem Apotheker darüber unterhalten möchte (um dann Dinge zu kaufen), dann frage ich ihn danach. Genauso würde ich es mit der Hotline einer Versandapotheke tun (und dann dort kaufen). Wann ich was mache, werde ich selbst entscheiden.
      Siehe meine Einträge weiter oben – ich verteufle nicht „vor Ort“ und „vergöttere“ online, sondern bin der Meinung, dass in der heutigen Zeit beide ihre Daseinsberechtigung habe.

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      1. Es steht Dir völlig frei, Dich ausschließlich mit Deinen Ärzten über Deine Regelschmerzen und über Deine Migräne zu unterhalten.

        Ärzte kennen sich mit der Behandlung von Menschen aus, da rede ich als Apotheker einem Arzt nichts rein.
        Apotheker kennen sich mit Medikamenten aus, da lass ich mir jetzt aber auch von einem Arzt nicht reinreden.
        (soll jetzt durchaus nicht arrogant klingen… ;-)

        Und es spricht auch nichts dagegen, wenn der Patient mündig und informiert ist.
        Das Problem tritt dann auf, wenn der Patient GLAUBT, dass er informiert ist, es aber TATSÄCHLICH nicht ist.
        Das Problem ist, dass – meiner Ansicht nach – ein Großteil der Bevölkerung eben nicht informiert ist, was sie denn da schlucken. Viele informieren sich bei „Bekannten“, über „Google“, bei „Heilpraktikern“, „Sprechstundenhilfen“ und ähnlichen unseriösen Quellen.

        Du schreibst, dass Du Dich mit dem Apotheker nicht über Deine Medikation unterhältst und Dich auch nicht mit ihm über Deine Medikation unterhalten möchtest. Daher bestellst Du im Versandhandel. Das ist ja okay so.

        Andere Personen informieren sich und fragen in der Apotheke mal detaillierter nach und informieren sich über die verschriebenen Arzneimittel. Muss man nicht tun, kann man aber… Ich hoffe, dass das für Dich auch okay so ist.

        Und: Nix für ungut! ;-)

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  14. Steven, ich „glaube“ nicht, dass ich informiert bin, ich bin es. Mag sein, dass ich zu jenem Teil der Bevölkerung gehöre, der von Pharmakologie zumindest so viel Ahnung hat, dass ein nahes Ende auf Grund von Medikamentenmissbrauch nicht zu erwarten ist. ;)

    Mal ernsthaft, Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Dein Aufklärungsbedürfnis in allen Ehren – ich kann es auch anders erklären: jene Medikamente, die ich vor der Existenz von Online-Apotheken in Vor-Ort-Apotheken kaufte, kaufe ich nun online. Beratung habe ich mir auch vorher gesucht, wenn auch nicht beim verkaufstüchtigen Apotheker, sondern bei meiner Ärztin.

    Ach ja, bevor Du der Osteuropa-Phantasie erliegst: meine Online-Apotheke hat ihren Sitz in Deutschland. Der Betreiber unterhält parallel eine Vor-Ort-Apotheke in seiner Stadt, und die Medis, die ich dort bestelle, bekomme ich exakt so auch in der Apotheke um die Ecke.

    Zu „Geiz ist geil“ sag ich mal nichts. Die Marktwirtschaft ist allerdings nicht meine Erfindung und solange ich bzgl. Risiken und Nebenwirkungen meinen Arzt fragen darf (und nicht nur meinen Apotheker) mache ich genau das und betrachte mich bis dahin als eine mündige Bürgerin, die ein funktionierenden Verstand ihr eigen nennt.

    (Nochmals am Rande zu Deiner Arbeitgeber-Bemerkung: ich habe in meinem Leben genug Menschen eingestellt. Weder die Geschäftsführung, noch ich haben uns je für die Medikation eines Kollegen interessiert. Ich weiß ja nicht, in welchen Arbeitskontexten Du zu Hause bist, aber ich wüsste nicht, was einen Arbeitgeber die Medikamente seiner Angestellten angehen. Ich kannte maximal das Epilepsie-Notfallmedikament einer Kollegin, und selbst das wurde mir freiwillig mitgeteilt. Derzeit leben wir in keinem Überwachungsstaat.)

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    1. Ich denke, wenn man sich vernünftig mit seiner Medikation auseinandersetzt, benötigt man auch nicht jedes Mal erneut Beratung. Wenn ich in eine Apotheke gehe, weiß ich für gewöhnlich auch, was ich möchte (habs ja selber studiert) und brauche Beratung weniger.
      Allerdings frage ich auch gern mal nach, was sich geändert hat, seitdem ich in einer Apotheke gearbeitet habe und obs für mein Problemchen was besseres gibt

      Medikamente allerdings für den Versandhandel frei zu geben, bedeutet, sie mit Büchern, Fotoapparaten, Handys, etc. als Ware gleich zu stellen. Nach dem Motto: „Wenn man sie braucht, ordert man sie halt online. Am besten im Großpack!“
      Und das sind sie nicht: Es handelt sich um Chemikalien, die stark in den menschlichen Körper eingreifen und – falsch angewandt – tödlich wirken können. Das sind keine Smarties. Das sind z.B. Proteine, wie Insulin, die in der Hitze oder bei Frost ausflocken und im Extremfall zum Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.
      Medikamente sind eine besondere Ware.

      Du schreibst, dass Du Dir Deine Beratung lieber beim Arzt suchst. Das ist, wie gesagt, legitim.
      Du vergisst allerdings, dass Du in jeder Apotheke hoch qualifiziertes Personal vorfinden wirst: Apotheker mit 4jährigem Hochschulstudium und PTAs mit 3jähriger Ausbildung an einer Berufsfachschule.
      Du bezeichnest Apotheker als „verkaufstüchtig“: Klar, die Apotheke ist ein Geschäft. Aber ist ein vernünftiges Produkt, welches Dir empfohlen wird, weil der Verkäufer (wie gesagt: mit Universitätsstudium) dahinter steht, echt so schlecht, nur weil der Apotheker auch was damit verdient?

      Die Sache mit dem Arbeitgeber: Es ist in der Industrie echt nicht unüblich, sich über einen Bewerber gründlich zu informieren, bevor man einen Vertrag unterschreibt. Dazu werden Profile wie StudiVZ, Xing, Facebook und Co. abgeklappert, der Bewerber wird standardmässig gegoogelt und der Bewerber wird VOR der Einstellung ärztlich untersucht. Ich glaube, dass da schon ein Bedarf da sein könnte, die Info zu bekommen, ob der Bewerber evtl. Epileptiker, Spriti, depressiv, Diabetiker (auch öfters mal krank) oder sonst irgendwie auffällig ist.
      Das gilt aber wahrscheinlich weniger bei kleinen Unternehmen mit kleiner Personalabteilung, sondern eher bei den größeren.

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  15. Steven, ich habe an keiner Stelle gesagt, dass das in einer Apotheke gekaufte Produkt schlechter ist, nur weil der Apotheker daran verdient. Es geht mir lediglich darum, dass ich persönlich keine Notwendigkeit darin sehe, meine Produkte erheblich teurer zu erwerben, als nötig. Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie in einer Apotheke beraten lassen. Bislang wusste ich immer, was ich wollte, wenn ich dort eingekauft habe. Und sei versichert, ich bin durchaus informiert, auch ohne meine Infos vom Apotheker vor Ort zu beziehen. Es wäre vielleicht hilfreich, auch anderen Patienten, resp. Käufern eine gewisse Mündigkeit und Fähigkeit, sich zu informieren, zuzutrauen. Nicht jeder Mensch ist bildungsfern oder dement. Und wer gerne eine allumfassende Beratung vor Ort möchte, nebst Patientendossier und Rundum-Sorglos-Paket, möge doch die entsprechende Wahl für sich treffen. Nur Schwarz-Weiß allein macht wenig Sinn.

    Zum Arbeitgeber: wer so naiv ist, bei Facebook oder sonstwo seine medizinische Biographie einzustellen, dem ist nicht zu helfen. Und eine gesundheitliche Untersuchung vor Arbeitsantritt, wie sie in manchen Berufen gefordert ist, bedeutet noch lange nicht, dass der untersuchende Arzt seiner Schweigepflicht entbunden ist. Infos über Krankheiten, wie Du sie beschreibst, gibt es in Deutschland nicht. Ein Arbeitgeber, der von seinen Angestellten Auskunft über dessen Medikation o.ä. fordert, könnte sich beim Arbeitsgericht warm anziehen.

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  16. Also, es wird oft berichtet, daß die Apotheke vor Ort nicht gut berät. Ich weiß nicht, wer das noch nicht begriffen hat in den Apotheken. Wenn ich Patient wäre, würde ich die Apotheke wechseln. Aber den Versand würde ich vermeiden. Gut, ich bin selbst Apotheker u. habe eine Apotheke erfolgreich geleitet. Die Beratung war bei uns immer ein sehr wichtiges Thema. Wenn der Patient bzw. der Kunde es nicht wünscht (kann man schnell merken) wird die Beratung sehr kurz gefasst, sonst bekommt jeder seine Beratung, die er wünscht. Ich hatte schon sehr viele Probleme bei Patienten mit Unklarheiten im Nachhinein. Eine gut Lösung war immer möglich durch den persönlichen Kontakt u. die Nähe zum Kunden.

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